Korb

Häufig Stau in Korb wegen B14 und B29: Ampeln sollen Verkehr lenken

Verkehr
Symbolfoto. © Gabriel Habermann

Wenn es auf der Bundesstraße verkehrsbedingt stockt, ist die Versuchung groß, über Ausweichrouten weiterzufahren. Der Verband Region Stuttgart kriegt den Verkehr nicht von den Straßen, will daher mit einer Mobilitätsplattform die Verkehrsströme besser lenken. Gleich zwei Mobilitätsthemen standen in der Sitzung des Korber Gemeinderats auf der Tagesordnung: die „Regionale Mobilitätsplattform“ und der Zukunftspakt „Mobilität Region Stuttgart“.

Korb: Das beschlossene Radverkehrskonzept wird weiterverfolgt

Während bei dem ersten kein Beschluss gefasst werden musste, sondern lediglich ein Referent über das Projekt informierte, gab es beim Zukunftspakt eine Abstimmung: Bei einer Enthaltung folgte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung, „auf der Basis des vom Gemeinderat beschlossenen Radverkehrskonzepts die weitere Entwicklung“ zu begleiten. Die im Zukunftspakt vorgeschlagenen Maßnahmen fand die Verwaltung Bürgermeister Jochen Müller zufolge „teilweise sehr vage“ gehalten.

Grundsätzlich sei die Förderung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilität in der Region begrüßenswert, so der Bürgermeister. Allerdings müsse bei künftigen Vorhaben das weitere Verfahren konkret überprüft werden, „ob es den realen Mobilitätsbedürfnissen der Menschen und den Herausforderungen der Wirtschaft ausreichend gerecht wird“.

Was sich hinter dem Projekt "Regionale Mobilitätsplattform“ verbarg, erklärte Martin Schmid, Referent für Verkehrsmanagement beim Verband Region Stuttgart. Er schaltete sich online in die Sitzung dazu. Für die Liveübertragung in der Sitzung war die Weinstädter Veranstaltungstechnikfirma „Event4-You“ verantwortlich.

Bereits im Februar 2020 beschloss das Gremium, auf Anregung des Gemeinderats Günter Posowert (Freie Korber Bürger), einen Referenten zu diesem Thema einzuladen. Aufgrund der Pandemie konnte dieses Thema erst jetzt behandelt werden.

Pilotprojekt der Region Stuttgart möchte den Straßenverkehr flüssiger machen

„Die Ausgangslage ist, dass die Städte Waiblingen, Fellbach und der Rems-Murr-Kreis bereits im Jahr 2018 beschlossen haben, Projektpartner der "Regionalen Mobilitätsplattform" zu werden“, sagte Martin Schmid. Es handelt sich um ein Pilotprojekt der Region Stuttgart. Sie will den Straßenverkehr in der Region flüssiger machen: Eine regionale Mobilitätsplattform soll mit Echtzeitinformationen, Hinweisen auf öffentliche Verkehrsmittel und angepassten Ampelsteuerungen den Verkehr lenken.

Verkehrsprobleme auf der Bundesstraße sind bis nach Korb zu spüren

„Immer wenn es größere Verkehrsprobleme auf den Hauptverkehrsstraßen gibt, also auf Bundesstraßen und auf der Autobahn, dann gibt es auch größere Verkehrsprobleme bei den anliegenden Kommunen“, sagte Schmid. Als Beispiel nannte er unter anderem Unfälle vor dem Kappelbergtunnel, die sich bis nach Fellbach, Waiblingen auswirken und „teilweise bis nach Korb“ zu spüren sind. Konkret heißt das: Während der Hauptverkehrszeiten sollen Autofahrer, die die Bundesstraßen verlassen und den Stau umfahren wollen, durch lange Wartezeiten abgeschreckt werden.

Dafür wäre eine neue Ampel an der B-14-Rampe Waiblingen-Mitte, der kurz darauf folgenden Abzweigung nach Beinstein sowie eine Ampel in Winnender Straße in Richtung Korb angedacht. Eine Ampel im Bereich des Oberen Rings, beim VfL-Gelände, soll den Verkehr aus Richtung B 29 steuern. Die Ampeln in diesem Projekt sollen den Ausweichverkehr nur sukzessive durchfahren lassen und so die Ausweichroute unattraktiv machen.

Gemeinderäte befürchten Stau in Korb

Grünen-Gemeinderätin Silke Gärtner-Janot wollte wissen, ob im Projekt geplant sei, „den Verkehr, bevor er sich in der Stadt staut, im Umland zu halten und dort aufstauen zu lassen“. Auch Fraktionskollege Benjamin Rohrwasser befürchtete eine Autoschlange in Korb. „Mir wäre es lieber, man würde den ganzen Durchgangsverkehr ohne Stau schon mal reduzieren“, sagte er.

Die angedachten Ampeln sollen situationsbedingt eingeschaltet werden und nicht durchgehend im Betrieb sein, antwortete Schmid. Daher sei ein Rückstau in Korb nicht zu befürchten. Die Ampeln sollen lediglich dafür sorgen, den Verkehr zu regeln. „Das Ganze wird auch unterstützt von virtuellen Schildern“, sagte er. Das heißt, Infos, die auf dem Navigationsgerät angezeigt werden. Darüber hinaus versuche man, entsprechende Verkehrsinformationen zu geben, auch ob auf P&R-Plätzen freie Plätze zur Verfügung stehen.

CDU-Mann Martin Zerrer hingegen wollte vom Verband-Region-Stuttgart-Referenten wissen, wie die Zusammenarbeit mit der Polizei erfolge – beispielsweise bei Unfällen. Zerrer zufolge nutzen viele Autofahrer bei Unfällen Feldwege, um die Gefahrenstelle zu umfahren. „Es gibt einen Riesenschleichverkehr“, sagte er. „Wir bekommen Kenntnisse der Unfälle auch von der Polizei, wenn die gemeldet werden“, sagte Schmid.

Darüber hinaus können die Unfälle auch über Kameras erfasst und festgestellt werden. „Wie muss man sich die Überwachung vorstellen?“, fragte Albrecht Ulrich (Korber Freie Bürger). „Wir kaufen Daten von Tom-Tom (Navigationsunternehmen). Jeder, der so ein Tom-Tom-Gerät hat und die Datenübertragung auch freigegeben hat, liefert Daten an Tom-Tom“, sagte der Referent. Das Prinzip sei ähnlich wie mit Android-Geräten, womit an Google die Bewegungsdaten geliefert werden. „Daraus wird im Prinzip der Verkehrsstand ermittelt, wie Sie es von Google Maps auch kennen. Und so erhalten wir auch unsere Information“, sagte Schmid. Mit Hilfe eines Qualitätsmanagement-Tools können die Operatoren „Strategien schalten und sie mit Situationen vergleichen“.

Wenn es auf der Bundesstraße verkehrsbedingt stockt, ist die Versuchung groß, über Ausweichrouten weiterzufahren. Der Verband Region Stuttgart kriegt den Verkehr nicht von den Straßen, will daher mit einer Mobilitätsplattform die Verkehrsströme besser lenken. Gleich zwei Mobilitätsthemen standen in der Sitzung des Korber Gemeinderats auf der Tagesordnung: die „Regionale Mobilitätsplattform“ und der Zukunftspakt „Mobilität Region Stuttgart“.

Korb: Das beschlossene Radverkehrskonzept

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