Korb

Gottesdienste im Lockdown: Was ist in Kernen und Korb geplant?

Weihnachten zuhause
Wie findet das Weihnachtsfest in Zeiten von Corona statt? © Gabriel Habermann

Im Frühjahr das Osterfest, nun die Weihnachtsfeiertage – die Corona-Pandemie ist längst nicht vorbei und bestimmt auch jetzt, in welchem Rahmen die Gottesdienste stattfinden dürfen. Fest steht, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis auf mehr als 300 steigt, müssen alle Präsenzgottesdienste abgesagt werden. Doch nach aktuellem Stand (22. Dezember) finden Gottesdienste statt. Damit Christen auch unter Corona-Auflagen die Möglichkeit haben, an Heiligabend in die Kirche zu gehen, haben sich die jeweiligen Kirchengemeinden einiges einfallen lassen.

Viele Gemeinden setzen neben Präsenzgottesdiensten auf digitale Angebote und alternative Formate

Unabhängig davon, ob eine Familie zu Hause in ihren eigenen vier Wänden oder vor Ort in der Kirche am Gottesdienst teilnehmen möchte, setzen viele Gemeinden neben Präsenzgottesdiensten auf digitale Angebote oder alternative Formate.

Barbara Reiner-Friedrich, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Korb, sagt, dass sie während der Planungsphase mehrgleisig fahren mussten. „Im Kirchengemeinderat schlagen zwei Herzen in unserer Brust“, sagt sie. Auf der einen Seite möchten sie Gottesdienste anbieten, gerade an Weihnachten, doch auf der anderen Seite gibt es die Corona-Pandemie, die einiges erschwere.

Geplant ist, dass an Heiligabend in der evangelischen Kirche in Korb von 14.30 Uhr und 16 Uhr an Familiengottesdienste stattfinden. Um 17.30 Uhr und 19 Uhr beginnt jeweils die Christvesper. Auf 22 Uhr lädt die Kirchengemeinde zur Christmette ein.

Aktion in Kleinheppach: Licht & Lied

„In Kleinheppach in der Kirche selber findet an Heiligabend kein Gottesdienst statt“, sagt die Pfarrerin. Dafür gibt’s von 17.15 Uhr an vor der Mehrzweckhalle den „Gottesdienst für Groß und Klein“. Begleitet wird dieser von der Dirigentin Mareike Amend des Männergesangsvereins (MGV) Kleinheppach.

Auch der Brauch, den es seit 2004 gibt, fällt dieses Jahr coronabedingt aus: Bisher sang der Chor des MGV Kleinheppach mit der Musikvereinigung Großheppach und vielen Besuchern Weihnachtslieder. Der alternative Plan: Nach dem Gottesdienst werden Kerzen und Liedblätter für die anschließende Aktion „Licht & Lied“ ausgegeben. „Um 18 Uhr werden die Kirchenglocken läuten“, sagt die Pfarrerin. „Alle Kleinheppacher sind aufgerufen, eine Kerze zu nehmen und vor die Tür zu gehen.“ Wer möchte, kann auch auf den Balkon oder ans offene Fenster treten.

Drei Weihnachtslieder 

„Von den Weinbergen werden Weihnachtslieder gespielt.“ Verantwortlich dafür ist der MGV. Gesungen werden drei Lieder: „Ihr Kinderlein kommet“, „O du fröhliche“ und „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Unabhängig vom Wetter wird die Aktion „Licht & Lied“ auf jeden Fall stattfinden. Am ersten Weihnachtstag findet der Gottesdienst von 9.15 Uhr an in der Kleinheppacher Kirche, und von 10 Uhr an in der Korber Kirche statt. 

Evangelische Kirchengemeinde Korb bietet vieles auch digital an 

Am zweiten Weihnachtstag findet von 10 Uhr an in der katholischen Kirche Korb, St. Johannes, ein ökumenischer Gottesdienst unter der Leitung von Pfarrerin Barbara Reiner-Friedrich und Pfarrer Gerhard Idler statt. Darüber hinaus bietet die evangelische Kirchengemeinde ein digitales Angebot an: Zu sehen gibt es einen kurzen digitalen Gottesdienst mit einem aufgezeichneten Krippenspiel, Christvesper für Erwachsene und weihnachtliche Impressionen aus Korb.

Für diejenigen, die zu Hause feiern wollen, hat die Kirchengemeinde eine Hausandacht vorbereitet, die im Ortsblatt und auf der Homepage zu finden ist. Die Planung „war sehr aufwendig, und vor allem diese Ungewissheit, welche Bestimmungen gelten, auf was müssen wir uns vorbereiten“, sagt Reiner-Friedrich.

Was plant die katholische Kirche in Korb? Neben Aktionen wie „Weihnachten in der Tüte“, bei der an Heiligabend von 11 bis 12 Uhr in der Sankt-Johannes-Kirche eine Tüte abgeholt werden kann, gibt es Tipps für die Weihnachtsfeier zu Hause. Und: „Wir werden Friedenslichter aus Bethlehem ausgeben“, sagt Gerhard Idler, Pfarrer der katholischen Kirche in Korb.

"Wir halten Gottesdienste für sehr wichtig"

Die Gottesdienste finden wie geplant statt (Stand 22. Dezember). „Wir halten den Gottesdienst für sehr wichtig“, sagt Gerhard Idler. Vor allem, dass sich die Gemeinde wieder treffen könne, spiele eine große Rolle. Geplant sind an Heiligabend Familiengottesdienste mit einem Krippenspiel, jeweils ab 14 und 16 Uhr. Die Christmette beginnt um 22 Uhr.

Keine Liveübertragung bei der katholischen Kirche in Korb

Am ersten Weihnachtstag wird die Heilige Messe von 9.45 Uhr an gefeiert. „Alles ohne Gemeindegesang“, versichert der Pfarrer. Das müsse weiterhin so gehandhabt werden, „vor allem auf der dritten Pandemiestufe“. Anders als bei anderen Kirchengemeinden gibt es bei der katholischen Kirche keine digitale Liveübertragung.

In Kernen hingegen wird auf ein digitales Angebot nicht verzichtet. Pfarrer Michael Maisenbacher von der evangelischen Kirchengemeinde Kernen sagt: „Wir haben eine Mischung aus Präsenz und Online.“

Christmette in Kernen entfällt

Zwei von drei geplanten Gottesdiensten an Heiligabend finden statt, nur die Christmette um 22 Uhr falle dieses Jahr weg. Dafür gibt es von 16 Uhr an den Familiengottesdienst mit Krippenspiel – nämlich in und vor der Mauritiuskirche. „Wir übertragen als Audio nach draußen auf den Vorplatz“, erklärt der Pfarrer. Das Gleiche gilt auch bei der Christvesper mit Posaunenchor von 17.30 Uhr an.

Am ersten Weihnachtstag beginnt der Gottesdienst in der Mauritiuskirche um 10 Uhr, am Folgetag ist um dieselbe Uhrzeit ein musikalischer Weihnachtsgottesdienst geplant.

"Ich bin froh, dass Präsenzgottesdienste stattfinden können"

Seit Anfang Oktober mache der Kirchengemeinderat Pläne für das Weihnachtsprogramm, für das „Worst-Case-Szenario“. „Das braucht einen langen Vorlauf“, sagt der Pfarrer. Rückblickend kann er jedoch sagen, dass er mit dem, was geleistet wurde, sehr zufrieden ist. Zwar sei die Planungsphase sehr stressig und nervenaufreibend gewesen, doch nun könne er sich entspannen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir unter der 300-Marke bleiben werden“, sagt er. Und fügt hinzu: „Ich bin froh, dass Präsenzgottesdienste stattfinden können.“

Im Frühjahr das Osterfest, nun die Weihnachtsfeiertage – die Corona-Pandemie ist längst nicht vorbei und bestimmt auch jetzt, in welchem Rahmen die Gottesdienste stattfinden dürfen. Fest steht, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis auf mehr als 300 steigt, müssen alle Präsenzgottesdienste abgesagt werden. Doch nach aktuellem Stand (22. Dezember) finden Gottesdienste statt. Damit Christen auch unter Corona-Auflagen die Möglichkeit haben, an Heiligabend in die Kirche zu gehen, haben sich

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper