Korb

Bewährungsstrafe für Drogendealer: Whatsapp-Chat überführt Mann aus Korb

Kiffen
Symbolfoto. © ALEXANDRA PALMIZI

200 Gramm Marihuana soll ein heute 28-jähriger Korber im Oktober 2019 gekauft, teilweise konsumiert und weiter verkauft haben. Wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge musste sich der junge Mann vor dem Waiblinger Amtsgericht verantworten.

Das Gericht hat ihn jetzt zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Der Angeklagte trägt die Verfahrenskosten in Höhe 1000 Euro und muss darüber hinaus 2000 Euro an die gemeinnützige Stuttgarter Selbsthilfeorganisation „Release“ zahlen.

Auf die Spuren des Korbers kamen die Ermittler bei der Auswertung eines beschlagnahmten Mobiltelefons einer heute 24-Jährigen. Die junge Frau wurde im Dezember 2019 verhaftet und befindet sich derzeit – rechtskräftig wegen Rauschgifthandels verurteilt – in Schwäbisch Gmünd in Haft. In den Zeugenstand wurde sie von zwei Gerichtswachtmeistern begleitet. Richter Steffen Kärcher wollte von der Zeugin wissen, ob sie den Angeklagten kenne und ihm – wie in der Anklageschrift festgehalten – das Rauschgift verkauft habe.

Verurteilte Zeugin: „Er war kein Stammkunde bei mir“

Zwar kenne sie den Angeklagten, doch sie könne sich nicht daran erinnern, in welchen Mengen Marihuana sie an ihn verkauft habe, antwortete die Zeugin. „Das ist auch schon so lange her“, sagte die 24-Jährige vor Gericht. Schließlich habe sie auch viele Kunden gehabt. Doch eines konnte die Zeugin ausschließen: „Stammkunde war er bei mir nicht.“

Als Zeuge sagte auch ein 25-jähriger Polizeibeamter aus, der während der laufenden Ermittlungen gegen die 24-Jährige im Chatverkehr auf den Korber aufmerksam wurde. Woraufhin er das Verfahren gegen den Korber einleitete. „Wir haben sein Mobiltelefon beschlagnahmt“, sagte der Polizist. Jedoch hätten sich darauf keine Beweise befunden.

Keine belastenden Hinweise bei der Hausdurchsuchung gefunden

In der Wohnung des Angeklagten habe man während der Hausdurchsuchung ebenfalls keine Hinweise finden können, die auf Drogenkonsum oder -handel hindeuten. Auch keine Feinwaage, sagte der Beamte im Zeugenstand, die in der Regel bei Dealern zum Abwiegen des Rauschgifts zum Einsatz kommt.

Trotz fehlender Beweise konnte der Korber verurteilt werden. Der junge Mann räumte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein. Die Hälfte des Marihuanas soll der Korber „für den Eigenkonsum gebraucht und die andere Hälfte verkauft beziehungsweise mit seinen Freunden geteilt“ haben, erklärte sein Verteidiger.

Wegen privater Probleme sei sein Mandant in den Jahren 2018 und 2019 das erste Mal mit Drogen in Berührung gekommen. „Seit Anfang 2020 wurde der Konsum eingestellt“, ergänzte der Verteidiger. Der Korber habe sich nun „auf den besseren Weg“ begeben und gehe, wenn auch befristet, einer Tätigkeit nach.

„Die Tat ist von Reue und Scham überzogen. Er würde heute nicht so handeln“, sagte der Rechtsanwalt. Er betonte vor Gericht, dass es sich bei seinem Mandanten „nicht um einen typischen kriminellen Rauschgifthändler, sondern einen Ersttäter“ handle. Der junge Mann sei außerdem nicht vorbestraft. Er habe „einmal in dieses Geschäft hineingeschnuppert“ und danach die Finger davongelassen.

200 Gramm Marihuana soll ein heute 28-jähriger Korber im Oktober 2019 gekauft, teilweise konsumiert und weiter verkauft haben. Wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge musste sich der junge Mann vor dem Waiblinger Amtsgericht verantworten.

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Das Gericht hat ihn jetzt zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Der Angeklagte trägt die Verfahrenskosten in Höhe 1000 Euro und muss darüber hinaus 2000 Euro an die

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