Korb

Bauvorhaben Alte Kelter in Kleinheppach: Anwohner sind gegen drei Vollgeschosse

Anwohner gegen Bauvorhaben
Zur besseren Visualisierung haben die Anwohner Luftballons angebracht, um die Höhe des neuen Gebäudes so zu zeigen. © privat

In der Kelterstraße in Kleinheppach, wo bis 2018 eine alte Kelter stand, sollen drei Mehrfamilienhäuser, insgesamt 26 Wohnungen, 28 Tiefgaragenstellplätze sowie sechs offene Parkplätze entstehen. Das beschloss der Korber Gemeinderat bei fünf Gegenstimmen im März dieses Jahres. Das Bauvorhaben „Alte Kelter Kleinheppach“ sorgte bereits in der Vergangenheit sowohl im Ortschaftsrat als auch im Gemeinderat immer wieder für Diskussionen – unter anderem wegen der Gebäudehöhe.

Bau in der Vorlage anders dargestellt

Während der Auslegungsfrist konnte sich die Öffentlichkeit schriftlich oder mündlich beteiligen und eine Stellungnahme beim Bauamt der Gemeinde einreichen. Die Einwände sollten in der vergangenen Gemeinderatssitzung im Oktober behandelt werden. Doch der Tagesordnungspunkt wurde vertagt. Gemeinderat Eberhard Negele (Korber Freie Bürger) machte in der Sitzung darauf aufmerksam, dass in der Vorlage, die den Gemeinderäten vorlag, der Bau anders dargestellt wurde als in der Auslegung für die Bürger am Rathaus. Das Staffelgeschoss war an dem Haus A wesentlich kleiner abgebildet als auf der Vorlage der Räte.

Wie es dazu kommen konnte, prüfe die Verwaltung derzeit noch, schreibt der Bauamtsleiter Dietmar Kümmerlen auf Nachfrage unserer Redaktion. Dazu seien auch Gespräche mit dem Vorhabenträger erforderlich, so der Bauamtsleiter. „Die Damen und Herren des Ortschaftsrats und Gemeinderats werden anschließend in einer öffentlichen Sitzung über das Ergebnis informiert.“

Einige Anwohner in der Kelterstraße, die in diesem Bericht anonym bleiben möchten, fühlen sich von der Gemeindeverwaltung nicht ernst genommen. Auch sie hätten auf diesen Fehler aufmerksam gemacht, doch keine Antwort erhalten. Darüber hinaus findet ein Anwohner, dass die Interessen der Bürger nicht berücksichtigt werden, sondern die des Investors.

Aus ihrer Sicht komme es häufig zu falschen Informationen in den öffentlichen Beschlussunterlagen der Gemeinde. So war beispielsweise auch die Anzahl der geplanten Wohnungen falsch angegeben. Es wurden 23 Wohnungen kommuniziert, obwohl auf dem Areal 26 Wohnungen entstehen sollen. Der Grund dafür ist laut Dietmar Kümmerlen, dass im Erläuterungstext der Sitzungsvorlage der Sitzung vom 23.2.2021 das Haus C fälschlicherweise mit drei Wohnungen zu wenig angenommen wurde.

Neuer Bauträger ist B&B Holding & Business GmbH

Auch, was den Bauträger angehe, sei die Angabe im Blatt falsch, so der Anwohner. Dazu schreibt der Bauamtsleiter: „In der Begründung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan gab es einen Fehler. Der Vorhabenträger ist nicht die Fa. Riker Wohnbau, sondern B&B Holding & Business GmbH.“

Die Gebäudehöhe ist für viele ein Problem

Neben diesen ganzen Einwänden ist das ausschlaggebende Problem für die Anwohner, die mit unserer Redaktion gesprochen haben, die Höhe des Gebäudes, das in erster Reihe gebaut werden soll. Anwohner befürchten, dass das Haus A mit drei Vollgeschossen und einem Staffeldach größer als alle anderen Häuser in der Kelterstraße sein und sich aus diesem Grund nicht in das Ortschaftsbild einfügen wird.

Dazu heißt es aus der Verwaltung: „Der bisherigen Planung mit drei Vollgeschossen und einem Staffeldach wurde in der Gemeinderatssitzung vom 23.2.2021 zugestimmt. Vorausgegangen war ein Empfehlungsbeschluss des Ortschaftsrats Kleinheppach. In der weiteren Folge wurde vom Vorhabenträger ein Modell erstellt. Die Entscheidung des Gemeinderates ist nach intensiver Beratung in öffentlicher Sitzung erfolgt.“

Gabriele Grüner, Gemeinderätin der Korber Freien Bürger, ist Mitglied im Ortschaftsrat und wohnt in Kleinheppach. Bereits in früheren Sitzungen kritisierte die Gemeinderätin die Gebäudehöhe. „Die ganze Kelterstraße ist ein- bis zweigeschossig bebaut.“ Es überschreite zum Nachbarn die Firsthöhe um drei Meter, so die Gemeinderätin. Auch im Ortschaftsrat habe es zu diesem Vorhaben unterschiedliche Meinung gegeben, sagt sie. „Es wurde auch da recht kontrovers diskutiert, man ist sich einfach nicht einig.“ Deshalb hofft Grüner, „dass man den Bürgern ein Stück weit entgegenkommt“, sagt sie, „dafür sind wir schließlich auch gewählt worden, als Gemeinderat im Interesse der Bürger zu handeln“. Auch wenn sie einer Nachverdichtung im Ort nicht entgegenstehe, solle man sie mit Maß und Ziel erreichen.

Wie geht es nun weiter?

Wie geht es nun weiter? „Darüber werden in einer weiteren Sitzung die Gremien (Ortschaftsrat und Gemeinderat) zu entscheiden haben. Die Verwaltung geht derzeit davon aus, dass dies aufgrund der umfangreichen Prüfung nicht kurzfristig erfolgen wird“, schreibt der Bauamtsleiter.

Das Bauvorhaben wurde schon im Jahr 2016 sowohl vom Ortschaftsrat als auch vom Gemeinderat beraten. Nachdem der erste Investor Wohnwert hier 22 Wohnungen und eine Tiefgarage bauen wollte, brachte der Gemeinderat entsprechende Pläne auf den Weg. Doch das Bauprojekt verließ das Entwurfsstadium nie, der Investor Wohnwert stieg bald wieder aus.

Mit einem neuen Eigentümer erweiterte die Gemeinde die vorhandenen Pläne und beschloss den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Anstelle der ursprünglich geplanten, flachgeneigten Pultdächer soll es Staffeldachgeschosse mit teilweise begrünten Flachdächern und integrierten Fotovoltaik-Anlagen geben. Zwei der drei Mehrfamilienhäuser werden dreigeschossig gebaut, das Mehrfamilienhaus an der Straße Alter Berg hingegen zweigeschossig. Geplant ist eine ins Erdreich eingebundene Tiefgarage.

In der Kelterstraße in Kleinheppach, wo bis 2018 eine alte Kelter stand, sollen drei Mehrfamilienhäuser, insgesamt 26 Wohnungen, 28 Tiefgaragenstellplätze sowie sechs offene Parkplätze entstehen. Das beschloss der Korber Gemeinderat bei fünf Gegenstimmen im März dieses Jahres. Das Bauvorhaben „Alte Kelter Kleinheppach“ sorgte bereits in der Vergangenheit sowohl im Ortschaftsrat als auch im Gemeinderat immer wieder für Diskussionen – unter anderem wegen der Gebäudehöhe.

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