Korb

Erst Gewerbesteuer-Rekord, dann Corona-Krise: Wie lange währt die Freude in Korb?

Gewerbesteuer
Das Gewerbegebiet Riebeisen hat gewiss seinen Teil zum Steuer-Rekord in Korb beigetragen. © Alexandra Palmizi

Noch nie hat die Gemeinde Korb so viel Geld aus der Gewerbesteuer eingenommen wie im vergangenen Jahr. Satte 3,6 Millionen stehen zu Buche, doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren. Überhaupt kann sich die Jahresrechnung 2019 sehen lassen, die Kämmerer Stefan Obenland vor wenigen Tagen präsentiert hat. Doch vor die strahlenden Zahlen drängen sich düstere Gewitterwolken: Wegen der Coronakrise rechnet der Korber Finanzchef mit „massiven Auswirkungen“ auf die Gemeinde.

„Korb liegt nicht auf einer Insel der Glückseligen“

Öffentlich beziffern lassen sich diese Auswirkungen noch nicht. Hier gilt es zunächst den Finanzzwischenbericht für das laufende Jahr abzuwarten, den Stefan Obenland in zwei Wochen öffentlich im Gemeinderat vorstellen wird. Berichte aus verschiedenen anderen Kommunen lassen aber nichts Gutes vermuten – die Ausfälle gehen mitunter in die Millionen. Das weiß auch der Korber Rathauschef Jochen Müller, der nach der Präsentation des überaus positiven Jahresberichts 2019 durch seinen Kämmerer im Gemeinderat am vergangenen Dienstag, sagte: „Ich möchte nicht zu viel Wasser in den Wein gießen, aber eins ist klar: Korb liegt nicht auf einer Insel der Glückseligen. Auch hier ist Corona zu spüren.“

Schlüsselzuweisungen werden deutlich zurückgehen

Tatsächlich sei Korb enorm abhängig von der Konjunktur im Land, sagt Kämmerer Stefan Obenland. Vor Ort lasse sich vieles gar nicht entscheidend beeinflussen. So machen die Schlüsselzuweisungen und der Anteil an der Einnahmesteuer traditionell einen großen Teil der Einnahmen aus. Die Schlüsselzuweisungen lassen sich mit dem Länderfinanzausgleich vergleichen: Korb gehört zu den Profiteuren, die weniger in den Topf einzahlen, als sie ausgezahlt bekommen. „Aber wenn weniger Masse da ist, kann weniger verteilt werden“, sagt Stefan Obenland. Dass die Erträge aus der Einnahmesteuer ebenfalls zurückgehen, spürt Korb schon heute.

So stellen die mittlerweile absehbaren wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise den guten Abschluss 2019 – positives Rechnungsergebnis, mehr als zwei Millionen Euro aus Bauplatzverkäufen, Gewerbesteuer-Rekord – also doch in den Schatten. Und selbst bei der Gewerbesteuer tritt der Kämmerer auf die Euphoriebremse: „Ich rechne damit, dass das ein Ausreißer war“, sagt Stefan Obenland. „Die Gewerbesteuer kommt in der Regel um zwei Jahre zeitverzögert“, die „sensationellen“ (Zitat Gemeinderat Martin Zerrer, CDU) 3,6 Millionen Euro speisten sich also hauptsächlich aus Nachzahlungen der Firmen aus den „Boom-Jahren“ 2017/2018. Der Planansatz für die Gewerbesteuereinnahmen für das Jahr 2020 liegt wieder auf Normalniveau: bei 2,8 Millionen Euro.

Schon 2019 habe die Konjunktur allerdings „eine Delle“ bekommen (weshalb auch die Einkommenssteuereinnahmen etwas geringer ausfielen als gedacht: immer noch ordentliche rund 7,7 Millionen Euro statt der erwarteten rund 8,2 Millionen Euro). Umso besser, dass Korb noch zehn Millionen Euro auf der hohen Kante hat, oder? „Das Geld, das auf der Bank liegt, ist komplett verplant“, sagt Stefan Obenland. Es wird in den kommenden Jahren sukzessive in Investitionsvorhaben der Gemeinde fließen.

Mögliche Haushaltsdefizite in den kommenden Jahren lassen sich allerdings ausgleichen mit den knapp vier Millionen Euro Überschuss im Gesamtergebnishaushalt 2019, die in die Rücklage fließen.

Kleinreden sollte man das gute Ergebnis für das Jahr 2019 also nicht. In welche Richtung Korb finanziell steuert, lässt sich dann nach der Ratssitzung am 14. Juli genauer bestimmen.

Noch nie hat die Gemeinde Korb so viel Geld aus der Gewerbesteuer eingenommen wie im vergangenen Jahr. Satte 3,6 Millionen stehen zu Buche, doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren. Überhaupt kann sich die Jahresrechnung 2019 sehen lassen, die Kämmerer Stefan Obenland vor wenigen Tagen präsentiert hat. Doch vor die strahlenden Zahlen drängen sich düstere Gewitterwolken: Wegen der Coronakrise rechnet der Korber Finanzchef mit „massiven Auswirkungen“ auf die Gemeinde.

„Korb liegt nicht

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