Korb

Kindergartenplätze reichen nicht

Kindergarten  Kinder Bank
© Pixabay (CC0 Creative Commons)

Korb. Die Krippen- und Kindergartenplätze in Korb reichen nicht aus. 17 Kinder stehen aktuell auf der Warteliste, für sie gibt es keinen freien Betreuungsplatz. Für September 2019 erhöht sich die Zahl der Anmeldungen nach aktuellem Stand auf 85 Kinder – und die Anmeldefrist verstreicht erst Ende Februar. Grund für die Knappheit sind die stark gestiegenen Kinderzahlen. Die Gemeinde muss neue Plätze schaffen.

Es sind alarmierende Zahlen, die Rathausmitarbeiterin Petra Holub zusammengestellt hat. Sie zeigen auf: Schon jetzt gibt es in Korb zu wenig Betreuungsplätze für Kinder bis sechs Jahre – und die Situation wird sich weiter verschärfen. 481 Betreuungsplätze kann die Gemeinde derzeit anbieten – 120 für Kinder bis drei Jahre und 361 für Kinder von drei bis sechs Jahren. Eingerechnet sind bereits die Angebote der kirchlichen Einrichtungen, der Gruppen „Windelflitzer“ und „Waldbande“ und Angebote des Tageselternvereins. Alle 481 Betreuungsplätze sind belegt. Insgesamt leben in Korb derzeit 764 Kinder bis sechs Jahre.

In der kommenden Gemeinderatssitzung wird darüber beraten, wie es der Gemeinde gelingt, neue Betreuungsplätze zu schaffen. Bei der jüngsten Beratung über den Investitionsplan ließen die Räte vorsichtshalber die Millionen sperren, die in die Hallenbadsanierung gesteckt werden sollten. Darüber, dass Korb handeln muss, herrscht Einigkeit im Gremium. Ob es allerdings die vermeintlich günstigere Lösung Container oder doch ein Massivbau werden soll, das wird sich, so die Hoffnung, Anfang Dezember entschieden.

Neue Ganztagesgruppe bereits voll belegt

Einen Rückschlag musste die Gemeinde bei der dringend benötigten zusätzlichen Kindergarten-Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten für 25 Kinder im „Körble“ hinnehmen. Die Räume werden von der Kleinkindgruppe des Vereins „Windelflitzer“ belegt. Die sollte eigentlich ausziehen – es wurde aber keine alternative Bleibe gefunden. Bereits geplant ist die Einrichtung einer weiteren halben Gruppe mit zwölf Plätzen im Kinderhaus „Schau hinaus“. Die neu eingerichtete Ganztagesgruppe in Steinreinach ist bereits voll belegt.

17 Kinder auf der Warteliste, täglich gehen neue Anmeldungen ein

Es ist also höchste Zeit, dass die Gemeinde weitere Plätze schafft. Zweimal jährlich werden in Korb Betreuungsplätze vergeben: zum 1. März und zum 1. September. Die Anmeldefristen enden entsprechend ein halbes Jahr vorher. 17 Kinder stehen schon jetzt auf der Warteliste für einen Krippen- oder Kindergartenplatz. Diese Zahl wird weiter steigen: Ab März werden nach aktuellem Stand 58 Kinder ohne Betreuungsplatz sein. Und wenn das Kindergartenjahr 2019/2020 startet, für das bereits weitere 27 Anmeldungen eingegangen sind, benötigen 85 Kinder einen Platz. Weil die Anmeldefrist noch bis Ende Februar läuft, werden es wohl noch 20 bis 30 mehr sein. Zwar kommen im September circa 100 Kinder in die Schule und es werden einige Plätze in der Grundschulförderklasse frei – doch täglich gehen laut Holubs Bericht weitere Anmeldungen ein. Mittlerweile werden nur noch Korber Kinder aufgenommen.

Mehr Geburten und Zuzüge: Immer mehr Kinder in Korb

Für die steigenden Kinderzahlen und den daraus resultierenden Mangel an Betreuungsplätzen gibt es mehrere Gründe: In Korb leben heute 345 Kinder bis drei Jahre. Das sind fast 100 mehr als noch vor fünf Jahren. Für sie stehen lediglich 83 Betreuungsplätze zur Verfügung (circa weitere 40 bei Tageseltern). Zur Erinnerung: In Deutschland gibt es einen Rechtsanspruch auf Betreuung von Kindern ab dem zweiten Lebensjahr. Bei den Drei- bis Sechsjährigen ist die Zahl seit 2013 sogar um rund 160 Kinder auf 419 angestiegen.

Allein zwischen Januar und Oktober 2018 sind 78 Kinder mit ihren Familien nach Korb gezogen. Rechnet man die Wegzüge dagegen, bleibt ein Plus von immerhin 22 Kindern. Auch bei den Geburtenzahlen gilt: Tendenz steigend. 2016 zählte Korb 88 Neugeborene, 2017 schon 122. Bis Ende Oktober 2018 erblickten weitere 80 Korber das Licht der Welt.

An dieser Entwicklung wird sich vorerst nichts ändern: In den Neubaugebieten Hofäcker II und III, die kürzlich eingeweiht wurden, sowie Südrand-Langenäcker (wo ein neuer Kindergarten entstehen soll) rechnet die Verwaltung mit 163 neuen Wohnungen. Das Statistische Bundesamt hat 2016 knapp 1,59 Geburten pro Frau gezählt. Auf dieser Basis geht Rathausmitarbeiterin Holub bei 1,5 Kindern pro Wohneinheit davon aus, dass sich der Betreuungsbedarf um bis zu 245 weitere Plätze erhöhen wird.


Hort und Kernzeit

Fehlende Plätze in der Kernzeit- und Hortbetreuung haben laut Verwaltung direkte Auswirkungen auf den Kindergartenbereich: Können Kinder nicht in die Grundschulförderklasse wechseln, belegen sie weiterhin Kindergartenplätze, die eigentlich im Frühjahr frei werden sollten.

Der Schülerhort ist derzeit mit maximal 25 Kindern pro Wochentag voll belegt. Sieben Kinder stehen auf der Warteliste. Im kommenden Schuljahr werden keine Plätze frei.

Die Kleinheppacher Kernzeitgruppe hat 17 Plätze zur Verfügung, 16 Kinder sind angemeldet.

In fünf Kernzeitgruppen in der Urbanstraße besetzen 97 Kinder 85 Plätze – weil nicht alle jeden Tag kommen, ist das möglich. Täglich werden 66 bis 76 Kinder betreut. Es gibt Anmeldungen für eine neue Grundschulförderklasse, die im Februar startet.