Korb

Erste-Hilfe-Kurs für Korber Kindergartenkinder in der "Villa Kunterbunt"

Ersten Hilfe Kurs
Was tun, wenn sich Puppe Miri den Finger verbrannt hat? Erst mal unters kalte Wasser halten. © ALEXANDRA PALMIZI

Ein rund dreistündiger Erste-Hilfe-Kurs für Kindergartenkinder? Das klingt beim ersten Hören etwas viel verlangt. Aber Nina Siegle und Heidrun Helmuth vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) haben ihre ganz eigene Art, die Kinder in ihren Bann zu ziehen. So haben nun alle Kindergartengruppen der Kita „Villa Kunterbunt“ den Kurs mitmachen dürfen – zuletzt die Gruppe „Taka-Tuka-Land.“ Wir haben uns vor Ort angeschaut, was Erste Hilfe für Drei- bis Sechsjährige bedeutet.

Die Notrufnummer lernen mit einem Zählspiel

Was tun, wenn sich jemand so schlimm verletzt, dass es ein Notfall ist und der Krankenwagen kommen muss? „Eins, eins, zwei“, rufen die Kinder im Chor, strecken dabei erst den einen Daumen, dann den anderen nach vorn, strecken beide Daumen vor für die Zwei. Mit diesem kleinen Zählspiel haben sie sich die Notrufnummer 112 im Nu gemerkt. Auch die Kinder, die noch nicht so gut zählen können.

Nina Siegle und Heidrun Helmuth haben viel Erfahrung im Umgang mit Kindergartenkindern, das merkt man sofort. Obwohl sie die Gruppe gar nicht kennen, bauen sie schnell ein Vertrauensverhältnis zu den Kindern auf, indem sie sie beim Namen aufrufen, sie Situationen mit Spielautos und Puppen abwechselnd nachspielen lassen, auf ihre Wortmeldungen eingehen. Sie stehen nicht vorn und erzählen, sie binden die Kinder in jede einzelne Alltagssituation, die sie durchgehen, aktiv mit ein.

Kinder spielen mit der "Familie Müller" Alltagssituationen nach

Als roter Faden zieht sich die Geschichte der Familie Müller durch den Kurs: eine Familie mit einem Bub und einem Mädchen im Kindergartenalter und einem Hund. Den Kindern Miri und Max passiert in der Geschichte der ein oder andere kleine Unfall: Miri fällt hin, als sie ohne Hausschuhe durch den Flur rennt und ausrutscht, Max klemmt sich den Finger in der Leiter seines Spielzeug-Feuerwehrautos ein, sogar Gypsy, der Hund, hat ein Aua, als ihn eine Biene in die Schnauze sticht.

Die Geschichte haben die beiden DRK-Mitarbeiterinnen als Bilderbuch dabei, die Kinder und den Hund gibt es aber auch als Puppen und Plüschtier.

Auch einen kleinen Plüscheisbär mit dem Kühlpack im Bauch, wie er im DRK-Bilderbuch gezeichnet ist, haben die Kursleiterinnen mitgebracht. „Wo wohnt denn der Eisbär?“, fragt Nina Siegle die Kinder. „Am Nordpol“, weiß ein Mädchen. „Ne, im Kühlschrank“, meint ein Junge. Ob er denn auch weiß, wo hier in der Kita das Kühlpad ist? Der Junge nickt: auch im Kühlschrank, natürlich.

Kühlen und Trösten 

Für den Kurs wohnt der kleine Eisbär in einem kleinen Kühlschrank aus Karton, der in der Mitte des Stuhlkreises steht. Die Kinder spielen abwechselnd die Unfallsituationen mit den Puppen nach. Wenn sich Miri, Max oder Gypsy verletzen, wird der Eisbär aus dem Kühlschrank geholt.

Außerdem haben Mama und Papa Müller auch immer eine „Trösti-Spruch“ bereit, den die Kinder gemeinsam aufsagen. Denn den Verletzten zu trösten ist eigentlich noch wichtiger als das Kühlen, lernen die Kinder. Am Ende jeder Szene darf ein Kind den kleinen Eisbären zurück ins Kühlfach packen. So lernen die Kinder auch gleich, dass es wichtig ist, das Kühlpad nach dem Gebrauch wieder zurück in den Kühlschrank zu tun.

Eltern haben den Kurs finanziert

Damit die Notrufnummer 112 auch richtig verinnerlicht wird, dürfen die Kinder dann noch ein Handy basteln, auf dessen „Display“ die Nummer angezeigt wird. Außerdem dürfen sie sich im letzten Teil des Kurses noch gegenseitig verbinden. Das ist immer ein großer Spaß, weiß Kita-Leiterin Angelika Müller. Sie ist froh, dass der Kurs dieses Jahr stattfinden kann – gerade in Corona-Zeiten ist es für die Kinder eine willkommene Abwechslung. In den Jahren vor Corona hat das DRK in der „Villa Kunterbunt“ nur die ältesten Kinder in Erster Hilfe unterrichtet.

Weil die Gruppen nicht durchmischt werden dürfen, gab es den Kurs dieses Jahr für alle drei Kindergartengruppen. Das hat ein Elternpaar möglich gemacht: Die Eltern eines Kindes haben die Kursgebühr für alle drei Gruppen gespendet. Die Gebühr beträgt drei Euro pro Kind. Dafür sei der Kindergarten den Eltern sehr dankbar, so Angelika Müller.

Der Kurs mit den „Taka-Tukas“ war der letzte dieses Kindergartenjahr, die Gruppen „Langstrümpfe“ und die „Pipi-Lottas“ waren schon dran. Bei den Kindern bleibe definitiv so einiges hängen, sagt die Kindergarten-Leiterin. „Und die machen das so toll“, lobt sie die beiden DRK-Kursleiterinnen.

Ein rund dreistündiger Erste-Hilfe-Kurs für Kindergartenkinder? Das klingt beim ersten Hören etwas viel verlangt. Aber Nina Siegle und Heidrun Helmuth vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) haben ihre ganz eigene Art, die Kinder in ihren Bann zu ziehen. So haben nun alle Kindergartengruppen der Kita „Villa Kunterbunt“ den Kurs mitmachen dürfen – zuletzt die Gruppe „Taka-Tuka-Land.“ Wir haben uns vor Ort angeschaut, was Erste Hilfe für Drei- bis Sechsjährige

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