Korb

Frust über „sinnlose Zerstörung“ am Korber Kopf: Unbekannte zünden Skulpturen an

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Die verkohlten Überreste der „Reh“-Skulptur – noch weniger ist vom „Hasen“ übrig geblieben. Der Ärger in Korb über die Brandstifter ist groß. © Gemeinde Korb/Manfred Schneider

Hunderte Arbeitsstunden und viel Herzblut haben die Schülerinnen des Waiblinger Staufer-Gymnasiums in ihr Kunst-Ensemble „Flora und Fauna“ gesteckt. Am Ende waren sie stolz, zwischen renommierten Bildhauern zur Freiluftausstellung „Köpfe am Korber Kopf“ beizutragen. Umso größer ist jetzt der Frust: Unbekannte haben zwei der Statuen, das „Reh“ und den „Hasen“, angezündet. Die Kunstwerke sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Einer weiteren Skulptur, der Figur der „Flora“, haben die Randalierer eine Hand abgerissen. Das berichtet die Korberin Ruth Messer, die sich mit ihrem Mann, dem Bildhauer Guido Messer, seit Jahren für den Skulpturenpfad engagiert, der längst zu einem Markenzeichen des Weinorts geworden ist.

Den Schaden an den Kunstwerken über den Weinbergen schätzt die Polizei auf mindestens 1000 Euro – wobei sich der emotionale Wert natürlich kaum berechnen lässt. Die Gemeinde hat Anzeige erstattet. Die Polizei nimmt Hinweise auf die Brandstifter unter 0 71 51/95 04 22 entgegen.

Schon 2009 wurde hier randaliert

Es ist nicht das erste Mal, dass auf dem Korber Kopf mutwillig Kunstwerke zerstört wurden. Schon 2009 haben Unbekannte rund um das dortige „Berghäusle“ randaliert, besonders schlimm war es im Jahr 2017. Schon damals war eine Skulptur der Kunstprofilklasse des Staufer-Gymnasiums betroffen. Mit der Polizei hatte das Rathaus deshalb vereinbart, dass der Bereich über den Weinbergen in den regelmäßigen Streifenplan aufgenommen werden soll. Was jetzt wieder einmal deutlich wurde: Komplett verhindern lassen sich derlei Ausbrüche „sinnloser Zerstörungswut“ (Zitat aus der Pressemitteilung der Gemeinde vom Dienstag) trotz aller Kontrollen nicht.

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So hat das „Reh“, ein Schülerkunstwerk für die „Köpfe am Korber Kopf“, ausgesehen, bevor es vor wenigen Tagen sinnloser Zerstörungswut zum Opfer gefallen ist. © Gemeinde Korb/Manfred Schneider

„In langen Arbeitsstunden Geschaffenes“ sei „durch zweifaches Feuerlegen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt“, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Korber Rathaus. Die beiden Figuren, Teil des Ensembles „Flora und Fauna“, hätten „seit Mai 2019 Spaziergängerinnen und Spaziergänger am Korber Kopf erfreut“. Gemeinsam mit den ehrenamtlich tätigen Akteuren der Projektgruppe „Köpfe am Korber Kopf“ stehe Bürgermeister Jochen Müller fassungslos vor der Frage, warum die Figuren niedergebrannt wurden, an denen neun Schülerinnen des Staufer-Gymnasiums ein halbes Jahr lang und unter dem Einsatz von mehr als 500 Arbeitsstunden gearbeitet haben.

Bereits am Donnerstag vergangener Woche seien bei einem Kontrollrundgang das verbrannte Gerippe des Rehs gefunden und das Fehlen des über zwei Meter hohen Hasen sowie der aus dem Boden ragenden Hand der „Flora“ bemerkt worden, berichtet die Verwaltung. Wie nun erste Ermittlungen ergeben hätten, dürfte das Reh an seinem Standort in Flammen gesetzt und der Hase rund 100 Meter bergabwärts in das „Berghäusle“ geschleppt und dort in Brand gesetzt worden sein.

„Wir fragen uns, welche kriminelle Energie in Menschen stecken muss, um derart sinnlose Zerstörung anzurichten“, schreibt die entsetzte Ruth Messer unserer Zeitung. Sie hofft, dass die Täter ermittelt werden können, wenn der Fall eine größere Öffentlichkeit erfährt.

Doch es ist leider sehr wahrscheinlich, dass diese Hoffnung enttäuscht wird. Das lehrt die Erfahrung aus ähnlichen Fällen von Vandalismus und Sachbeschädigung, zumal an abgelegenen Orten: Die Täter kommen meistens ungestraft davon.