Korb

Kleinheppach: Seit 30 Jahren verkauft Markus Silcher Weihnachtsbäume - was war im Corona-Jahr anders?

Weihnachtsbaum
Seit 30 Jahren verkauft Markus Silcher Weihnachtsbäume in Kleinheppach. © Gabriel Habermann

Weihnachten ohne Weihnachtsbaum? Für viele Menschen ist diese Vorstellung undenkbar. Doch kein Grund zur Sorge: Auch wenn seit vergangenem Mittwoch viele Einzelhandelsgeschäfte, darunter Baumärkte, Friseure und Bekleidungsläden, wegen des aktuellen Lockdowns geschlossen haben, darf der Weihnachtsbaumverkauf weitergehen – so auch in Kleinheppach.

Was war im Pandemie-Jahr anders im Vergleich zu den vorherigen Jahren?

Seit 30 Jahren verkauft Markus Silcher, Entwicklungsingenieur beim Daimler, Christbäume. Nun kann er auch aus Erfahrung berichten, was im Pandemie-Jahr im Vergleich zu den vorherigen Jahren anders war.

Erste Anfragen bereits im November

Gestiegen ist zum einen die Nachfrage nach Weihnachtsbäumen, und zum anderen kamen die Kunden früher als sonst – nämlich bereits im November. Zwar können bei dem Korber auch im November Weihnachtsbäume gekauft werden, doch in der Regel seien es Firmen, Unternehmen oder Einrichtungen, die nachfragen. Der aktuelle Verkauf beginnt eigentlich Anfang Dezember. Doch dieses Jahr fragten die ersten privaten Kunden im November nach Tannenbäumen.

Panikkäufe

Und spätestens als Ministerpräsident Winfried Kretschmann die neuen Corona-Regeln verkündete, seien viele Menschen in Panik geraten und hätten zum Telefon gegriffen, so Markus Silcher. „Das war ganz extrem“, erinnert er sich. „An dem Tag ist das Telefon nicht stillgestanden.“

Verkaufsstandort in der Heckbachstraße

Die Nachfrage sei so groß gewesen, dass der Korber kurzfristig noch einen weiteren Verkäufer zur Unterstützung bestellt hat. Wie viele Bäume er an dem Tag insgesamt verkauft hat, das kann Silcher nicht beziffern. Doch Fakt ist, dass die Nachfrage so groß war, dass er für Nachschub sorgen musste. Das heißt in diesem Fall, er fährt zu seinen Weihnachtsbaum-Plantagen, die sich rund um Korb befinden, sägt Bäume ab und bringt sie auf einem Anhänger an seinen Verkaufsstandort in die Heckbachstraße.

Fehlende Weihnachtsstimmung

Dass viele Menschen bereits im November einen Weihnachtsbaum gekauft haben, hängt laut Markus Silcher mit den Weihnachtsmärkten zusammen, die dieses Jahr aufgrund der Corona-Situation nicht stattfinden durften. So haben viele mit einem geschmückten Tannenbaum für Weihnachtsstimmung in ihren eigenen vier Wänden sorgen wollen. Auch bei der Familie Silcher im Wohnzimmer steht schon der geschmückte Weihnachtsbaum.

Kein Glühwein, keine langen Gespräche

Anders war dieses Jahr beim Weihnachtsbaumverkauf, dass es keinen Glühwein gab. Denn normalerweise gibt’s für jeden, der einen Christbaum kauft, Glühwein aufs Haus. Dafür wird die Scheune schön dekoriert, erklärt Markus Silcher. Neben Glühwein gibt es noch Likör und Schnaps zur Verkostung. Die letzteren beiden konnten bisher auch gekauft werden – allerdings nicht dieses Jahr.

Doch es fehlt mehr als nur eine Tasse Glühwein, Markus Silcher sagt: „Das Gemütliche und die Gespräche haben gefehlt.“ Zwar habe man einige Sätze miteinander wechseln können, doch Silcher sagt: „Die Leute waren alle viel kürzer da. Deshalb weiß er, wie er es im Jahr 2021 nachholen kann: „Nächstes Mal gibt es zwei Tassen Glühwein.“

Anstatt Glühweintopf stehen Desinfektionsmittelspender und Warnschilder

Den Platz des Glühweintopfes haben dieses Jahr Desinfektionsmittelspender und Warnschilder eingenommen. Vor der Pandemie hat Markus Silcher den Knopf des Glühweintopfes betätigt, damit sich dieser aufwärmt. „Jetzt überprüft man, ob die Desinfektionsmittelspender gefüllt sind“, sagt der Korber. Bei den Silchers auf dem Hof gelten die üblichen Corona-Hygienemaßnahmen. Auch wenn der Verkauf draußen im Freien stattfindet, müssen die Kunden einen Mund-Nasen-Schutz tragen und reichlich Abstand zueinander halten.

Diese Maßnahmen haben die Silchers ergriffen, um präventiv sich selbst und ihre Kundschaft zu schützen. Schließlich macht der Korber seinen ganzen Umsatz in vier Wochen, und wenn er dann zwei Wochen coronabedingt schließen müsste, wäre es keineswegs gewinnbringend für ihn gewesen.

Nachfrage zum Selbstsägen hat zugenommen

Positiv sei dieses Jahr, dass die Nachfrage zum Selbstsägen zugenommen habe. „Da waren die Leute sehr interessiert“, sagt er. Weil die Freizeitgestaltung während der Pandemie im Winter eingeschränkt ist, sei das Selbstsägen eine interessante Aktion insbesondere für Familien. Sie können gemeinsam mit ihren Kindern den Weihnachtsbaum aussuchen, absägen und mit nach Hause nehmen.

Welche Bäume gibt es zu kaufen?

Welcher Baum wird am meisten gekauft? „Die Nordmanntanne“, sagt er, „die hat weiche dunkle Nadeln, die sehr schön zum Schmücken sind.“ Etwa 85 bis 90 Prozent der Kunden entscheiden sich für sie. Dann hat er noch die Blaufichte im Sortiment, „bei der muss man Handschuhe zum Schmücken anziehen“. Die Colorado-Tanne hingegen „duftet nach Zitrone“. Wer doch etwas anderes bevorzugt, für den gibt’s die serbische Fichte, Rotfichte und Kiefer zum Kaufen.

Eine Nordmanntanne, die 2,50 Meter groß ist, brauche zwölf Jahre zum Wachsen. Markus Silcher sagt: „Die Weihnachtsbaumkulturen bieten viel Lebensraum für viele kleine Lebewesen.“

Weihnachten ohne Weihnachtsbaum? Für viele Menschen ist diese Vorstellung undenkbar. Doch kein Grund zur Sorge: Auch wenn seit vergangenem Mittwoch viele Einzelhandelsgeschäfte, darunter Baumärkte, Friseure und Bekleidungsläden, wegen des aktuellen Lockdowns geschlossen haben, darf der Weihnachtsbaumverkauf weitergehen – so auch in Kleinheppach.

Was war im Pandemie-Jahr anders im Vergleich zu den vorherigen Jahren?

Seit 30 Jahren verkauft Markus Silcher, Entwicklungsingenieur

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