Korb

Corona-Schnelltest an der Gemeinschaftsschule Korb: Apothekerin Hella Öhlschläger testet Schüler

schnelltest GMS Korb
Apothekerin Hella Öhlschläger testet mit einem Schnelltest die achtjährige Rosalie auf das Coronavirus. © Benjamin Büttner

„So schnell?!“ – fragen sich die Drittklässler, die vor dem Chemieraum der Gemeinschaftsschule Korb am Standort Brucknerstraße für einen Corona-Schnelltest in der Schlange stehen. Keiner von ihnen hat damit gerechnet, dass ihr Klassenkamerad Eren wieder so schnell aus dem Raum kommen würde. Eren, der sich als Erster hat testen lassen, ist ebenfalls überrascht. „Ich hab’s mir ein bisschen anders vorgestellt“, sagt der Neunjährige.

Im Chemieraum, der zu einem kleinen „Corona-Schnelltest-Zentrum“ umfunktioniert wurde, testet Apothekerin Hella Öhlschläger die Schüler auf das Coronavirus. Wer sich testen lässt, gibt die Einverständniserklärung seiner Eltern bei der Apothekerin ab und macht seine Nase frei, indem er die Maske zum Kinn herunterzieht oder sie ganz abnimmt. Hella Öhlschläger, in Schutzkleidung, warnt die Kinder kurz vor und schiebt das Stäbchen nacheinander in beide Nasenlöcher. Mit einem langen Wattestäbchen werden Abstriche an der Nasenvorderwand entnommen.

„Es hat ein bisschen gekitzelt, sagt Eren. Etwas unangenehm war das, aber wehgetan habe der Test auf keinen Fall.

„Ich war neugierig und wollte mich unbedingt testen lassen“

„Ich war neugierig und wollte mich unbedingt testen lassen“, sagt die achtjährige Büsra Hafsa. In der Nase habe es gekribbelt und sich so angefühlt, als hätte sie niesen müssen, beschreibt sie den Schnelltest. Für ihre Klassenkameradin Rosalie hingegen war es nicht der erste Coronatest. „Ich wurde schon einmal getestet“, berichtet die Achtjährige. „Das war schlimmer“, sagt sie, „als das Stäbchen in den Rachen geschoben wurde.“

Bislang alle Testergebnisse negativ

Getestet wird an der Gemeinschaftsschule Korb seit Mitte der zurückliegenden Woche, sagt Rektor Jochen Binder. „Die Idee ist, ein Infektionsgeschehen zu entdecken.“ An zwei Tagen wurden mehr als 160 Schüler getestet. „Bis jetzt waren alle Ergebnisse negativ“, sagt er und hofft, dass es auch weiterhin dabei bleibt. Auch ist er froh darüber, dass eine Apothekerin die Schnelltests durchführt. „So haben wir die Sicherheit, dass der Test richtig gemacht wird“, sagt er. Kontakt mit der Apothekerin Hella Öhlschläger nahm der Grünen-Gemeinderat Gerhard Brenner auf. Er engagierte sich für die Corona-Schnelltests an der Schule und telefonierte alle möglichen Apotheken und Praxen in und um Korb nacheinander ab. So kam letztlich die Zusammenarbeit mit Hella Öhlschläger zustande.

Während in anderen Schulen die Oberstufenschüler auch selber zum Stäbchen greifen dürfen, werden an der Gemeinschaftsschule Korb alle Tests von Hella Öhlschläger durchgeführt. Mit dem Ablauf an der Schule ist sie zufrieden. „Selbst die Erstklässler“, betont sie, „machen sehr gut mit.“

Damit alles reibungslos abläuft, werden die Schüler, die getestet werden sollen, von sogenannten Test-Paten aus der Klasse abgeholt. Das sind Elternteile, die sich ehrenamtlich für diese Aufgabe bereiterklärt haben. Sie holen die Schüler in der Klasse ab, erklären ihnen den Ablauf, begleiten sie zum Schnelltest und wieder zurück in die Klasse.

„Wir schaffen es nur einmal in der Woche, die Schüler zu testen“

„Wir haben eine tolle Unterstützung hier“, lobt Jochen Binder. Die Elternbeiräte haben das Ganze organisiert. Auf diese Weise nehmen sie den Lehrern eine zusätzliche Aufgabe ab. Apropos Lehrer, auch sie können sich von Hella Öhlschläger testen lassen. Das ist allerdings auch in der Hausarztpraxis von Philipp und Gundula Franz in Korb möglich, sagt Jochen Binder. Zwar sollten die Schüler zweimal die Woche getestet werden, so wie von der Landesregierung angeordnet wurde, doch in der Realität sieht’s in Korb etwas anders aus. „Wir schaffen es nur einmal in der Woche“, sagt der Rektor. Bislang sei der Plan, dass die Schüler bis zu den Osterferien getestet werden, wie es danach weitergehe, das wisse er selber auch noch nicht.

So läuft der Unterricht in Zeiten der Pandemie ab

Derzeit sind die Dritt- und Viertklässler vor Ort an der Schule und nehmen als komplette Klassen am Unterricht teil. Die Fünft- und Sechstklässler hingegen werden im Schulgebäude in mehrere Räume aufgeteilt und von einem Lernbegleiter beaufsichtigt. Der Lehrer ist nur in einem Raum anwesend, doch der Unterricht wird in die Nebenzimmer übertragen.

Die Siebt- und Achtklässler hingegen sind nicht in der Schule anwesend, sie befinden sich im Fernunterricht. Dieser besteht hauptsächlich aus Online-Konferenzen und dazugehörigen Aufgaben. „Das läuft super“, sagt Rektor Jochen Binder. Insgesamt 140 Laptops hat die Schule den Schülern zur Verfügung gestellt, damit sie problemlos am Unterricht teilnehmen können.

Und was ist mit der Oberstufe? Die Neuntklässler, die zum Schuljahresende einen Hauptschulabschluss anstreben und die Zehntklässler, die mit einer mittleren Reife die Schule verlassen möchten, werden in Gruppen aufgeteilt. „Die eine Hälfte ist da und die andere Hälfte sitzt zu Hause“, erklärt Jochen Binder. Tageweise wechseln sich die Gruppen ab. Mithilfe von interaktiven Whiteboards werde der Unterricht nach Hause zu den Schülern gestreamt. Und mit einem zusätzlichen Gerät können Schüler und Lehrer miteinander kommunizieren. „Für die Lehrer ist es durchaus eine anstrengende Zeit“, sagt der Schulleiter. „Wir müssen sehr viel improvisieren und reagieren.“

„So schnell?!“ – fragen sich die Drittklässler, die vor dem Chemieraum der Gemeinschaftsschule Korb am Standort Brucknerstraße für einen Corona-Schnelltest in der Schlange stehen. Keiner von ihnen hat damit gerechnet, dass ihr Klassenkamerad Eren wieder so schnell aus dem Raum kommen würde. Eren, der sich als Erster hat testen lassen, ist ebenfalls überrascht. „Ich hab’s mir ein bisschen anders vorgestellt“, sagt der Neunjährige.

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Im Chemieraum, der zu einem kleinen

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