Korb

"Haarmonopol" in Korb: Friseurin Silke Eifrig will keinen dritten Lockdown mitmachen

Haarmonopol
Silke Eifrig im Februar 2021. Damals bereitete sie die Eröffnung nach dem zweiten Lockdown vor. Archivfoto: © Alexandra Palmizi

Ihr Beruf ist ihre Leidenschaft: Silke Eifrig arbeitet seit 34 Jahren als Friseurin. Im Jahre 1999 eröffnete sie den Friseursalon „Haarmonopol“ in der Korber Straße. Es steht außer Frage: Die 49-Jährige liebt ihren Beruf. Wäre da nicht die Corona-Pandemie. Wie viele andere ihres Handwerks kämpft sich Silke Eifrig durch zwei Lockdowns. Jedes Treffen von Bund und Ländern bereite ihr schlaflose Nächte. Täglich verfolge sie die neusten Regelungen der Corona-Verordnung, wie sie berichtet.

Doch die Pandemie zermürbt. Sollte es einen dritten Lockdown geben, wolle sie die Flügel strecken. „Dann höre ich auf“, sagt Silke Eifrig. Zu groß seien die finanziellen Sorgen, die mit einer coronabedingten Schließung des Salons einhergehen. Für einen weiteren Lockdown sei ihr schlicht und ergreifend „die Lust ausgegangen“.

Noch will sie die Schere nicht beiseitelegen, sondern für ihre Kunden aus dem Rems-Murr-Kreis da sein. Solange der Salon geöffnet bleiben darf, arbeitet sie weiter. „Ich habe noch Spaß an der Arbeit – trotz Corona“, sagt Silke Eifrig. Die Kontakte zu den Kunden, zu welchen teilweise Freundschaften entstanden seien, liegen ihr besonders am Herzen. Was sie an ihrem Beruf schätzt? Die Kreativität. „Aber auch der Moment, die Kunden glücklich zu sehen, wenn sie ihre neue Frisur betrachten“, erzählt Silke Eifrig.

Diese Regeln gelten zurzeit bei einem Friseurbesuch

Aktuell gilt im „Haarmonopol“, so wie in anderen Friseursalons und Barbershops in Baden-Württemberg auch, die 3G-plus-Regelung. Die Kunden müssen also geimpft oder genesen sein. Ungeimpfte müssen bei einem Friseurbesuch einen negativen PCR-Test vorlegen. Einen ungeimpften Kunden mit PCR-Test habe sie allerdings noch nicht gehabt, so die 49-Jährige.

Seit Mittwoch gibt es eine zusätzliche Änderung: Neu ist die FFP2-Maskenpflicht für Erwachsene in Innenräumen. Dass die neue Regelung bezüglich der Maskenpflicht Kunden abschrecke, glaubt Silke Eifrig nicht. „Auf das kommt es jetzt auch nicht mehr an.“ Wenn die Kundschaft dann mal die richtige Mund-Nasen-Bedeckung vergisst, kann die Friseurin aushelfen: „Ich habe einen Vorrat an Masken da.“

Im Salon in Kleinheppach dürfen sich zeitgleich drei Personen aufhalten - zwei Kunden und eine Friseurin. Insgesamt gibt es drei Bedienungsplätze, zwei werden aktuell genutzt. Es solle „kein unangenehmes Gefühl entstehen, dass so viele Menschen in einem Raum sind“, sagt Silke Eifrig. Sowohl sie als auch ihre Mitarbeiterin seien geimpft und testen sich zurzeit jeden Tag in der Woche. Gerade über die Corona-Zeit und die Schließungen während der Lockdowns habe man bemerkt: Friseure seien doch wichtig, so Eifrig. Wer einen neuen Haarschnitt oder eine neue Haarfarbe benötigt, nehme die in Friseursalons geltenden Regeln in Kauf. Zum Farbtopf greift Silke Eifrig aber nicht mehr so häufig. Viele der Kunden haben sich nun die gefärbten Haare rauswachsen lassen.

Wirft sie nun einen Blick in den Terminkalender, sind in den vergangenen Wochen immer wieder Termine gestrichen worden. „Zurzeit gibt es viele Absagen“, erklärt sie. Das habe im Dezember begonnen. Viele Kunden seien in Quarantäne oder hätten sich selbst mit dem Coronavirus infiziert, so dass sie ihren Friseurtermin absagen mussten. „Das haben wir schon gemerkt“, sagt Silke Eifrig. Das Problem: Bei kurzfristigen Absagen könne der Termin oftmals nicht augenblicklich neu besetzt werden.

Wie verlief das Weihnachtsgeschäft im Friseursalon „Haarmonopol“?

„Weihnachten war sehr komisch“, sagt die Friseurin. Normalerweise würde im November das Weihnachtsgeschäft beginnen - welches im vergangenen Jahr aber ausfiel. Silke Eifrig vermutet: Eine Ursache dafür könnten ausgefallene Weihnachtsfeiern sein. Dadurch gestalteten sich die letzten beiden Monate des Jahres 2021 ruhig im Friseursalon „Haarmonopol“.

Während Eifrig in Zeiten vor Corona Mittagspausen verkürzen oder ausfallen lassen musste sowie Überstunden machte, sei es zum Jahresende „verhältnismäßig ruhig gewesen“. Vor Corona kamen im Schnitt 16 bis 18 Kunden am Tag. In den vergangenen zwei Monaten waren es durchschnittlich zehn Kunden. So wie das alte Jahr endete, geht es im neuen Jahr weiter. „Dass es im Januar ruhig ist, ist normal“, weiß die 49-Jährige aus Erfahrung. Das merke man daran, dass das Telefon weniger klingelt.

Normalerweise würde die Friseurin das Jahr über auf Lehrgänge und Messen gehen, um in der Modewelt auf dem neusten Stand zu bleiben. „Die Mode ändert sich ständig“, sagt sie. In Corona-Zeiten ist dies allerdings nicht möglich. Seit zwei Jahren findet beispielsweise die internationale Friseurmesse in Düsseldorf nicht statt. „Das ist schade, denn dort gehe ich gerne hin“, sagt Eifrig.

Corona-Soforthilfen: Eine Versprechung mit doppeltem Boden

Eine böse Überraschung hält die Pandemie auch für die Friseurin bereit. Im ersten Lockdown beantragte sie Corona-Hilfen. Eine Entscheidung, die sie heute bereut. Der Sinn und Zweck der Soforthilfen? Ein doppelter Boden, wie sich zeigt. Im ersten Lockdown benötigte sie die Hilfen noch nicht, erst im zweiten Lockdown griff sie darauf zurück. Damals war der Salon über ein Vierteljahr pandemiebedingt geschlossen. Doch nun kommt die Kehrtwende. Silke Eifrig muss „die Hilfen fast komplett zurückzahlen“. Ihre Fixkosten, die sie im März 2020 begleichen musste, können nicht mit den Corona-Hilfen verrechnet werden, so die Friseurin.

Nach dem zweiten Lockdown beging sie, so sagt Eifrig selbst, einen weiteren Fehler. „Ich habe zu schnell Geld verdient.“ Mehr als in den Vorjahren.  Schließlich sei die Nachfrage nach einem neuen Haarschnitt besonders nach dem Lockdown hoch gewesen, so die Friseurin. Jetzt weiß sie: „Es hätte besser getan, diese Hilfen nicht zu beantragen. Was ich behalten kann, kann man an einer Pfeifenspitze rauchen.“ Von den Versprechungen der Politik fühle sie sich im Stich gelassen. Alles in allem habe sie die Corona-Pandemie einen vierstelligen Betrag gekostet.

Aber sie wolle nicht Trübsal blasen. „Es gibt andere Bereiche, die es härter getroffen hat“, sagt Eifrig. Sie kämpft weiter für ihren Beruf – und zieht dennoch klare Grenzen. Bei der Arbeit hat sie stets ein offenes Ohr für Themen, die die Kunden bewegen. In den letzten zwei Jahren sei dies hauptsächlich die Pandemie. „Man redet fast nur über Corona. Die Leute haben es satt.“ Während bei der Arbeit die Gedanken und Gespräche um Corona kreisen, versucht Silke Eifrig, nach Feierabend abzuschalten. Ihre Methode: mit Hund Knopf Gassi gehen oder mit ihrem Ehemann eine Runde Kniffel spielen. „Da komme ich zur Ruhe“, sagt Silke Eifrig.

Ihr Beruf ist ihre Leidenschaft: Silke Eifrig arbeitet seit 34 Jahren als Friseurin. Im Jahre 1999 eröffnete sie den Friseursalon „Haarmonopol“ in der Korber Straße. Es steht außer Frage: Die 49-Jährige liebt ihren Beruf. Wäre da nicht die Corona-Pandemie. Wie viele andere ihres Handwerks kämpft sich Silke Eifrig durch zwei Lockdowns. Jedes Treffen von Bund und Ländern bereite ihr schlaflose Nächte. Täglich verfolge sie die neusten Regelungen der Corona-Verordnung, wie sie

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