Korb

Korb schafft Wege im Wald für Mountainbiker: Bau übernehmen Sportler selbst

Mountainbiken
Michael Häußermann und Sebastian Fäsche vom Verein „Shape and Ride“ begleiten das Projekt zu Mountainbike-Trails. © ZVW/Alexandra Palmizi

Wo können Mountainbiker im Wald rund um Korb und Kleinheppach im Gelände unterwegs sein? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Korber Gemeinderat in der vergangenen Sitzung und beschloss einstimmig mehrere Wege, etwa am Korber Kopf, dem Hanweiler Sattel und Kleinheppacher Kopf. Um den Bau und die Pflege der Wege wollen sich die Mountainbiker selbst kümmern, erklärte der stellvertretende Forstamtsleiter des Landkreises, Ulrich Häußermann.

Der Punkt sei, erklärte Ulrich Häußermann, dass Mountainbiker aktuell schon im Wald unterwegs seien, nur eben auf illegalen Wegen. „Es ist nicht die Frage, ob im Wald gefahren darf, sondern wo und wie können und wollen wir dies intelligent steuern“, sagte er. Der Punkt sei eben, dass der Wald als Ort der Freizeitgestaltung von unterschiedlichen Gruppen genutzt werde. Mit der Corona-Pandemie habe sich das Freizeitverhalten nochmals verändert. E-Bikes, aber auch Fahrräder ganz allgemein erlebten einen Boom.

Hinzu kommen Jogger und Wanderer, die den Wald ebenso nutzen. Wie schafft man ein Miteinander unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Waldbesitzer, Jagdpächter und des Naturschutzgedankens? Wie kann man im Wald sogenannte Ruhezonen für das Wild schaffen?

Ulrich Häußermann: Eine Verbesserung der Lage für alle ist das Ziel

Ziel sei demnach eine Verbesserung der Situation für alle Beteiligten, erklärte Häußermann, gemäß der Idee, Mountainbiker durch ein entsprechendes Angebot im Wald zu lenken. Im Koalitionsvertrag der Landesregierung stehe dazuhin, dass Mountainbikern Möglichkeiten geschaffen werden, ihren Sport auf ausgewiesenen Wegen auszuüben.

Zu Beginn des Prozesses, der sich über den kompletten Landkreis verteilt, wurde der Rems-Murr-Kreis in vier unterschiedliche Gruppen unterteilt. Ziel sei es gewesen, den Bezug zu den Mountainbikern herzustellen. Zur Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB) hatte sich eine Regionalgruppe gegründet, die IG Rems-Murr um Patrick Ortwein. In Korb hatte sich als begnadeter Mountainbiker bald schon Michael Häußermann gesprächsbereit gezeigt.

„Shape and Ride“ hat 80 Mitglieder

Zusammen mit Sebastian Fäsche sowie sieben weiteren Gründungsmitgliedern schufen sie den Verein „Shape and Ride“. Ende September seien sie mit ihrer Homepage online gegangen, nun zählt der Verein bereits rund 80 Mitglieder, berichten sie im Anschluss der Sitzung. Mittlerweile fühlen sie sich nicht nur für Korb zuständig, sondern auch für Winnenden, Waiblingen, Remshalden und Weinstadt. Schwaikheim und Berglen kämen eventuell noch dazu. Rund 50 legale Trails seien in ihrer Obhut, meint Michael Häußermann vom Verein „Shape and Ride“. Gerade jüngere Mountainbiker im Verein würden es kaum abwarten können, dass die Wege offiziell geschaffen werden, nachdem sie sich lange Zeit skeptisch gegenüber der Arbeit des Vereins gezeigt hätten.

Inzwischen seien zahlreiche Ehrenamtsstunden in das Projekt geflossen, so die beiden Vorstandsmitglieder. Nachdem sich Forstamt und Mountainbiker auf Wege geeinigt hatten, die den Anforderungen entsprechen, folgte eine weitere Abstimmung mit Jagdpächtern. „Die meisten Trails gab es schon“, so Ulrich Häußermann vom Forstamt Rems-Murr. Bisher illegale Trails sollen in dem Zusammenhang sukzessive zurückgebaut werden.

Schilder informieren Besucher im Wald über Mountainbike-Strecken

Die Wege sollen für Nutzer durch eine entsprechende Beschilderung kenntlich gemacht werden, deren Kosten der Landkreis übernehmen wird. Wanderer, Spaziergänger oder Jogger, welche die Wege ebenso nutzen können, werden auf die Mountainbiker aufmerksam gemacht. Weitere Schilder informieren über die Regeln zur Nutzung. Über einen QR-Code erhalte man weitere Informationen über die Wegepaten, erklärt Häußermann.

Wo sollen die legalen Wege verlaufen?

„KK-Line-Lefthand-Side“ ist die Bezeichnung eines Weges, der oberhalb des Skulpturenlehrpfads verlaufen soll. Ein zweiter Pfad mit dem Namen „Korber Kopf Line Easy Downhill“ soll oberhalb eines Waldbiotops verlaufen in Richtung Hanweiler Sattel. Grummelzwerg ist die Bezeichnung eines dritten Wegs, der gleichzeitig den Fußweg vom Wasserbehälter in Richtung Hanweiler Sattel entlasten soll, sowie die Achse Kreuzeiche ebenso bis zum Hanweiler Sattel. Der Weg werde neu angelegt, und zwar geländeschonend und ans Gelände angepasst. Von der Beinsteiner Seele zum Kleinheppacher Kopf soll der Trail „Holzfüchsle Uphill“ heißen.

Wie ist die Beschaffenheit der Wege?

„Die Wege ähneln Wanderwegen“, erklärt Michael Häußermann im Gespräch mit der Redaktion. Gebaut werden sie von Ehrenamtlichen des Vereins. Man brauche nicht viel, meint er. Einen Spaten, der Boden werde verdichtet und von Laub befreit, stellenweise etwas Schotter zur Drainage, damit Wasser besser ablaufen könne und Wege besser und sicherer werden. Fachwissen dazu hätten sie aus ihrer jahrelangen Erfahrung als Mountainbiker. „Wir sind in Bikeparks unterwegs“, betonte Sebastian Fäsche. „Wir wissen, wie solche Wege sein müssen!“ Schanzen oder andere Bauwerke soll es keine geben, lediglich überrollbare Hindernisse wie Erdhügel oder Äste, sagte auch Ulrich Häußermann vom Forstamt in der Gemeinderatssitzung.

Für die Wege soll keine Werbung gemacht werden, betonte Ulrich Häußermann, da man keine ortsfremden Touristen anlocken wolle. Die Wege sollen lediglich unter den Mountainbikern bekanntwerden. Dass das Netzwerk funktioniert, zeigte an dem Abend, wie viele Mountainbike-Fans in die öffentliche Sitzung gekommen waren. Ein kleiner Aufruf von Michael Häußermann genügte, und rund 30 Vereinsmitglieder waren da.

Im nächsten Schritt werden die Wege mit dem Naturschutz abgestimmt.

Wo können Mountainbiker im Wald rund um Korb und Kleinheppach im Gelände unterwegs sein? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Korber Gemeinderat in der vergangenen Sitzung und beschloss einstimmig mehrere Wege, etwa am Korber Kopf, dem Hanweiler Sattel und Kleinheppacher Kopf. Um den Bau und die Pflege der Wege wollen sich die Mountainbiker selbst kümmern, erklärte der stellvertretende Forstamtsleiter des Landkreises, Ulrich Häußermann.

Der Punkt sei, erklärte Ulrich Häußermann,

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