Korb

Erneut Gewalt in der Flüchtlingsunterkunft Brucknerstraße in Korb

Asylbewerberwohnheim
Die Anschlussunterbringung in der Brucknerstraße. © Benjamin Büttner

In den vergangenen zwei Monaten ist es erneut zu Vorfällen mit Bewohnern der Asyl-Anschlussunterkunft in der Brucknerstraße gekommen. Das hat das Integrationsteam in seinem jüngsten Bericht dem Gemeinderat mitgeteilt. Für viele Vorfälle ist der Bewohner verantwortlich, der schon früher immer wieder negativ aufgefallen war und deswegen auch wiederholt vor Gericht stand. Doch auch mit anderen Bewohnern gab es Streit.

Neuer Integrationsmanager mit Rotwein überschüttet

Korb hat momentan keinen Integrationsbeauftragten. Die Stelle ist seit Anfang Mai unbesetzt, wurde nun aber erneut ausgeschrieben. Seit April ist allerdings ein neuer Integrationsmanager im Dienst: Wolfram Deterding unterstützt die Integrationsmanager Gabriele Sigloch und Gregory Mock bei ihrer Arbeit mit den Asylbewerbern. Gleich in der ersten Woche kam es laut Bericht des Integrationsteams zur Auseinandersetzung mit dem schon mehrmals auffällig gewordenen Bewohner der Brucknerstraße: Dieser habe den neuen Integrationsmanager mit seinen Krücken angegriffen und „massiv bedroht“. Bei einem anderen Zwischenfall schüttete der Bewohner demnach Rotwein über Deterdings Kleidung.

In der Unterkunft hat der Mann aus Gambia in den vergangenen Monaten mehrmals eigenmächtig das Schloss zu seinem Zimmer getauscht und ein weiteres Schloss mit einer Zange demoliert. Außerdem wurden in mehreren Bädern Heizlüfter von der Wand abgeschlagen – ob das ebenfalls auf die Rechnung des besagten Bewohners geht, ist allerdings unklar. Fest steht, dass er einen Techniker beim Reparieren der Dusche bedroht hat. Außerdem habe er das Auto des Technikers mit Rotwein übergossen und versuchte, die Luft aus den Reifen zu lassen und mit einem Messer die Reifen zu zerstechen, so der Bericht: „Andere Bewohner und der Integrationsmanager hinderten ihn an diesem Vorhaben, indem sie ihn vom Auto wegzogen.“

Vandalismus vor dem Korber Rathaus

Die Sachbeschädigungen beschränken sich neuerdings aber nicht mehr nur auf den Bereich der Anschlussunterbringung in der Brucknerstraße: Der Mann habe kürzlich auch vor dem Rathaus randaliert, berichtet das Integrationsteam. Dort sei er für ausgeschüttete Pflanzkübel verantwortlich, außerdem habe er am Rathauseingang die Treppe, die Eingangstür sowie Sprechanlage und Klingel mit Rotwein überschüttet.

Die Gemeinde hat erneut Anzeige gegen den Mann erstattet, weitere Anzeigen wegen Sachbeschädigung stehen noch aus, sobald die Schadenshöhe feststeht. „Aufgrund des in letzter Zeit irrationalen und unverhältnismäßigen Verhaltens des Bewohners wird derzeit eine Begutachtung seines psychischen Zustandes angestrebt“, schreibt das Integrationsteam. „Es bleibt zu hoffen, dass weitere Vorfälle und Schäden vermieden werden können, indem der Bewohner in Gewahrsam genommen oder in das Zentrum für Psychiatrie eingewiesen wird.“ Ende Januar hatte das Waiblinger Amtsgericht den damals 26-Jährigen zu gut sechs Monaten Haft verurteilt, die der Angeklagte eigentlich schon eine Woche später antreten sollte. Gegen dieses Urteil hat der Mann aber wohl Rechtsmittel eingelegt.

Corona-Party im Flüchtlingsheim

Doch auch mit anderen Bewohnern der Brucknerstraße hatte es zuletzt Schwierigkeiten gegeben. Unter anderem mit zwei Familien, die sich über Wasserschäden in ihren Zimmern beschwert hatten, sich laut Bericht aber wenig kooperativ zeigten: So sei der eine Familienvater sehr aufgebracht am Bürgerbüro erschienen und habe dort gegen die Scheibe gehämmert. „Da er mit seinem Verhalten Bürger und Mitarbeiter verschreckte und keine Mund-Nasen-Bedeckung trug, wurde er nicht hineingelassen“, so der Integrationsbericht.

Im anderen Fall verweigerte die Mutter dem Techniker wiederholt den Zutritt zu den Zimmern der Familie, in denen sich der vermeintliche Wasserschaden befand, und bedrohte diesen mit einem Teppichmesser. Beide Familien sind mittlerweile aber aus der Brucknerstraße ausgezogen, die zweitere lebt nun nicht mehr in Korb. Des Weiteren musste die Polizei eine Familie wegen häuslicher Gewalt räumlich trennen.

Auch eine Corona-Party soll es in der Anschlussunterbringung gegeben haben: „In der Küche im Erdgeschoss hielten sich sowohl Bewohner beider Stockwerke als auch Gäste von auswärts auf. Da die ehrenamtliche Person, die den Vorfall beobachtet hat, in der Vergangenheit schon einmal körperlich angegriffen wurde, wurde die Polizei nicht verständigt.“ Die Bewohnerin, die an diesem Tag für die Verpflegung der Partygäste sorgte, verkaufe an andere Bewohner seit einiger Zeit Lebensmittel aus einer großen Gefriertruhe. „Derzeit wird geprüft, ob es sich um ein illegales Gewerbe handelt.“

In den vergangenen zwei Monaten ist es erneut zu Vorfällen mit Bewohnern der Asyl-Anschlussunterkunft in der Brucknerstraße gekommen. Das hat das Integrationsteam in seinem jüngsten Bericht dem Gemeinderat mitgeteilt. Für viele Vorfälle ist der Bewohner verantwortlich, der schon früher immer wieder negativ aufgefallen war und deswegen auch wiederholt vor Gericht stand. Doch auch mit anderen Bewohnern gab es Streit.

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Neuer Integrationsmanager mit Rotwein

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