Korb

Freibadspaß in Korb: Besucher schätzen das Familiäre im Bädle

Korber Bädle
Für den Badespaß von Großheppach nach Korb gekommen: Uschi Kroszewski mit ihren Enkelsöhnen Marcus und Lucas. © Alexandra Palmizi

Ein angebissener Donut mit Schokosoße und bunten Streuseln treibt im Schwimmbecken im Korber Bädle: Doch dabei handelt es sich nicht um echtes Gebäck, sondern um einen aufgeblasenen Schwimmring. „Ich lege den Ring und du springst hinein“, ruft Marcus (10) seinem Bruder Lucas (9) zu. „Marcus, du musst aber weg, wenn Lucas springt“, ermahnt die Großmutter Uschi Kroszewski ihre beiden Enkelkinder, während sie am Beckenrand sitzt und ihnen zuschaut und zujubelt. „Wir sind heute das erste Mal hier“, sagt die Großheppacherin. „Und wir sind ganz arg begeistert.“ Gleicher Meinung sind auch die beiden Brüder, die nacheinander ins Wasser springen. „Ich muss für das Sprungbrett nicht lange anstehen“, sagt der zehnjährige Marcus – das bereite ihm am meisten Spaß.

Besucher aus Frankfurt

Dass es nicht überlaufen und überschaubar ist, schätzen viele Gäste im Korber Freibad in der Steinstraße. So auch Emma Weiser (22) und Lilli Weiser (18) aus Frankfurt. Die beiden Schwestern besuchen für einige Tage ihre Großeltern in Korb. „Ein süßes, kleines Freibad mitten in der Ortschaft“, sagt die 22-Jährige – das gebe es nicht überall. „In Frankfurt sind es ganz andere Dimensionen“, sagt sie, während sie auf einem Handtuch auf der Wiese liegt und ein Buch liest, „hier kennt jeder jeden. Es ist vertrauensvoller.“

„Dass es hier warme Duschen gibt, ist ein großes Plus“

Das Korber Bädle hat es auch Lilli Weiser angetan. Für sie sei es die Bestätigung, dass man nicht unbedingt große Anlagen mit Riesenrutschen brauche, um Spaß zu haben, findet die 18-Jährige. „Dass es hier warme Duschen gibt, ist ein großes Plus.“

Begleitet werden die beiden jungen Frauen von ihren Großeltern Gudrun und Manfred Plocher. „Ich bin begeistert vom Bädle, von der familiären Atmosphäre und dem sauberen Wasser“, sagt Gudrun Plocher, die Mitglied im Korber Bädlesverein ist. Eigenen Angaben zufolge sei die Korberin nahezu fast jeden Tag im Freibad – meistens mit ihren Freundinnen. „Ich bin kein großer Schwimmer“, beteiligt sich ihr Ehemann am Gespräch, der neben seiner Frau auf einer Bank sitzt, „aber mir gefällt die Institution, die Albert Heinrich ins Leben gerufen hat. Dass es so viel Beifall und Zuspruch gibt, freut mich.“

Unter einem schattigen Baum haben es sich die Badegäste Ursula Wöhrle und Doris Heinrich bequem gemacht. „So wie das Wetter mitmacht, sind wir hier“, sagt Ursula Wöhrle. Auch wenn sie selber das Bädle sehr schätze, könnte es für „ältere Kinder etwas langweilig sein“, vermutet sie, „weil es keine Rutsche und kein großes Sprungbrett gibt“. Aber für ihre Enkelkinder, die zwischen fünf und zehn Jahre alt sind, sei es ideal. „Wenn sie mal dabei sind, haben wir sie immer im Blick“, sagt die Korberin.

Kostenloser Schwimmkurs für Kinder

Doris Heinrich schätzt das Angebot des Bädlesvereins, dass er Kindern in den Sommerferien einen kostenlosen Schwimmkurs ermöglicht. „Mein Enkel hat zweimal mitgemacht und kann jetzt schwimmen“, freut sie sich.

Mitmachen durften auch in dieser Saison wieder viele Mädchen und Jungen. „Zehn Kinder haben den Kurs besucht und schwimmen gelernt“, teilt Albert Heinrich, Vorsitzender des Korber Bädlesvereins, der inzwischen fast 2000 Mitglieder hat, mit.

Zwar kann der zweijährige Aaron noch nicht schwimmen, dennoch rutscht er gerne die kleine rote Wasserrutsche hinunter ins Kinderschwimmbecken. Doch zunächst ist Vespern angesagt: Die vierköpfige Familie hat einen Sitzplatz in der Nähe des Kinderschwimmbeckens. „Wir sind letztes Jahr im Herbst nach Korb gezogen und sind das zweite Mal im Freibad“, sagt Edna Busch. Im Großen und Ganzen gefalle ihr das Freibad-Angebot. Nur: Bei der Kinderrutsche vermisse sie einen Wasserlauf, sagt sie, damit der Kleine auch ohne zusätzlichen Schwung seiner Eltern ins Becken gleiten kann.

16.000 Kilowatt Strom erzeugt

„Wir wollten das Kinderbecken erweitern, aber man kann nicht alles gleichzeitig machen“, erklärt Bädles-Chef Albert Heinrich. Wie bereits berichtet, nutzten die Vereinsmitglieder die Winterpause unter anderem dafür, um den großen Beckenrand zu erneuern sowie Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Bädles (Servicegebäude) zu installieren. Die Anlage mit 120 Modulen nahm der Verein Ende Mai in Betrieb. Mit ihr konnten eigenen Angaben zufolge bisher 16.000 Kilowatt Strom erzeugt werden. Dadurch sollen rund 15 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2-Emissionen) eingespart worden sein. Auch hat der Verein dafür gesorgt, dass der Kiosk-Bereich überdacht wird, damit bei jedem Wetter die Gäste essen und trinken können.

Kein Hundebadetag

Die Besucherzahl im Bädle in dieser Saison liegt Albert Heinrich zufolge bereits bei 25.000 Gästen. Das heißt, dass das Bädle den Jahresdurchschnitt an Besuchern schon erreicht hat. Bis September sollen die Korber noch im Freibad schwimmen können. Den Rest, ob das Bädle auch noch bis Oktober geöffnet hat, entscheide mehr oder weniger das Wetter. „Wir sind flexibel“, sagt Albert Heinrich. Dieses Jahr gibt es zwar keinen traditionellen Hundebadetag, dafür aber das Winterschwimmen.

Sein Blick schweift über das Freibad und die Grünfläche, auf der sich viele sonnen, miteinander plaudern, etwas lesen oder spielen. „Das Schöne ist, dass wir sowohl Gruppen als auch Familien haben“, sagt der Bädles-Chef. „Und dadurch, dass wir große Bäume haben, haben wir viel Schatten.“

Eine achtköpfige Gruppe, bestehend aus hauptsächlich Senioren, sonnt sich – fast im Kreis – auf Liegestühlen. „Es ist klein, aber fein. Und es passt perfekt. Im hohen Alter geht man immer zusammen ins Bädle, wir gehören praktisch schon zum Inventar“, sagt einer der Badegäste aus der Gruppe heraus. Seinen Namen möchte er nicht in der Zeitung lesen. Die Gruppe komme seit 2011 regelmäßig – extra aus Stuttgart – ins Bädle.

Man bekommt immer eine Liege

„Es ist sehr sauber hier, das mag ich sehr“, sagt Giarlino Maurizio. Dem 63-Jährigen sei es auch „um einiges lieber, als in volle Freibäder zu gehen, wo man noch nicht mal eine Liege bekommt“. Und fügt hinzu: „Hier ist mindestens eine Liege immer frei, als sei sie für mich reserviert.“

Unbezahlt ins Freibad gelangt

Weil sich immer mehr Leute unbezahlt Zugang ins Bädle verschafft haben, gibt’s nun am Eingang eine Kontrolle. So habe man vor drei Wochen einen Gewinnverlust von 150 Euro verhindern können, sagt Albert Heinrich.

Ein angebissener Donut mit Schokosoße und bunten Streuseln treibt im Schwimmbecken im Korber Bädle: Doch dabei handelt es sich nicht um echtes Gebäck, sondern um einen aufgeblasenen Schwimmring. „Ich lege den Ring und du springst hinein“, ruft Marcus (10) seinem Bruder Lucas (9) zu. „Marcus, du musst aber weg, wenn Lucas springt“, ermahnt die Großmutter Uschi Kroszewski ihre beiden Enkelkinder, während sie am Beckenrand sitzt und ihnen zuschaut und zujubelt. „Wir sind heute das erste Mal

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