Korb

Korb: Neue Kita "Südrand Langenäcker" bietet mehr Betreuungsplätze als geplant

Kita Kinderhaus Langenäcker
Eine erste Skizze des Kinderhauses Südrand Langenäcker vom Januar. © Bankwitz Architekten

Beim geplanten Kinderhaus im Neubaugebiet Südrand Langenäcker gibt es neue Entwicklungen: Nachdem bei der ersten Präsentation der Architekten im Gemeinderat im Januar eine heftige Diskussion über die Anzahl der Plätze entbrannt war und sogar kurzzeitig über ein zusätzliches Geschoss nachgedacht wurde, haben die Bankwitz-Architekten ihren Entwurf noch einmal überarbeitet – dabei haben sie eine Lösung gefunden, mit der die Gemeinderäte wohl nicht gerechnet hätten.

Die Gebäudeaufteilung sei jetzt so gestaltet, dass man aus einer U-3-Gruppe eine Ü-3-Gruppe machen könnte, erklärt Thomas Wagner vom Bankwitz-Architekten-Büro in der Sitzung am vergangenen Dienstag. Die Gruppengrößen für die Altersstufen unter drei Jahren (Krippe, U 3) und ab drei Jahren (Kindergarten, Ü 3) sind gesetzlich festgelegt: 20 bis maximal 25 Kinder in den Ü-3-Gruppen, nicht mehr als zehn Kinder in den U-3-Gruppen.

Gruppen flexibel verändern

Wenn die Gemeinde Korb nach Fertigstellung des Kinderhauses Südrand Langenäcker also besonders großen Bedarf an Kindergartenplätzen hat, kann in der Kita eine Gruppe der Krippe in eine Kindergartengruppe umgewandelt werden. Statt maximal zehn Kindern unter drei Jahren hätten dort dann bis zu 25 über Dreijährige Platz. Mit drei Kindergartengruppen à 25 Kinder und einer Krippengruppe à zehn Kinder käme die neue Kita dann auf maximal 85 Plätze.

Damit das zulässig ist, haben die Architekten eine flexible Wand zwischen Mensa und Mehrzweckhalle eingeplant – so kann die Halle der Mensa zugerechnet werden, wenn mehr Kinder als ursprünglich geplant im Kinderhaus mittagessen werden. Mit den 85 Plätzen ist die Kapazität der Anlage aber auch vollständig ausgereizt: „Die Freiflächen sind die Grenze“, sagt der Architekt. Mehr geht nicht, ohne nicht auch den Garten zu vergrößern.

Die Entwurfsplanung geht immer mehr ins Detail

Auch bei der Ausstattung der Sanitäranlagen und bei den Wickelräumen haben die Architekten nachgebessert. Beide Stockwerke sind jetzt so angelegt, dass sie ganz kleine und ein bisschen ältere Kinder beherbergen können. Das ist gar nicht so einfach: So müssen in den Toiletten sogar Kloschüsseln verschiedener Größe verbaut werden.

In den überarbeiteten Entwurf sind auch andere Anregungen der Gemeinderäte eingeflossen: So haben einige zuvor schwer zugängliche Lagerräume Zugänge von außen bekommen. Zum Brandschutz haben sich die Architekten ebenfalls schon Gedanken gemacht: Dank eines geteilten Treppenhauses und zweier Außentreppen, die als Fluchtwege dienen, soll der Brandschutz kostengünstig und effizient geregelt werden.

Thomas Wagner stellte außerdem die Ökobilanz des Gebäudes vor: Als aus heimischen Nadelhölzern und Recycle-Beton hergestelltes Bauwerk, das mit einer kleinen Fotovoltaik-Anlage und einer Wärmepumpe versorgt werden soll, wird das Kinderhaus eine positive CO2-Bilanz haben: Es wird mehr CO2 in den Wänden gebunden als freigesetzt.

Der Gemeinderat stimmt einstimmig zu 

Die Gemeinderäte sind froh über diese Entwicklungen. Sie stimmen einstimmig dafür, den aktualisierten Entwurf als Grundlage für die weitere Entwurfsplanung zu übernehmen. Ein so geschlossenes Ergebnis war im Januar bei der ersten Vorstellung kaum denkbar: Damals hatten mehrere Gemeinderäte noch gegen den Entwurf gestimmt, weil ihnen die Anzahl der darin verfügbaren Plätze zu gering war.

Im ersten Entwurf der Architekten war nämlich eine feste Raumaufteilung für die vier Gruppen vorgesehen: die älteren Kinder im Erdgeschoss mit Gartenzugang, die jüngeren im Obergeschoss mit Dachterrasse. Eine fünfte Gruppe im Gebäude unterzubringen stand nicht zur Diskussion, da die Aufteilung des Gebäudes in vier Bereiche und die gesetzlich vorgeschriebenen Maße für den Spielbereich das nicht zulassen.

Anfang des Jahres war die Warteliste sehr lang

Gleichzeitig standen zu Beginn des Jahres insgesamt knapp 80 Kinder in Korb auf der Warteliste für einen Betreuungsplatz, gut 50 von ihnen älter als drei Jahre. Das war besonders deshalb problematisch, weil für Kinder ab drei Jahren ein gesetzlicher Anspruch auf einen Kindergartenplatz besteht. Deswegen setzten sich in der Sitzung im Januar mehrere Gemeinderäte dafür ein, die 70 Plätze in der geplanten Kita auf 80 aufzustocken und notfalls ein zusätzliches Geschoss zu bauen.

Die Warteliste sei mittlerweile zum Glück geschrumpft, berichtete Bürgermeister Jochen Müller in der Sitzung am vergangenen Dienstag: „Im Moment haben wir fünf Kinder über drei, die auf der Warteliste sind.“ Somit sei die Situation gerade nicht dramatisch. Der Bedarfsplan für die Kindergartenplätze steht aber im Moment noch aus: Er soll dem Gemeinderat vor den Sommerferien vorgestellt und am besten auch gleich beschlossen werden.

Wegen Corona dauere das etwas länger als geplant, so der Bürgermeister. Große Hoffnungen setzt die Gemeinde auch auf die „Tagespflege in anderen geeigneten Räumen“ (kurz: Tiger), die der Tageselternverein Waiblingen schon bald in Korb eröffnen will und die sich besonders an Kinder unter drei Jahren richtet.

Beim geplanten Kinderhaus im Neubaugebiet Südrand Langenäcker gibt es neue Entwicklungen: Nachdem bei der ersten Präsentation der Architekten im Gemeinderat im Januar eine heftige Diskussion über die Anzahl der Plätze entbrannt war und sogar kurzzeitig über ein zusätzliches Geschoss nachgedacht wurde, haben die Bankwitz-Architekten ihren Entwurf noch einmal überarbeitet – dabei haben sie eine Lösung gefunden, mit der die Gemeinderäte wohl nicht gerechnet hätten.

Die Gebäudeaufteilung

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper