Korb

Korb nahm bisher 160 Flüchtlinge auf: Kapazitäten in Unterkünften ausgeschöpft

Flüchtlingsunterkunft
Neben der bestehenden Anschlussunterbringung in der Brucknerstraße in Korb soll eine weitere Container-Wohnanlage für 72 geflüchtete Menschen errichtet werden. © Gabriel Habermann

Nach aktuellem Stand hat die Gemeinde Korb 160 geflüchtete Menschen aufgenommen. Somit erfüllt sie ihr eigentliches jährliches Soll für die Aufnahme von Geflüchteten für das Jahr 2022 – was zuletzt auf 150 Menschen erhöht wurde. Deshalb geht die Gemeindeverwaltung davon aus, dass in den letzten Dezemberwochen „voraussichtlich keine Zuweisungen mehr erfolgen“ werden.

Fest steht, dass die Kapazitäten in den Unterkünften und angemieteten Wohnungen für Flüchtlinge aktuell ausgeschöpft sind.

Korb sucht dringend nach zusätzlichen Wohnungen

Wie bereits berichtet, sucht Korb schon seit dem Sommer dringend nach zusätzlichen Wohnungen und startete einen Appell an die Bürgerschaft, frei werdenden Wohnraum zu melden. So konnte bisher eine Hallenbelegung, wie sie in Waiblingen und Kernen schon Realität ist, verhindert werden. „Notunterkünfte in Schulen oder in Sporthallen sind vielleicht eine Notmaßnahme, aber sie sind für mich keine Lösung dieses Themas. Wir müssen andere Wege finden“, sagte der Korber Bürgermeister Jochen Müller bereits im September.

Gemeinde Korb möchte Geflüchtete eigentlich dezentral unterbringen

Deshalb soll, wie bereits beschlossen, neben der bestehenden Anschlussunterbringung in der Brucknerstraße zunächst eine zusätzliche Container-Wohnanlage für 72 Personen errichtet werden. Auch wenn die Gemeindeverwaltung die geflüchteten Menschen eigentlich dezentral unterbringen möchte, sind ihr im Moment die Hände gebunden, weil bisher keine Alternative gefunden werden konnte.

Freundeskreis Asyl warnt vor Intensivbelegung

Der Unterbringungsdruck ist hoch, die Situation im bestehenden Flüchtlingsheim in der Brucknerstraße angespannt. Dort herrsche eine Notsituation, machte bereits im Spätsommer der Freundeskreis Asyl darauf aufmerksam und schlug Alarm. Denn im Notfall sieht sich die Korber Gemeindeverwaltung gezwungen, dort in einem Raum bis zu vier Menschen unterzubringen. Damit würden bis zu 80 Menschen in der Brucknerstraße wohnen – rund doppelt so viele wie eigentlich gedacht. Das sieht der Freundeskreis nach wie vor kritisch und warnte vor einer Intensivbelegung.

Um auf die prekäre Situation in der Unterkunft aufmerksam zu machen, luden die Ehrenamtlichen zu einem nichtöffentlichen Vor-Ort-Termin ein. Die Waiblinger Landtagsabgeordnete Swantje Sperling (Grüne), Migrationsstaatssekretär Siegfried Lorek sowie Mitglieder des Gemeinderates und Vertreter der Verwaltung konnten sich vor Ort ein Bild von der bestehenden Einrichtung machen. „Beide Abgeordneten machten darauf aufmerksam, dass die weitere Entwicklung bei der Flüchtlingsunterbringung durch die Gemeinde Korb nicht vorausgesagt werden kann, ebenso wie die Entwicklung kurz vor der Sommerpause alle überrascht hatte“, schreibt die Gemeinde in ihrer Vorlage, die die Korber Haupt- und Ordnungsamtsleiterin Adalina Schäfer bearbeitete.

Statt zehn Quadratmetern 4,5 Quadratmeter pro Person?

Die Landtagsabgeordnete und der Staatssekretär haben der Gemeindeverwaltung zufolge den „Hinweis gegeben“, „ob die im Förderprogramm vorgesehene Mindestgröße von zehn Quadratmetern für die Anschlussunterbringungen der Kommunen nicht abgesenkt werden könnte“. Für „die vorläufigen Unterbringungen der Landkreise“ gelte eine Mindestgröße von 4,5 Quadratmetern pro Person. Zum Vergleich: Eine Tischtennisplatte, die 274 Zentimeter lang und 152,5 Zentimeter breit ist, entspricht einer Fläche von circa 4,2 Quadratmetern.

Da es sich bei der Anschlussunterbringung der Gemeinde um eine Notunterkunft handelt, gebe es rechtlich keine Mindestgröße, so die Verwaltung. Die Bewohner seien verpflichtet, sich vom ersten Tag an eigenständigen Wohnraum zu suchen. Dennoch plant die Gemeindeverwaltung, „bei den kommenden Unterkünften die im Förderprogramm vorgesehene Mindestgröße von zehn Quadratmetern“ pro Person einzuhalten, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion aus dem Rathaus.

Um geflüchtete Menschen, insbesondere aus der Ukraine, in Korb unterzubringen, plant die Gemeinde, wie bereits berichtet, Container aufzustellen. Das Vorhaben wird mit bis zu 400.000 Euro gefördert. „Aktuell liegt noch keine Förderzusage vor“, teilt die Gemeindeverwaltung mit.

Mussten bereits Bewohner in der Brucknerstraße zusammenrücken, um Platz für neu angekommene Geflüchtete zu schaffen? „Die aktuelle Belegung der Zimmer ist abhängig von der Größe der Räume und den jeweiligen Beziehungen der Menschen zueinander“, schreibt die Gemeindeverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion. Bei alleinstehenden Personen sei es der Verwaltung in der Gemeinschaftsunterkunft in der Brucknerstraße bisher gelungen, auf Dreifach-Belegungen zu verzichten. Bisher mussten sich nur zwei alleinstehende Personen ein Zimmer teilen.

Wohnraum in Korb gesucht

Diejenigen, die eine leerstehende Wohnung in Korb haben, die sie aktuell nicht benötigen, können sich beim Korber Integrationsteam unter der Telefonnummer 0 71 51/93 34 32 oder unter 0 71 51/93 34 37 melden.

Nach aktuellem Stand hat die Gemeinde Korb 160 geflüchtete Menschen aufgenommen. Somit erfüllt sie ihr eigentliches jährliches Soll für die Aufnahme von Geflüchteten für das Jahr 2022 – was zuletzt auf 150 Menschen erhöht wurde. Deshalb geht die Gemeindeverwaltung davon aus, dass in den letzten Dezemberwochen „voraussichtlich keine Zuweisungen mehr erfolgen“ werden.

{element}

Fest steht, dass die Kapazitäten in den Unterkünften und angemieteten Wohnungen für Flüchtlinge aktuell

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper