Korb

Der Korber Bürgermeister ist gewählt: Was erwarten die Vereine?

2bdfd618-af66-43d6-ac24-44f14ddc250e.jpg_0
Am Wahlabend: Der neue alte Korber Bürgermeister Jochen Müller bedankt sich in der Alten Kelter für das Vertrauen, das ihm die Korber ein weiteres Mal geschenkt haben. © Büttner / ZVW

Korb. Der Bürgermeisterwahlkampf ist zu Ende, aber er hat auch Erwartungen bei den Korber Vereinen geweckt. Manfred Heinrichs Vorschlag, ihnen bei einem Schulneubau in der Brucknerstraße die frei werdenden Räume in der Urbanschule zu überlassen, kam beim Musikverein gut an. „Ein eigener Raum wäre schön“, sagte Vorsitzende Alexandra Ott gestern. Was erwarten die Vereinschefs nach der Wiederwahl von Bürgermeister Jochen Müller?

„Das Vereinslokal für die drei musischen Vereine ist am Runden Tisch vor zwei Wochen ausdiskutiert worden“, so Alexandra Ott. „Die Vereine sollten das finanzieren, mit Zuschüssen der Gemeinde. Aber das können wir uns nicht leisten.“ Das Thema Vereinslokal ist für den Musikverein Korb-Steinreinach damit vom Tisch. Wo kann das Rathaus sonst unterstützen? „Wenn alles so bleibt und weiterhin so bleibt, wie es ist, sind wir glücklich“, verrät die Erste Vorsitzende. Obwohl: Ein fester eigener Vereinsraum am Schulstandort Urbanstraße, sobald Schulklassen in den Neubau Brucknerstraße umgezogen wären, wie es der Schultes-Kandidat Manfred Heinrich geplant hatte, „wäre super“. Derzeit hält der Verein seine Sitzungen in der Neuen Kelter ab. Seine drei Orchester proben im Musiksaal der früheren Keplerschule, für den Einzelunterricht bezieht der Musikverein Klassenzimmer im Schulhaus Urbanstraße. „Dafür zahlen wir Nutzungsgebühren. Es wäre schön, wenn die wegfallen würden. Ich weiß zum Beispiel nicht, ob die Musikschule Unteres Remstal etwas bezahlt.“

SC Korb gratuliere Jochen Müller zur Wahl

Für die Umbauphase in der früheren Urbanschule wünscht sich Alexandra Ott, dass „bei der Raumgestaltung die Vereine mit einbezogen werden. Wir nutzen dort Klassenräume. Die brauchen wir. Wenn wir die Räume weiterhin nutzen können, sind wir schon mal ganz zufrieden.“

Der SC Korb gratuliere Jochen Müller zur Wahl als neuer alter Bürgermeister, teilte gestern Nachmittag Vorsitzende Nicole Steichele mit. „Wir vertrauen in den kommenden acht Jahren seiner Amtszeit auf eine kommunikative Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung.“ Gerade im Hinblick auf die Themen Hallenbelegungen, anstehende Sanierungen bzw. Reparaturen und geplante laufende Maßnahmen zur Sportstätten-Pflege sei es wichtig, „zeitnah und umfassend zu informieren und sich abzustimmen. Ziel muss es sein, den oft unnötigen Mehraufwand gerade für die vielen sich im Ehrenamt engagierenden Vereinsmitglieder auf ein Minimum zu begrenzen“, erklärte die Erste Vorsitzende des SC. „Wir freuen uns, auch in den nächsten acht Jahren gemeinsam Korb und den Sport voranzubringen.“

Bädlesverein „erwarte weiterhin Unterstützung der Gemeinde"

Albert Heinrich vom Bädlesverein ist, wie er bekennt, „wunschfrei“, was die gemeindliche Unterstützung für seinen rührigen Verein betrifft. „Wir haben letztes Jahr einen neuen Pachtvertrag geschlossen und dabei, was ansteht, vertraglich geregelt.“ 2017 und 2018 erhält der Bädlesverein, der anstelle der Gemeinde das öffentliche Freibad betreibt, für Sanierungsmaßnahmen im Elektronik- und Duschbereich zweimal 25 000 Euro. „Ich erwarte weiterhin Unterstützung der Gemeinde, aber das funktioniert auch.“ Als Vereinsvorständesprecher vertritt Heinrich die Meinung, die Vereine müssten nicht immer gleich schreien: „Rückt Geld raus! Sie sollten erst einmal selber schauen, dass sie die eigenen Mittel ausschöpfen. Und wenn es nicht reicht, können sie auf die Gemeinde zugehen. „Das Rathaus ist, soweit ich es weiß, immer mit einem sehr offenen Ohr da gewesen.“

Chipkarte im Hallenbad ist „Quatsch mit Soße“

Christina Schächterle, Vorsitzende des DLRG Korb, plagt aktuell das Thema Drehkreuz im Hallenbad am meisten. Für die von dem Verein reservierte Trainingszeit montags zwischen 17 und 21 Uhr erlaubt eine Chipkarte, die während der Nutzungsdauer am Kassenautomaten steckenbleibt, den Zugang. „Sehr viele Leute gehen da rein und raus. Viele Eltern sitzen da. Mütter gehen da rein und schauen zu. Schwups ist uns die Karte geklaut worden.“

Für Christina Schächterle ist der Chip-Zugang ins Hallenbad, der förmlich zum Diebstahl einlade, „Quatsch mit Soße. eine völlig unbefriedigende Lösung. Die Karte müssen wir jetzt auch noch bezahlen. Da bin ich ziemlich angesäuert.“

DLRG wünscht sich mehr Platz

Für die Zeit des Umbaus im Hallenbad wünscht sich die DLRG-Chefin vom Rathaus, dass es die Schließzeit mit dem Trainingsbedarf ihrer Rettungsschwimmer koordiniert, damit nicht zu viel Trainingsstunden ausfallen. „Es sollte möglichst in der Sommerzeit umgebaut werden, denn das Hallenbad braucht man im Winter.“ Was ihr zudem wichtig ist: Das winzig kleine Räumle, das die DLRG auf der Beckenebene zum Lagern von Material für die Schwimmausbildung nutzt, sollte vergrößert werden. „Mehr Raum wäre toll. Wir wollen einen größeren DLRG-Raum im Hallenbad. Von offizieller Seite ist bei uns aber noch nicht angefragt worden.“

Obst- und Gartenbauverein braucht unbedingt einen Anschluss an die Kanalisation

Der Obst- und Gartenbauverein Korb-Steinreinach bittet das Rathaus um Hilfe. Erstmals in der Vereinsgeschichte wird Vorsitzender Walter Daiß einen Zuschussantrag stellen. Das Ende der 90er Jahre beim neuen Friedhof errichtete Vereinslokal, in dem seit 1. Januar der Schachclub Korb Training anbietet und der Gesangverein sein Fest feiert. braucht wegen der hohen Entsorgungskosten unbedingt einen Anschluss an die Kanalisation. Für die 100 Meter lange Rohrleitung wurden im Bauamt Kosten von mindestens 20 000 Euro errechnet. „Ich erwarte, dass die Gemeinde uns da entgegenkommt,“ sagt Daiß.

Alles zur Bürgermeisterwahl in Korb

Interviews vom Wahlabend mit Jochen Müller, seinen zwei Mitbewerbern und Wahlleiter Friedrich Zimmerle finden Sie hier.