Korb

Hallenbadsanierung unter Vorbehalt

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Korb_Invest.pdf © VLP

Korb. Die Sanierung des maroden Hallenbads schiebt Korb seit mehr als fünf Jahren vor sich her. In die Investitionsplanung werden die fälligen Millionen auch für die kommenden Jahre wieder eingestellt. Allerdings unter Vorbehalt: Der Gemeinderat muss erneut gefragt werden, bevor es tatsächlich losgeht. Überhaupt löste das üppige Investitionsprogramm in der jüngsten Ratssitzung Diskussionen aus. Die neuesten Prognosen zur Urbanschule werden mit Spannung erwartet.

Endgültig verabschiedet haben die Räte das Investitionsprogramm für das kommende Jahr (und darüber hinaus) noch nicht. Das liegt hauptsächlich an den zwei Millionen-Projekten, die die Korber Finanzplanung dominieren: am Umbau der Urbanschule (Stand heute mit 13 bis 16,5 Millionen Euro bis 2022 beziffert) und an der Sanierung des Korber Hallenbads (Stand heute 5 bis 6,5 Millionen Euro teuer).

Neue Ausschreibung Urbanschule: Vorsichtig positive Prognose

Für die Urbanschule hat die Gemeinde nach einem desolaten ersten Rücklauf circa 70 Prozent der Gewerke neu ausgeschrieben und wertet derzeit die Angebote aus. Sie sollen dem Gemeinderat am 4. Dezember präsentiert werden, erst dann wollen die Räte endgültig über diesen Posten entscheiden. Die vorsichtige Prognose von Bürgermeister Jochen Müller: „Es wird wieder günstiger.“ Zahlen könne er aber noch keine nennen. Momentan wird für die Urbanschule im Jahr 2019 noch mit 4,5 Millionen Euro kalkuliert.

Die Millionen fürs Hallenbad (drei Millionen Euro in 2019) werden definitiv in die Finanzplanung aufgenommen. Ob die dringend erforderlichen Arbeiten auch wirklich beginnen, steht allerdings in den Sternen. Eigentlich war der Baustart bereits für das Frühjahr 2018 vorgesehen. Für 2019 hat der Gemeinderat nun beschlossen, einen Sperrvermerk zu setzen. Das heißt: Bevor tatsächlich investiert wird, berät sich das Gremium erneut. Den Antrag brachte die Fraktion CDU/Freie Wähler ein – und begründete ihn mit den Unwägbarkeiten der Kinderbetreuung im kommenden Jahr. „Wir glauben, dass Mittel eingestellt werden müssen, damit wir unsere Pflichtaufgaben bewältigen können“, sagte Fraktionssprecher Manfred Zimmerle. Die Kinderbetreuung sei ein absoluter Schwachpunkt des Plans. Es soll nun ein entsprechender Betrag ins Programm aufgenommen werden. Die Verwaltung will den Räten am 4. Dezember einen Vorschlag präsentieren. Sollten Neubauten – oder Container – für die Kinderbetreuung notwendig werden, sieht es also schlecht aus für die Sanierung des Hallenbads. Und das, obwohl Bürgermeister Jochen Müller beteuerte: „Es ist der feste Wille der Verwaltung, das Hallenbad anzupacken.“ Er mache sich Sorgen, dass der Tag komme, an dem das Bad nicht mehr zu retten sei. Das sahen auch die Freien Bürger (FB) so, die sich massiv gegen einen Sperrvermerk aussprachen – sich aber letztlich der Mehrheit fügen mussten.

Deren Fraktionssprecher Albrecht Ulrich hatte zuvor einige der Investitionen kritisiert, die abseits der ganz großen Batzen im Programm von Kämmerer Wolfgang Schray auftauchten. Er erreichte, dass der Gemeinderat mehrere Posten erneut prüfen wird, bevor das Geld tatsächlich ausgegeben wird – Stichwort: Sperrvermerk. Unter anderem stellte er Ausgaben für die Klimaanlagen in Rathaus und Bürgerbüro sowie Investitionen in die Außenbereiche der Kinderhäuser infrage. Dabei ging es ihm ganz prinzipiell um den fehlenden Willen zu sparen: „Man muss ein bisschen Disziplin von den Einrichtungen der Gemeinde erwarten können“, schimpfte Ulrich. Am Beispiel „Sonnenschutz, Sitzbereich und Spieltiere“ für das Kinderhaus Schau hinaus (Kostenansatz: 52 000 Euro) arbeitete er sich ab: „Das ist nicht nachvollziehbar. Der Kindergarten ist vier Jahre alt, es kann nicht sein, dass hier 50 000 Euro investiert werden müssen.“ Luxus könne sich die Gemeinde nicht leisten. Da stieß er schließlich auf einigen Widerspruch bei seinen Kollegen im Gemeinderat – die sein „Bedürfnis, Maß zu halten“, ansonsten durchaus unterstützten. So sagte Hansi Müller (CDU/FW): „Wir reden hier von Kindern, nicht von Luxus.“

Leicht machten sich die Räte ihre Entscheidungen nicht, das belegen schon die stundenlangen Diskussionen am Dienstagabend. Endgültig verabschiedet wird das Investitionsprogramm in zwei Wochen.