Korb

Alexander-Stift Korb: Das ist der neue Azubi

David Hochrathner
Alltagsbegleiter David Hochrathner bereitet seine Arbeit mit den Menschen im Alexander-Stift viel Freude. © Hannah Kaltarar

Das Alexander-Stift hat dieses Jahr sein Ausbildungsangebot erweitert: In den Seniorenzentren und Gemeindepflegehäusern wird jetzt auch die Ausbildung zum Alltagsbetreuer angeboten. Die zweijährige Ausbildung ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Karlshöhe Ludwigsburg und dem Alexander-Stift der Diakonie Stetten. Das hatte die Diakonie Stetten im August bekanntgegeben. Die ersten Auszubildenden starteten im September im Alexander-Stift an den Standorten Zaberfeld und Korb. Den Mann für Korb stellt die Diakonie Stetten nun in einer Pressemitteilung vor.

David Hochrathner ist 20 Jahre alt. Nach mehreren Praktika in verschiedenen Bereichen habe er gemerkt, dass ihm die Arbeit mit älteren Menschen am besten gefällt, so der Auszubildende in der Mitteilung. „Nach meinem Hauptschulabschluss habe ich erst mal nicht gewusst, was ich werden will. Nach mehreren Praktika im Verkauf und in einer Kita hat mir mein Bildungsbegleiter von der Karlshöhe die Ausbildung zum Alltagsbegleiter in der Altenhilfe vorgeschlagen, und das gefällt mir sehr gut“, erzählt David Hochrathner. Der 20-Jährige lernt seit September, wie er auf die Bewohnerinnen und Bewohner des Gemeindepflegehauses zugehen und mit welchen Übungen er sie aktiv halten kann.

Er hält die Senioren aktiv

Dabei müsse er manches Mal auch geduldig sein und mehrere Versuche starten: „Man darf sich nicht gleich entmutigen lassen. Oft ist es auch so, dass ich mit jemandem eine Aktion mache, und dann kommen andere Bewohner dazu und wollen mitmachen.“

So auch an dem Vormittag, als der Fotograf zu Besuch ist: Er und eine ältere Dame werfen sich ein mit Kernen gefülltes Kissen zu, und sogleich kommt eine weitere Bewohnerin hinzu und möchte mitmachen. „Ja, Frau Schläpple, Sie machen das sehr gut“, lobt David Hochrathner die ältere Dame. „Hierbei trainieren wir Bewegung und Koordination“, erklärt er.

Sein wichtigstes Utensil bei der Arbeit als Alltagsbetreuer ist der Aktivierungswagen, in dem sich allerlei Spiele, Bälle, Musikinstrumente und Bücher befinden. „Ich möchte den Alltag für die Menschen abwechslungsreich gestalten“, sagt David Hochrathner. Zur Ausbildung gehört auch ein schulischer Teil. „Hier lernen wir zum Beispiel medizinische Begriffe, wie man mit den älteren Menschen umgeht und wie man auch kritische Situationen erkennen kann“, sagt David Hochrathner, der auch gerne mal mit anpackt und die Pflegekräfte unterstützt.

Ihm gefällt bei seiner Arbeit, dass er mit Menschen zusammenarbeiten kann und dabei viel Dankbarkeit zurückbekommt: „Ich merke, dass die Bewohner sich freuen, wenn ich komme, und sie lächeln mich an.“ Gerade jetzt während der Corona-Pandemie übernimmt David Hochrathner mit seiner Alltagsbegleitung eine wichtige Aufgabe im Umgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern: „Die Angehörigen dürfen ja leider nicht mehr so lange und so oft wie gewöhnlich kommen, und da kann der Tag schon lange werden.“

Mit manchen Bewohnern geht er dann spazieren – andere wollen einfach nur reden. Außerdem macht er mit ihnen Rechenaufgaben oder Memorys, um das Gedächtnis anzuregen. Oder er holt die Klangschalen aus dem Aktivierungswagen, „um die Sinne anzuregen“.

Die Bewohner mögen ihn

Haus- und Pflegedienstleiter Martin Schubert freut sich, dass der junge Mann das Team bereichert. „Herr Hochrathner macht seine Arbeit wirklich ganz hervorragend, und wir sind alle sehr froh, dass wir ihn bei uns haben.“ Auch die Bewohnerinnen und Bewohner seien „ganz begeistert“ von dem jungen Mann.

David Hochrathner hat über ein Praktikum hergefunden – und hat für seine Ausbildung viel getan: „Er hat bei uns ein Praktikum gemacht. Davon war er so begeistert, dass er angefragt hat, ob wir nicht eine Ausbildung zum Alltagsbegleiter anbieten könnten. Daraufhin sind wir auf die Karlshöhe zugegangen und haben die neue Kooperation gestartet“, erzählt Martin Schubert. Er begrüßt es, dass inzwischen unterschiedlichste Ausbildungen im Alexander-Stift angeboten werden. „So können zum Beispiel auch Jugendliche ohne Schulabschluss eine Ausbildung machen, und es gibt Möglichkeiten bis hin zum Studium.“