Korb

Gemeinderat will keinen Skatepark

Skaterpark
In Waiblingen wird derzeit ein neuer Skatepark aufgebaut. Die alten Teile hätte die Stadt der Nachbargemeinde Korb überlassen – doch die mag sich den Park nicht leisten, weil ein entsprechender Platz erst für viel Geld angelegt werden müsste. © Palmizi / ZVW

Korb. Kein Weihnachtsgeschenk für Korber Skater: Die Gemeinde wird die ausrangierten Rampen und Hindernisse aus Waiblingen nicht übernehmen. Die hätte es zwar umsonst gegeben, doch einen geeigneten Platz für den Park haben die Korber nicht gefunden. Eine Fläche beim Stadion neu anzulegen hätte laut Rathaus 189 000 Euro gekostet.

„Danke, aber: nein, danke“, so lässt sich die Antwort der Gemeinde Korb auf das Angebot der Stadt Waiblingen zusammenfassen, die ausrangierten, wohl aber funktionstüchtigen Teile des abgebauten Skateparks beim Waiblinger Hallenbad zu übernehmen. Die Waiblinger lassen derzeit an selber Stelle einen neuen Park aufbauen – für satte 840 000 Euro soll’s darin alles geben, was das Skater-Herz aktuell begehrt.

Für den Korber Gemeinderat, dem in seiner letzten Sitzung vor der Weihnachtspause – auch angesichts der Neuverschuldung in den kommenden Jahren – überhaupt nicht danach war, Geschenke zu verteilen, war dieser Super-Park in der Nachbarstadt nur ein Grund mehr, keine eigene Anlage zu errichten. Schließlich könnten die Korber Skater, so die Argumentation, in Zukunft einfach nach Waiblingen fahren. Zwar hätte es die Rampen, Hindernisse und Halfpipes aus der Stauferstadt kostenlos gegeben, doch es mangelt den Korbern an einem geeigneten Platz.

Ein Standort am Kober Stadion wäre infrage gekommen

Der Park hätte eine Fläche von 800 bis 900 Quadratmetern benötigt. Untersucht wurde laut Verwaltung der Festplatz, der aber erstens zu klein und zweitens für weitere Systembauten – Stichwort: Flüchtlingsunterbringung – reserviert ist. Auch die Ecke Mansler/Brucknerstraße flog raus: Auf dem Eimergelände seien weitere Sportflächen, ein Kindergarten, Wohnmobilstellplätze oder Parkplätze geplant. Für einen Pausenhof sind die Skater zu laut, im Außenbereich sind keine entsprechenden Flächen vorhanden, das Regenüberlaufbecken in Kleinheppach darf nicht überbaut werden. Bliebe ein Standort, der sich „am besten für die mögliche Umsetzung der Skateanlage“ geeignet hätte: der südöstliche Bereich des Korber Stadions, wo sich derzeit eine Kugelstoßanlage befindet.

Insgesamt hätte es die Gemeinde 189 000 Euro gekostet, diesen Platz herzurichten, heißt es aus dem Rathaus. Korb hätte einen neuen Kredit aufnehmen müssen. Das lehnte der Gemeinderat fast geschlossen ab. „Der Standort ist sehr wertvoll“, sagte CDU/FW-Rat Martin Zerrer – hier könnte auch irgendwann ein Pflegeheim oder eine Schulerweiterung unterkommen. Regina Hauser (SPD) hielt die Anlage für „nicht super-attraktiv“ und schlicht zu teuer, Ulrike Ebke-Rieß (Grüne) gar für „völlig veraltet“ – Kosten und Nutzen stünden in keinem Verhältnis. Eberhard Negele (FB), der sich als Einziger enthielt, plädierte für eine „Interimslösung“ – einen befestigten Platz könne man immer gebrauchen und die Elemente im Zweifel auch wieder abbauen. Die restlichen Gemeinderäte stimmten gegen die Errichtung der Anlage.


Schüler waren dafür

Die Idee, die Skate-Elemente aus Waiblingen zu übernehmen, stammt aus der Korber Leitbildgruppe, in der sich Barbara Gehring vom HHC besonders in der Kategorie „Korb bleibt jung“ engagiert.
Bei einer Umfrage unter Korber Schülern fand Gehring heraus, dass der Jugend vor allem Angebote außerhalb von Vereinen fehlen.

Eine Skaterbahn wünschten sich 214 von 392 befragten Gemeinschaftsschülern. Gehring nahm Kontakt mit der Stadt Waiblingen auf und bekam die Zusage, dass Korb die Elemente haben könnte.