Korb

Kaputte Heizung und verkalkte Wasserleitungen: Sanierung an der Gemeinschaftsschule Korb wird teurer als gedacht

Urbanschule
Der Altbau am Schulstandort Urbanstraße wird seit Mitte Januar saniert. © Gabriel Habermann

Seit zwei Jahren gibt es an der Gemeinschaftsschule Korb in der Urbanstraße eine große Baustelle. Nachdem im vergangenen Dezember der Neubau fertiggestellt und der Schulleitung übergeben worden war, wurde der erste Bauabschnitt abgeschlossen. Nun geht’s weiter: Seit Mitte Januar sind Handwerker im Altbau zugange. Das bestehende Gebäude wird saniert und modernisiert. Weil im Fußboden der Urbanschule der gesundheitsgefährdende Stoff Naphthalin festgestellt wurde, wird er durch einen neuen Holzboden ersetzt. Außerdem wird am Dach und rund um die Schule gearbeitet. Der Altbau soll auch neue Möbel bekommen.

Nun sind im Zuge der Rückbauarbeiten den Handwerkern jedoch weitere Mängel aufgefallen, die zuvor nicht bekannt gewesen waren. So müssen beispielsweise die Wasserleitungen erneuert, sämtliche Sanitärgegenstände ausgetauscht und Arbeiten an der Heizungsanlage vorgenommen werden. Das sind aus Sicht der Verwaltung notwendige Vorhaben, die die Gemeinde zusätzlich etwa 460 000 Euro kosten. Gegen diese Maßnahmen hat der Gemeinderat auch nichts einzuwenden.

Sind Zusatzmaßnahmen derzeit notwendig?

Diskutiert wurde hingegen in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Vorschlag des Augsburger Architekturbüros Löhle Neubauer. Der Architekt Rainer Löhle und seine Kollegin Frenzy Nebel haben zusätzliche Maßnahmen vorgeschlagen, etwa sichtbare Kabel neu zu verkabeln, alte Beleuchtungen durch neue zu ersetzen und die Decke wie im Neubau mit einem Akustikschutz zu versehen. Diese Vorhaben würden zusätzliche Kosten in Höhe von circa 520 000 Euro verursachen.

Zwar seien diese Maßnahmen zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt erforderlich, müssten allerdings in etwa fünf Jahren wieder thematisiert werden. Wenn diese Maßnahmen jedoch jetzt vorgenommen werden, könnte die Gemeinde laut Architekturbüro Zeit, Aufwand und Kosten sparen. „Wenn man die Decke später behandelt, muss man sie abnehmen und erforderliche Schutzmaßnahmen vornehmen“, sagte Frenzy Nebel.

Eigentlich hatte der Gemeinderat im Jahr 2016 beschlossen, dass im Altbau nur die zwingend notwendigen Maßnahmen durchzuführen sind und die Gebäudehülle zu sanieren ist. Nicht vorgesehen war damals, die Ausstattung der Klassenräume zu verändern.

Nachdem der Erweiterungsbau nun fertiggestellt ist, stellt sich die Gemeinde die Frage, ob die damalige Entscheidung nochmals überprüft werden kann. Um langfristig eine Gleichwertigkeit des Neubaus und des Altbaus zu erreichen, könnten die Klassenzimmer im Altbau aufgewertet und dem heutigen Standard angepasst werden. Daher schlägt die Verwaltung vor, die Beleuchtung und die Abhangdecken zu erneuern. „Aufgrund des Alters und des Zustandes müssten diese Maßnahmen mittelfristig im Zuge der Gebäudeunterhaltung erledigt werden. Die Beleuchtung wird jetzt bereits von der Schule als unzureichend bemängelt. Die vorhandenen Decken besitzen keinerlei akustische Wirkung“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Für Martin Zerrer (CDU/Freie Wähler) ist es eine klare Sache: „Jeder, der saniert, weiß, dass Kosten hinzukommen“, sagt er. „Ich bin dafür, dass man das jetzt macht und dann abschließt.“ Wenn die Schule komplett fertiggestellt wird, dann könne auch der Gemeinderat mit diesem Projekt abschließen. „Wir haben noch andere Vorhaben.“ Zuspruch gab es unter anderem von Jürgen Klotz (SPD). Allerdings befürchtet er weitere „Mängel-Überraschungen“.

Nicola De Vitis (Korber Freie Bürger) findet das Ergebnis des Neubaus toll, teilt aber die Sorge, dass die Kosten noch weiter steigen könnten.

„Überhitzte und eiskalte Klassenzimmer“

Für Susanne Bloching (CDU/Freie Wähler), die sich als Lehrerin in der Schule am besten auskennt, ist jede Maßnahme notwendig. „Bei uns gibt es überhitzte und eiskalte Klassenzimmer. Mal hat der Lehrer geschwitzt, mal hat er gefroren – und zum Schluss war er erkältet.“ Insbesondere die Idee einer neuen Decke befürwortet sie: „Je kleiner die Kinder, desto wichtiger ist die Akustik.“ Schließlich sollen künftig im Altbau die Erst- und Zweitklässler unterrichtet werden.

Auch Cora-Constanze Sommerey (Bündnis 90/Die Grünen) ist dafür, dass alles, was gemacht werden muss, in einem Zug vorgenommen wird. So könne man sich ersparen, „den ganzen logistischen Albtraum“ noch einmal durchmachen zu müssen, und müsste die Kinder nicht wieder in anderen Einrichtungen unterbringen.

Für Martin Schwegler (CDU/Freie Wähler) ist es wichtig, dass eine gewisse gleichwertige Qualität beibehalten wird – sowohl im Neubau als auch im Altbau. Im Hinblick auf die Kosten, die bisher rund elf Millionen betragen, aber auf rund 12,6 Millionen Euro steigen, wollte Gemeinderat Gerhard Brenner (Bündnis 90/Die Grünen) wissen, ob es Zuschüsse für die Sanierungen gibt. Zuschüsse in Höhe von 814 000 Euro seien bereits eingeplant, so Kämmerer Stefan Obenland. Im Rahmen eines Schulsanierungsprogramms sei bereits ein Antrag gestellt worden. „Gewissheit gibt’s erst im Mai.“

Gemeinderat stimmt für zusätzliche Maßnahmen

Nach einer langen Diskussionsrunde gibt der Gemeinderat einstimmig grünes Licht für die vorgeschlagenen Vorhaben. Auch aus der Sicht der Kämmerei gibt es keinen Grund zur Sorge. Ab dem Haushaltsjahr 2016 wurden in den Haushaltsplänen und in der Finanzplanung bis 2022 Mittel in Höhe von insgesamt zwölf Millionen Euro bereitgestellt. „Weitere Mittel in Höhe von 250 000 Euro für die Sanierung der Parkettböden im Altbau sind im Haushaltsplan 2021 eingeplant. Es verbleibt eine Deckungslücke in Höhe von circa 360 000 Euro“, heißt es in der Beschlussvorlage. In der Finanzplanung sind 2022 Mittel in Höhe von 500 000 Euro für die Schlussabrechnung der Maßnahme vorgesehen. Also können die zusätzlichen Mittel in Höhe von 360 000 Euro im Haushaltsplan 2022 bereitgestellt werden.

Eugen-Ruoff-Straße bleibt bis Ende der Bauarbeiten gesperrt

Da wegen der Bauarbeiten die Eugen-Ruoff-Straße gesperrt ist, regte Gemeinderat Eberhard Negele (Korber Freie Bürger) an, diese zumindest am Wochenende für die Anwohner freizugeben. Die Verwaltung sieht allerdings keine Möglichkeit, die Sperrung aufzuheben. „Damit ein Abschluss der Arbeiten auf schnellstem Wege geschehen kann und möglichst keine Verzögerungen entstehen, schreiten zahlreiche Unternehmen selbst am Wochenende tatkräftig ans Werk“, schreibt die Gemeinde in einer Pressemitteilung. Eine regelmäßige Öffnung wäre mit erheblichen Kosten verbunden, die den Haushalt belasten und damit auch letztlich zulasten der Korber Steuerzahler gehen würden.

Deshalb wird die Eugen-Ruoff-Straße bis zum Abschluss der Arbeiten für den allgemeinen Fahrzeugverkehr gesperrt bleiben, so die Korber Verwaltung. „Die Erfahrungen haben gezeigt, dass ein derartiges Vorgehen zwingend erforderlich ist, um unübersichtliche Gefahrensituationen zu vermeiden.“

Seit zwei Jahren gibt es an der Gemeinschaftsschule Korb in der Urbanstraße eine große Baustelle. Nachdem im vergangenen Dezember der Neubau fertiggestellt und der Schulleitung übergeben worden war, wurde der erste Bauabschnitt abgeschlossen. Nun geht’s weiter: Seit Mitte Januar sind Handwerker im Altbau zugange. Das bestehende Gebäude wird saniert und modernisiert. Weil im Fußboden der Urbanschule der gesundheitsgefährdende Stoff Naphthalin festgestellt wurde, wird er durch einen neuen

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