Korb

Frühlingsfest bei Regenwetter: Korber Bienenflug fällt ins Wasser

Bienenflug
Der „Bienenflug“ am verregneten Sonntag: Eher etwas für Hartgesottene mit Regenschirm. © Gabriel Habermann

Die Bienen sind am Sonntag in Korb nicht ausgeflogen. Temperaturen im einstelligen Bereich, dazu ein geradezu klassischer „Salzburger Schnürlregen“ hielten sie in ihren Körben und Stöcken zurück.

Die Geschäfte hatten am Sonntag offen

Ähnlich hielten es auch die Menschen. Damit wurde es auch nichts mit der von Bürgermeister Jochen Müller so sehr herbeigewünschten Rückkehr „zu den guten alten Zeiten, mit den besten Angeboten aus verkaufsoffenen Geschäften, einem vielseitigen Krämermarkt und kulinarischen Feinheiten“, mit deren Vielfalt der Einstieg in ein soziales Miteinander versüßt werde.

Dass von dem Sonntagsgeschehen zwischen Seeplatz und Kelter wenigstens etwas von dem von Reiner Äckerle vom Bund der Selbstständigen besonders für die kleineren und mittleren Unternehmen herbeigesehnten neuen Anstoß für die Übernahme einer zukunftsgerichteten, kundenorientierten Rolle ausging, lag an den Geschäftsinhabern, die ihre Türen für die Kundschaft geöffnet hatten und zum Erleben, Einkaufen und Genießen einluden.

Elektro Heinrich feiert Rückkehr mit Reparatur-Service

Unter einem der Pavillons am Straßenrand bot auch das Korber Urgestein Manfred Heinrich verschiedene Elektrokleingeräte feil.

Eigentlich sei er jetzt ja im Ruhestand, sein Elektrogeschäft habe er geschlossen, erzählte er. Aber er könne sich doch nicht einfach dem süßen Nichtstun hingeben, weswegen er einen neuen Betrieb angemeldet habe, zur Reparatur von Elektrogeräten.

Geräte reparieren, statt immer neue zu kaufen

Dabei handle es sich sozusagen um eine Rückkehr in die Zeit, als er eine Lehre absolvierte. Damals habe man systematisch das Reparieren von Elektrogeräten lernen müssen, die Haushaltsgerätehersteller selbst hätten sogar regelmäßig Lehrgänge angeboten, um es dem Einzelhandel zu ermöglichen, auf diese Art und Weise die Lebens- und Nutzungsdauer der Geräte zu verlängern.

Damals habe die Prämisse noch auf Nachhaltigkeit gelegen, heute stehe die Umsatzsteigerung im Mittelpunkt, bedauerte Heinrich.

Die Kinder drängen nach draußen

Was den Bienenflug anbelange, so sei es schade, dass das Wetter nicht mitspiele, nachdem bereits der eigentliche Termin im März damals coronabedingt verschoben werden musste.

Die Korber würden sich aber auch von schlechtem Wetter nicht von einem Besuch abhalten lassen, gab sich Heinrich zuversichtlich. Die zuverlässigsten Festbesucher seien die Kinder. Sie würden herausdrängen und dabei auch ihre Eltern und Geschwister mitziehen.

Kaum Besucher von auswärts, trotzdem alles zugeparkt

Wer allerdings fernbleiben würde, das seien die zahlreichen Gäste, die bei schönem Wetter von außerhalb nach Korb strömten.

Auf die Frage, weshalb der Ortskern dennoch vollkommen zugeparkt sei, meinte er, dass bei schönem Wetter die Festbesucher ihre Autos außerhalb stehen lassen und in den Ortskern hineinspazieren – bei Regen versuche man, so nahe an das Geschehen heranzufahren, wie nur irgendmöglich.

Wetter hin, Wetter her, für ihn sei der „Bienenflug“ auf alle Fälle ein Erfolg. Schließlich komme es in erster Linie darauf an, an einem solchen Tag mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, zu sehen und gesehen zu werden, alte Bekanntschaften zu erneuern und neue zu schließen.

Neus "Café im Hof" noch ziemlich unbekannt

Weniger gesehen wurde an diesem Tag leider das erst am 2. April neu eröffnete „Café im Hof“, dessen Zugang sich direkt neben Heinrichs Pavillon befand. Sie habe sich damit einen lange gehegten Traum erfüllt, berichtete Gastgeberin Andrea Tramer.

Es handle sich dabei nicht einfach nur um ein Café, auch nicht „nur“ um ein mobiles Café, das auf Märkten und Veranstaltungen stehe, sondern um ein „Nostalgie-Café“, mit dem das Flair und die Erinnerung an vergangene Zeiten wachgehalten werden sollen. Wer ihre Spezialität kennenlernen möchte, in Gusseisenformen gebackene „Kräpfle“, der sei herzlich eingeladen, sie mittwochnachmittags in ihrem Korber Atelier zu besuchen.

"Nachtwanderer" wollen für Präsenz auf Korber Straßen sorgen

Keine Waren oder Dienstleistungen boten dagegen unter ihrem Pavillon die Korber „Nachtwanderer“ an: eine Bürgerinitiative, die ursprünglich aus Schweden stamme. Deren Mitglieder seien freitagnachts in Korb unterwegs, weder als „Hilfssheriffs“ noch als „Bürgerwehr“, war auf Nachfrage zu erfahren.

Es gehe darum, allein durch Präsenz und Erkennbarkeit als Ansprechpartner für Jugendliche und junge Erwachsene zur Verfügung zu stehen, Vertrauen aufzubauen, Hilfe und Unterstützung anzubieten und dadurch das soziale Klima zu verbessern.

Nachmittags lässt der Regen nach 

Sie würden sich freuen, wenn sie Verstärkung bekämen, mit dem Fernziel, künftig nicht nur freitags, sondern idealerweise auch samstags in der Nacht durch Korb zu wandern und so das Sicherheitsbedürfnis und letztendlich das Gemeinwesen zu stärken.

Ein Lichtblick nicht nur für die Nachtwanderer, sondern für den gesamten Krämermarkt tat sich dann aber doch noch am Nachmittag auf, als zwar nicht die Sonne durchbrach, aber wenigstens der Regen kurz aufhörte.

Eine gute Gelegenheit, fand ein junges Paar, das mit dem einjährigen Töchterchen im Kinderwagen unterwegs war, sich doch noch mit süßen Leckereien für die Kaffeestunde in den gemütlichen eigenen vier Wänden einzudecken. Und dass sie bei dieser Gelegenheit auch das eine oder andere bekannte Gesicht sehen würden, da seien sie sich sicher.

Die Bienen sind am Sonntag in Korb nicht ausgeflogen. Temperaturen im einstelligen Bereich, dazu ein geradezu klassischer „Salzburger Schnürlregen“ hielten sie in ihren Körben und Stöcken zurück.

Die Geschäfte hatten am Sonntag offen

Ähnlich hielten es auch die Menschen. Damit wurde es auch nichts mit der von Bürgermeister Jochen Müller so sehr herbeigewünschten Rückkehr „zu den guten alten Zeiten, mit den besten Angeboten aus verkaufsoffenen Geschäften, einem

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