Korb

Die Hallenbad-Sanierung wird teuer

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Symbolbild © Guelay Alparslan
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Mit dem Farbkonzept fürs Hallenbad hat sich der Gemeinderat bereits im Sommer 2018 befasst. © Gabriel Habermann

Korb. Richtig teuer wird die Sanierung des Korber Hallenbads: Fünf Millionen Euro wird das Bad voraussichtlich kosten. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte Architekt Gerhard Richter den barrierefreien Ausbau und die Auswahl der Fliesen vor. Baubeginn könnte im März 2020 sein.

Je länger es sich hinzieht, desto teurer kommt Korb die Sanierung seines Hallenbads, rechnete Architekt Gerhard Richter am Dienstagabend dem Gemeinderat vor. Beim Vergleich der anfänglichen Berechnung vom April 2017 mit Oktober 2019 stiegen die Ausgaben um immerhin 15 Prozent. „Da die Handwerksbetriebe in der Region immer noch gut ausgelastet sind, ist noch keine Trendwende erkennbar“, sagte Richter. In bäderbautypischen Gewerken habe man bei Edelstahl-, Fliesen- respektive Folierarbeiten allein in den vergangenen 15 Monaten Einheitspreissteigerungen von 25 bis 50 Prozent bei öffentlichen Ausschreibungen hinnehmen müssen.

Ursprünglich vorgesehen waren 3,4 Millionen Euro Baukosten 

So sei zu erklären, dass aus den 2015 ursprünglich vorgesehenen 3,4 Millionen Euro Baukosten im April 2017 bereits 4,3 und mittlerweile fünf Millionen geworden sind, sagte Gemeinderat Eberhard Negele (CDU/Freie Wähler). Wenn die Entscheidung über den Bau weiter verschoben werde und weiter nach besseren Lösungen gesucht werde, dann gelinge es vielleicht, an der einen oder anderen Stelle Kosten zu sparen, das Abwarten zöge aber weitere Preissteigerungen nach sich. „Es wird Zeit, dass wir mal einen Knopf machen und zu einer Entscheidung gelangen“, sagte Negele. „Irgendwann“, assistierte Bürgermeister Jochen Müller, müsse sich der Gemeinderat entscheiden und sagen, was er wolle, damit man loslegen könne.

Die Entscheidung selbst fiel dann nach intensiver Diskussion einstimmig. Nach seiner Sanierung wird das Hallenbad mit zehn mal zehn Zentimeter großen rutschhemmenden Fliesen aus Feinsteinzeug in den Farben Pastellgrün, -rot und -gelb vor weißen, hellgrauen und grauen Hintergrundtönen bestückt. Dabei handelt es sich nicht nur um eine preisgünstige Variante, sondern die vielen Fugen würden auch dazu beitragen, die Rutschgefahr zu verringern.

Das gesamte Bad wird barrierefrei

Für die Deckenausführung einigten sich die Räte auf eine Akustikdecke, der schalldämpfendsten und kostensparendsten der ins Auge gefassten Varianten. Sie ist rund 20 000 Euro günstiger als eine Folienspanndecke mit hinterlegter Schalldämmung und circa 10 000 Euro billiger als die reine Folienspanndecke. Im Bereich des Schwimmbeckens und des Beckenumgangs wird die Decke auf unterschiedliche Höhen abgehängt, so dass im Bereich der Abstufung ein „Lichtband“ angebracht werden kann.

Was die Gestaltung des Eingangsbereichs und den Vorplatz anbelangt, so fiel die Entscheidung auf die „Variante 1“, bei der ein hinterleuchtetes L-förmiges Element zum Einsatz kommt, in dem Briefkasten, Sprechkasten und Klingel untergebracht werden. Zusätzlich werden im Außenbereich zwei Bänke angebracht. Und selbstverständlich, betonte Richter, sei nicht nur der Zugang, sondern das gesamte Bad barrierefrei. Geplant ist, das Hallenbad mit einer Chlorsalzanlage auszustatten, die mit herkömmlichem Salz beschickt wird.

Für öffentliche Bäder sei Chlor als Desinfektionsmittel vorgeschrieben, zudem gebe es aufgrund seiner Depotwirkung und hohen Desinfektionsgeschwindigkeit keine Alternative. Das für das Bad notwendige Chlor werde dann in einer Elektrolyseanlage erzeugt. Sie koste zwar rund 15 000 Euro mehr als die ursprünglich geplante Chlorgranulatanlage, jedoch sei das Salz, welches zur Herstellung benötigt werde, günstiger als Chlorgranulat. Somit amortisiere sich die Anlage in circa sechs Jahren.

Im August/September 2021 kann der Probebetrieb starten

Nach dem von Gerhard Richter vorgelegten Bauzeitenplan können die Bauarbeiten Mitte November öffentlich ausgeschrieben und im kommenden Januar und Februar vom Gemeinderat vergeben werden. Baubeginn wäre dann im März 2020, so dass im August/September 2021 der Probebetrieb starten und das Bad schließlich wieder für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Erleichtert wurde dem Gemeinderat seine Entscheidung durch die Stellungnahme des Kämmerers, der versicherte, die für 2019 und 2020 jeweils eingeplanten drei Millionen Euro reichten aus, um das Projekt auf Grundlage der aktuellen Kostenberechnung zu finanzieren.


Schwimmer befürchten Austrittswelle

Mit einem Hilferuf hatte sich die Schwimmabteilung des SC Korb an den Gemeinderat gewandt. Der Verein befürchtet eine Austrittswelle im dreistelligen Bereich, sollte es nicht gelingen, ein Alternativprogramm zu organisieren. Hoffnungen, die von Bürgermeister Jochen Müller allerdings gedämpft wurden: Sowohl SC wie auch DLRG könnten mit dem Verständnis und der Kooperationsbereitschaft der Gemeinde rechnen und seien in die Planungen stets mit eingebunden. Allerdings sei es schwierig, Ersatzschwimmflächen in den Nachbarkommunen zu finden.