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Die Wohnungen im Kleinheppacher Dorfgemeinschaftshaus nennt der Ortsvorsteher „sehr teuer“

Dorfgemeinschaftshaus
Das Dorfgemeinschaftshaus in Kleinheppach steht an der Stelle, wo einst das Alte Rathaus stand. © Gabriel Habermann

Die öffentlichen Räume im Dorfgemeinschaftshaus in Kleinheppach sind bezugsfertig, freut sich Ortsvorsteher Gerhard Liebhard. Auch die Wohnungen in dem Gebäude sollen bald fertig werden. Den Kaufpreis nennt Liebhard allerdings „sehr teuer“. Kritik gibt es aber nicht nur am Preis.

Die Arbeiten im Dorfgemeinschaftshaus sind weit fortgeschritten. Die Regale in der künftigen Ortsbücherei im Erdgeschoss werden bereits aufgebaut, der Umzug wird bald stattfinden. Außerdem sollen hier auch das Steinzeitmuseum und das Büro des Ortsvorstehers sein.

Vor allem darf sich Kleinheppach aber auch über den Einzug einer Arztpraxis in das Gebäude freuen. Die Allgemeinärztin Anke Menikheim, die bereits in Bittenfeld eine Praxis hat, wird in Kleinheppach einen zweiten Standort eröffnen. Darüber freut sich der Ortsvorsteher besonders. Damit habe Kleinheppach nun eine eigene Anlaufstelle in Sachen medizinischer Versorgung. Bereits im Januar plane Menikheim einzuziehen.

Eine Wohnung für 691 500 Euro

Doch der große Bau bietet vor allem auch eine Menge Wohnraum. Zehn Wohnungen sollen im März fertig sein. Schwindelig wird manch einem allerdings beim Blick auf die Kaufpreise. Der Preis für eine Zweizimmerwohnung mit rund 65 Quadratmetern beträgt zwischen 358 000 und 362 100 Euro. Für die teuerste Wohnung in dem Komplex mit rund 128 Quadratmetern sind es sogar ganze 691 500 Euro (Stand 10.10.). Die Preise nennt der Ortsvorsteher „sehr teuer“, wer sie bezahlen soll, sei ihm unklar. Allerdings verweist er auch auf den gehobenen Standard. Überall gebe es eine Fußbodenheizung, die Balkone seien riesig und die Tiefgaragenplätze beispielsweise sehr komfortabel.

Ursprünglich seien vor allem kleine Wohnungen mit Aufzug für ältere Menschen gedacht gewesen, erklärt er. Als die Entscheidung vor zwei Jahren getroffen worden sei, die Fläche an die Kreisbau zu verkaufen, da sei noch nicht absehbar gewesen, dass die Preise derart hoch seien. Trotzdem sei es die richtige Entscheidung gewesen, die Fläche zu verkaufen, meint Liebhard. Bislang scheint der Preis wohl auch noch so manchen potenziellen Käufer abzuschrecken. Mitte November waren noch fast alle der Wohnungen zu haben.

Zum aktuellen Stand wollte die Kreisbaugruppe aber nichts sagen. „Wir sind mittendrin in der Vermarktung der Wohnungen“, teilte Leonie Ries, die Pressesprecherin, mit.

Wenige Angebote von Baufirmen

Die Kreisbaugesellschaft erklärt die hohen Kosten unter anderem damit, dass es besondere Sicherungsmaßnahmen brauchte, weil sich das Gebäude nah am Nachbargrundstück befindet. Außerdem seien nur wenige Angebote von Baufirmen eingegangen, was zu entsprechend hohen Kosten geführt habe. Im Übrigen handle es sich um hochwertige Wohnungen. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei 6,75 Millionen.

Lange Diskussionen um das Projekt

Der Neubau hatte im Ort nicht nur Anhänger. Denn dort, wo inzwischen das Dorfgemeinschaftshaus steht, stand bis zu seinem Abriss das Alte Rathaus von Kleinheppach. Eine Bürgerinitiative hatte sich vor dem Abriss dafür eingesetzt, den historischen Geist des Gebäudes in der Fassade zu erhalten. Lange wurde diskutiert. Der Kompromiss schließlich: das Mittelstück ähnlich einem Fachwerkgebäude zu gestalten und die beiden Flügel entsprechend daran anzupassen. Die dunkelroten Fensterläden am Mittelteil finden sich auch am modern gestalteten Flügel.

Kritiker zieht Vergleich mit einem Krankenhaus

Einer, der sich damals gegen das Projekt engagierte und in der Nähe wohnt, sieht das Vorgehen und den Bau nach wie vor kritisch, möchte aber lieber nicht mit seinem Namen in der Zeitung stehen. Vor allem die wuchtigen Flügel erinnerten ihn an ein Krankenhaus oder Finanzamt. Vor allem diejenigen, die schon lange im Ort leben, hätten das Projekt kritisch verfolgt, erzählt er. Doch immerhin sei ein Kompromiss erreicht worden. Das Giebeldach sei positiv zu bewerten, auch wenn die schwarzen Ziegel sich aus seiner Sicht weniger gut in das Ortsbild mit seinen hauptsächlich roten Ziegeln einfügten. Doch der Mann aus Kleinheppach ist im Nachhinein froh, mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern gekämpft zu haben. „Es hätte noch schlimmer kommen können“, sagt er.

Die öffentlichen Räume im Dorfgemeinschaftshaus in Kleinheppach sind bezugsfertig, freut sich Ortsvorsteher Gerhard Liebhard. Auch die Wohnungen in dem Gebäude sollen bald fertig werden. Den Kaufpreis nennt Liebhard allerdings „sehr teuer“. Kritik gibt es aber nicht nur am Preis.

Die Arbeiten im Dorfgemeinschaftshaus sind weit fortgeschritten. Die Regale in der künftigen Ortsbücherei im Erdgeschoss werden bereits aufgebaut, der Umzug wird bald stattfinden. Außerdem sollen hier auch

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