Korb

Bürgermeisterkandidat Frank Riegler stellt sich vor

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Frank Riegler kandidiert als Bürgermeister für Korb. © Leonie Kuhn

Korb. Als einer von zwei Überraschungskandidaten stellt sich der Korber Frank Riegler für das Bürgermeisteramt zur Wahl. Der Themenschwerpunkt des zweifachen Vaters ist die Schulentwicklung. Besonders die Diskussion zum Um- und Neubau am Standort Urbanstraße kritisiert er: „Ich habe wirklich den Eindruck, man hat sich verrannt.“ Er setzt sich für eine Neubewertung der Alternative „Schulcampus“ ein. Auch weitere Themen wie das Leitbild Korb beschäftigen ihn.

Video: Der Bürgermeisterkandidat Frank Riegler stellt sich vor

„Mit mir hat man die Möglichkeit, wirklich an was Neues ranzukommen, eine neue Sichtweise zu haben“, sagt Frank Riegler im Gespräch mit unserer Zeitung nachdenklich, aber bestimmt. Der 52-jährige Korber hat sich vor wenigen Wochen kurzentschlossen um das Amt des Bürgermeisters beworben. Bisher kommunalpolitisch unbekannt, nutzt er noch die Zeit bis zur Wahl am Sonntag, 12. März, um sein Profil als Kandidat zu schärfen, Anregungen von Bürgern, Vereinen, Ortschafts- und Gemeinderäten einzuholen und seine Standpunkte bekanntzumachen.

Die Schulentwicklung ist das zentrale Thema, das den zweifachen Vater, Elternvertreter und Beisitzer des Fördervereins „Korber Schulfreunde“ zur Kandidatur bewogen hat. Besonderes Gewicht hat für ihn der geplante Um- und Neubau des Standorts Urbanstraße der Korber Gemeinschaftsschule. Er wünscht sich, dass die Verwaltung in der Diskussion einen Schritt zurücktritt und noch einmal objektiv abwägt: Ist der geplante Ausbau der Urbanstraße oder doch eine Alternative, ein Schulcampus, die bessere Lösung?

Neuer Wind für die Idee eines Schulcampus

2014 war die Idee, einen Schulcampus neu zu bauen, im Gemeinderat verworfen worden. Im Jahr zuvor war vorgeschlagen worden, statt der Baumaßnahmen an der Urbanstraße die Korber Grund- und weiterführenden Schulen an der Brucknerstraße zu vereinen. Die Gemeindeverwaltung schätzte damals die Kosten des Neubaus auf bis zu 14 Millionen Euro. Diese Summe war umstritten, gab jedoch den Ausschlag für die Entscheidung, die ehemalige Urbanschule für vier bis 5,45 Millionen Euro zu sanieren und mit einer Mensa auszustatten.

Sanierungskosten für die ehemalige Urbanschule immer wieder nach oben korrigiert

Diese Schätzung der Sanierungskosten ist seither bekanntlich immer weiter nach oben korrigiert worden. Derzeit wird mit 8,56 Millionen Euro gerechnet, CDU/FW-Fraktionschef Friedrich Zimmerle befürchtet gar, auf Dauer die Zehn-Millionen-Marke anzukratzen.

Angenommen, ein Schulcampus könnte für rund zehn Millionen Euro gebaut werden, argumentiert Riegler, so wäre kaum ein finanzieller Unterschied zwischen den beiden Ideen. Dann würde aus seiner Sicht der Campus allein wegen kürzerer Laufwege und besserer Ausbaumöglichkeiten das Rennen machen. Und selbst wenn er mehr kostet, so könnte Rieglers Ansicht nach der Verkaufspreis für das Grundstück in der Urbanstraße den Unterschied ausgleichen.

Riegler möchte die leeren Schaufenster in der Ortmitte wieder füllen

Die Schulentwicklung ist nur ein Thema, auf das Riegler als Bürgermeister einzuwirken hofft. „Zum einen würde ich dieses Leitbild Korb, das ja immer wieder viel gepriesen wird, aber nie umgesetzt wird, gerne beleben“, sagt der Kandidat nachdrücklich. „Und nicht nur gern beleben, sondern ich würd’s gern leben.“ Wert legt er auf Konzepte für die Ortsmitte, „dass man zum Beispiel mal die ganzen leeren Schaufenster wieder füllt“, sagt er.

Ideen: Sitzungen online übertragen und Taxi-Abo für ältere Korber

Eine weitere Idee ist der Ausbau der gemeindlichen Online- und App-Angebote. Beispielsweise denkt er an eine Übertragung von Gemeinderatssitzungen über ein Portal im Internet: „Dass die Bürger sich dann wirklich einloggen können und der Gemeinderatssitzung beiwohnen können – online.“ Oder eine App, über die der Bauhof kontaktiert, mit Bildern und GPS-Daten versorgt werden kann, wenn an einer Stelle besonderer Handlungsbedarf besteht.

Ebenso denkt er darüber nach, ob mit Taxi-Unternehmen eine Art Abonnement für ältere Korber vereinbart werden kann. Die Idee: Die Senioren zahlen einen Grundbetrag, dafür können sie jederzeit ein Taxi rufen, das dann auch schnell vor Ort ist. „Man kann von den älteren Mitbewohnern erwarten, dass sie den Führerschein abgeben, weil sie nicht mehr so sicher sind, aber ihnen dann keine Alternative anzubieten, das finde ich immer ärgerlich“, erklärt Riegler sein Ansinnen.

Riegler freut sich auf die neue Herausforderung

Warum er diese Ideen als Bürgermeister verfolgen will? „Ein Bürgermeister kann viel eher Weichen stellen als ein Gemeinderat“, sagt Riegler. Deswegen hat ihn eine Ratsposition nie gereizt.

Den Verwaltungsaufgaben im „Unternehmen Korb“, wie es Riegler lax nennt, fühlt er sich als ehemaliger Geschäftsführer gewachsen. „Dass das, was auf mich zukommt, viele neue Sachen sind, ist klar“, findet der 52-Jährige. Das sei er aus seinem Arbeitsleben gewohnt, auch dort habe er sich immer neu eingearbeitet. Er freut sich auf die Herausforderung: „Neu ist interessant, neu macht Spaß.“

Verfolgen Sie die Bürgermeisterwahl in Korb in unserem Wahlportal.

Zur Person

Frank Riegler wurde 1964 in Stuttgart geboren. Seit 1967 lebt er in Korb: „Seit ich bewusst denken kann“, sagt er.

Er hat zwei Söhne im Alter von 27 und elf Jahren.

Ausgebildet ist Riegler als Industriekaufmann und Drucktechniker. In diesem Bereich hat er bis 2014 gearbeitet. Von 1999 bis 2011 war er Geschäftsführer der in Kleinheppach ansässigen Firma CTP Studio Korb GmbH, die Druck-Erzeugnisse herstellt und vertreibt. Seit 2015 ist er im Logistik-Bereich der Firma Daimler angestellt.

2006 trat Riegler bei den Freien Bürgern ein. Von 2007 bis 2014 engagierte er sich als Mitglied im Vereinsausschuss.


ZVW-Podiumsdiskussion am 9. März

Die Waiblinger Kreiszeitung lädt für Donnerstag, 9. März, zu einer Wahlveranstaltung mit den drei Korber Bürgermeisterkandidaten Jochen Müller, Manfred Heinrich und Frank Riegler ein.

Die Podiumsdiskussion beginnt um 20 Uhr in der Remstalhalle.

Jeweils im Anschluss an die Fragerunden zu bestimmten Themen, die der Redakteur Hajo Schechinger mit den Bewerbern führt, dürfen und sollen unsere Gäste ihre Fragen stellen.