Korb

Korb: Kein kostenloser Schwimmkurs für Kinder - CDU zieht Antrag zurück

Schwimmkurs
Symbolfoto: Palmizi © ALEXANDRA PALMIZI

Damit Kinder in Korb bereits vor dem Schuleintritt das Schwimmen lernen, beantragte die Fraktion CDU/Freie Wähler kostenlose Kurse für Fünfjährige. Die Idee dahinter: Die Gemeinde übernimmt die Kosten und schenkt Mädchen und Jungen im Alter von fünf Jahren einen Kursgutschein, der ausschließlich in der Gemeinde eingesetzt werden kann. Weil es sich bereits in der Diskussionsrunde abzeichnete, dass der Antrag bei einer Abstimmung keine Mehrheit im Gremium gefunden hätte, hat die Fraktion ihn zurückgezogen.

Schwimmunterricht in der Schule erst in der vierten Klasse

CDU-Gemeinderätin Susanne Bloching stellte den Antrag ihrer Fraktion und die Motivation dahinter in der Sitzung des Gremiums näher vor. Als Lehrerin kennt die Gemeinderätin das Problem aus der Praxis: Der Schwimmunterricht wird in der Schule erst in der vierten Klasse angeboten. Für manche bereits zu spät, wie Susanne Bloching häufig beobachte.

In einer Klasse mit etwa 25 Kindern, die von einem Schwimmlehrer und einer weiteren Person im Bad betreut werden, „können etwa zwei Drittel nicht schwimmen“, sagte sie. Und fügte hinzu: „Zehn Prozent haben noch keine Wassererfahrung. Die haben Angst davor, überhaupt ins Wasser zu gehen.“

In Vereinen hingegen, etwa beim Sportclub (SC) Korb oder bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), bei der sich die Gemeinderätin informierte, bestünden die Kurse aus zehn bis zwölf Kindern, denen zwei Schwimmlehrer unter die Arme greifen. „Völlig anderer Personalschlüssel“, sagte Susanne Bloching. Folglich seien etwa neun Prozent der Mädchen und Jungen nach circa zwölf bis 15 Stunden Lerneinheit in der Lage zu schwimmen und erwerben das Frühschwimmerabzeichen (Seepferdchen).

Über Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit einig, jedoch nicht in der Kostenfrage

Über die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit des Schwimmens sei man sich einig, sagte der Korber Bürgermeister Jochen Müller. Dagegen sei nichts einzuwenden. „Die Frage, die sich die Verwaltung gestellt hat“, sagte der Rathaus-Chef, sei, ob es die Aufgabe des Steuerzahlers sei, die Schwimmkurse zu finanzieren.

Wie die Verwaltung in ihrer Vorlage schreibt, kostet ein Kinderschwimmkurs beim SC Korb für Nichtmitglieder 90 Euro und für Mitglieder 50 Euro. Bei der DLRG fallen 60 Euro an. Bei rund 100 Kindern würden sich die jährlichen Kosten, die von der Gemeinde für die Schwimmkurse bereitzustellen sind, auf rund 5000 bis 9000 Euro belaufen, so die Verwaltung.

Günther Posowert von den Freien Bürgern sagte, dass das Gremium mit Blick auf die derzeitige Haushaltslage über einen solchen Antrag nicht nachzudenken habe. Schließlich steht seit der Corona-Pandemie fest: Es wird nur in notwendige Vorhaben investiert, um den Gemeindehaushalt nicht zusätzlich zu belasten.

Darüber hinaus machte Bürgermeister Müller auf das Hallenbad aufmerksam, das für rund fünf Millionen Euro kernsaniert wurde. Somit sei jedem Korber die Möglichkeit gegeben, in der Gemeinde schwimmen zu gehen.

Wer sich aus finanziellen Gründen einen Kinderschwimmkurs nicht leisten könne, dem riet SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Klotz, das Angebot im Sommer im Korber Bädle in Anspruch zu nehmen, um kostenlos schwimmen zu lernen.

Damit Kinder in Korb bereits vor dem Schuleintritt das Schwimmen lernen, beantragte die Fraktion CDU/Freie Wähler kostenlose Kurse für Fünfjährige. Die Idee dahinter: Die Gemeinde übernimmt die Kosten und schenkt Mädchen und Jungen im Alter von fünf Jahren einen Kursgutschein, der ausschließlich in der Gemeinde eingesetzt werden kann. Weil es sich bereits in der Diskussionsrunde abzeichnete, dass der Antrag bei einer Abstimmung keine Mehrheit im Gremium gefunden hätte, hat die Fraktion ihn

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