Korb

Knappe Mehrheit: Bürger-Energie bestückt Kita Südrand-Langenäcker mit PV-Anlage

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Symbolfoto: Auf das Dach des Kinderhauses soll eine PV-Anlage kommen. © Gaby Schneider

Das Dach des neuen Kinderhauses Südrand-Langenäcker wird mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet - diese wird allerdings nicht von der Gemeinde betrieben werden, sondern von der Bürger-Energie Schwaikheim, die auch die Anlage auf der Gemeinschaftsschule in der Urbanstraße betreibt. Die Gemeinde muss sich dadurch nicht um den Betrieb der Anlage kümmern und hat auch weniger Risiken - allerdings muss sie den Strom auch weiterhin, wenn auch etwas vergünstigt, bei den Schwaikheimern einkaufen.

Korber Räte hätten gerne mehr Gewinn

Die Vorteile für die Gemeinde hierbei seien schlicht und einfach, dass die Anschaffung und Planung bis zur steuerlichen Abwicklung wegfallen, erklärt Kämmerer Stefan Obenland in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. „Wir verbrauchen den Strom vor Ort“ - die Bürger-Energie gibt der Verwaltung beim Einkauf des auf dem Dach der Kita erzeugten Stroms allerdings nur eine Strompreisermäßigung von einigen Prozent.

Bei der Diskussion über die Vergabe an die Bürger-Energie Schwaikheim in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurden deswegen auch Stimmen laut, die das Dach der neuen Kita gerne selbst mit Solarpaneelen bestückt hätten. Es handle sich hier immerhin um ein wirklich großes Dach - ob man nicht noch einmal durchrechnen wolle, ob es sich nicht doch lohnen würde, die Anlage selbst zu betreiben, regte Eberhard Negele (Korber Freie Bürger) an. „Ich hätte da gerne ein bisschen was vom Gewinn abgegriffen“, so Negele.

Dach steht der Bürger-Energie Schwaikheim 30 Jahre zur Verfügung

„Wann amortisiert sich das, wenn man das tatsächlich selber machen würde?“, wollte Negeles Fraktionskollegin Gabriele Grüner wissen. Offenbar gehen die Gemeinderäte davon aus, dass die Schwaikheimer Bürger-Energie sich womöglich noch eine goldene Nase mit ihrem Kita-Dach verdienen könnte. Es sei von einer Zeit von neun bis zwölf Jahren auszugehen, bis die Anlage genügend Strom produziert habe, um die Anschaffungs- und Installationskosten wettzumachen, so Kämmerer Stefan Obenland. Das Dach des Kinderhauses Südrand-Langenäcker soll der Bürger-Energie Schwaikheim für eine Dauer von 30 Jahren für die Photovoltaikanlage zur Verfügung gestellt werden. Es stimme also: „Man kann sagen, dass da über die Hälfte der Zeit eine Wertschöpfung sein wird.“

Auf der anderen Seite müsse man aber einfach sehen: Der Zeitpunkt für die Anschaffung einer solchen Anlage aus eigener Tasche sei nicht gut. Der Zins sei sehr hoch - „und vor allem: Die Photovoltaikanlagen werden deutlich teurer“, so Obenland.

Eine Vergleichsrechnung dazu, wie sehr Korb vom Eigenbetrieb im Vergleich zur Vergabe an die Bürger-Energie profitieren würde, sei ohnehin schwer aufzustellen, sagte Bürgermeister Jochen Müller. Einfach, weil es dazu keine Zahlen gebe.

Korb möchte nicht selbst Betreiber sein

Dass die Bürger-Energie Schwaikheim mit der Anlage auch etwas verdienen wolle, sei ihr nicht vorzuwerfen: „Ein Partner wird immer etwas verdienen wollen.“ Für die Gemeinde stehen aber einfach die Vorteile im Vordergrund: Denn der Partner habe dann auch die Kosten und die Risiken. Gerade weil Korb schon mehrere Anlagen selbst betreibe, wolle man dieses Dach abgeben. „Wir wissen, was wir tun, deswegen wollen wir es ja vergeben“, erklärte der Kämmerer.

Er wisse aus eigener Erfahrung und auch aus seinem Bekanntenkreis, wie viel Mühe so eine Anlage machen könne, sagte Martin Zerrer von der Fraktion CDU/Freie Wähler. Man solle das Dach unbedingt vergeben. „Weil das ist wahnsinnig kompliziert.“

Auch SPD-Gemeinderat Jürgen Klotz hält die Beauftragung der Bürger-Energie Schwaikheim für eine gute Idee - zumal die Bürgerenergiegenossenschaft ohnehin schon die Anlage auf der Gemeinschaftsschule Korb in der Urbanstraße betreibt und mittlerweile auch einige Korber Mitglied sind. Schlussendlich fand die Entscheidung für die Vergabe eine knappe Mehrheit im Korber Gemeinderat.

Das Dach des neuen Kinderhauses Südrand-Langenäcker wird mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet - diese wird allerdings nicht von der Gemeinde betrieben werden, sondern von der Bürger-Energie Schwaikheim, die auch die Anlage auf der Gemeinschaftsschule in der Urbanstraße betreibt. Die Gemeinde muss sich dadurch nicht um den Betrieb der Anlage kümmern und hat auch weniger Risiken - allerdings muss sie den Strom auch weiterhin, wenn auch etwas vergünstigt, bei den Schwaikheimern

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