Korb

Korb spart Energie: Temperaturen werden gesenkt, aber das Hallenbad bleibt offen

Energiesparen
Die Gemeinde schlägt Temperatursenkungen vor: In Schulen sollen die Räume auf 20 Grad beheizt werden, in Kitas sind es 22 Grad. © ZVW/Gaby Schneider

Es geht um die Umwelt, aber auch um die eigene Finanzlage – die Gemeinde Korb will Energie sparen. „Zum einen, um als Kommune als Vorbild zu fungieren, zum anderen aber auch, um Kosten einsparen zu können“, heißt es in der Gemeinderatsvorlage. Die hohen Energiepreise gehen auch an Korb nicht spurlos vorbei, sie seien eine Belastung.

Allein eine Verdoppelung der Energiepreise führe der Gemeinde zufolge zu Mehrkosten von jährlich rund 500.000 Euro. Die vorgesehenen Sparmaßnahmen unterscheiden sich in die vom Bund in der Energieeinsparverordnung festgehaltenen Maßnahmen und solche, die von der Gemeinde selbst beschlossen wurden.

Gemeinde schlägt Temperatursenkung vor

In der Bürgermeisterkreisversammlung ist die Spar-Thematik den Angaben der Gemeinde nach diskutiert worden. Nun will Korb einige Punkte davon umsetzen – allen voran wird die Reduzierung der Raumtemperatur in Klassen- und Verwaltungsräumen an Schulen vorgeschlagen. Auf 20 Grad sollen die Räumlichkeiten demnach, sofern technisch möglich, beheizt werden, das Kultusministerium schlägt hingegen eine Temperatur von 21 Grad vor. Die Gemeinde begründet: „Die Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad Celsius verringert die Energiekosten um rund sechs Prozent.“ In Kindertagesstätten schlägt die Gemeinde eine Temperatur von 22 Grad vor, lediglich der Wickelbereich soll wärmer bleiben, bei 24 Grad.

In Sport- und Turnhallen soll es noch kälter werden: 15 Grad ist hier die Devise. In die Entscheidung, welche Temperatur letztendlich angemessen ist, wurde der SC Korb mit eingebunden. Dieser empfindet 15 Grad als deutlich zu kalt. 17 Grad mindestens müssten es dem Verein zufolge sein, an Wettkampftagen sogar 19 Grad. „Das teilte uns die Geschäftsstelle zusammenfassend mit“, sagt Kämmerer Stefan Obenland. Diese Änderung hat der Gemeinderat in den Beschluss mit aufgenommen und sich letztendlich auf die vom SC Korb vorgeschlagenen Hallentemperaturen geeinigt.

Auch das Duschen nach dem Sport, das nach dem Vorschlag der Gemeinde „während des Trainingsbetriebs ausgesetzt sein“ sollte, wird weiterhin möglich sein. „Man muss abwägen, was sinnvoll ist und was purer Aktionismus“, findet Jürgen Klotz, Fraktionsvorsitzender der SPD. Er weist darauf hin, dass Schimmel bei heruntergekühlten Räumen zum Problem werden kann und auch das Abschalten von Warmwasser Auswirkungen auf die Hygiene der Rohre habe.

Auch der im Raum stehenden Schließung des Hallenbades an Wochenenden sieht Jürgen Klotz kritisch entgegen: „Am Montag muss dann sehr viel Energie aufgebracht werden.“ Ob sich das letztendlich rentiere, bezweifelt er. Bürgermeister Jochen Müller spricht sich ebenfalls gegen eine Schließung aus: „Wir versuchen, das Hallenbad offen zu halten.“ Dennoch wird sich auch hier etwas ändern: Die Wassertemperatur soll an den Wochenenden auf 27 Grad heruntergekühlt werden, unter der Woche soll sie 28 Grad betragen. „Bei einer Temperatur von 28 Grad kann der SC Korb noch 70 bis 80 Prozent seiner Angebote ausführen“, sagt Stefan Obenland.

Doch nicht nur Temperatursenkungen sind im Maßnahmenpaket enthalten – auch über die Beleuchtung wird diskutiert.

Die Weihnachtsbeleuchtung bleibt

In puncto Weihnachtsbeleuchtung steht jedoch schon jetzt für die Gemeinde fest: „Ein kompletter Verzicht wird nicht für gut erachtet und nicht umgesetzt.“ Die Beleuchtung werde mit Anzahl der Bäume jedoch reduziert: Statt wie bisher vier Bäume werden im Winter dieses Jahres nur zwei in Korb aufgebaut. „Entfallen sollen die Weihnachtsbäume in Steinreinach und bei der Alten Kelter“, verkündet die Gemeinde. CDU-Gemeinderat Martin Schwegler wendet ein, dass nicht die Anzahl der Bäume reduziert werden müsse, sondern lediglich deren Beleuchtung. Auch Bürgermeister Jochen Müller findet: „Eine gewisse Atmosphäre muss bleiben.“ Doch weist er auch darauf hin, dass es immer schwieriger werde, große Tannen zu beschaffen.

Während bei der Winterbeleuchtung eine Reduzierung bewirkt werden kann, hat die Korber Straßenbeleuchtung „in den letzten Jahren schon eine weitestgehende Optimierung erreicht“. Weitere Maßnahmen wären mit Kosten verbunden und somit nur dann tragbar, wenn die Finanzen es zulassen. So müssten Ampeln und Fußgängerüberwege für eine Komplettabschaltung von der restlichen Straßenbeleuchtung abgekoppelt werden. „Dies ist technisch kurzfristig nicht umsetzbar“, so die Gemeinde. Eine weitere Möglichkeit wäre die Umstellung auf LED.

Neben diesen Maßnahmen, die die Gemeinde selbst bestimmen konnte, unterliegt Korb aber auch verpflichtenden Einsparungen, die durch den Bund festgesetzt wurden. Dabei handelt es sich um Maßnahmen im öffentlichen Raum.

So dürfen Flure und Foyers nicht mehr beheizt werden, an Büro-Arbeitsplätzen wurde eine Höchsttemperatur von 19 Grad festgelegt. Auch Heizlüfter dürfen nicht installiert werden und das Warmwasser ist „auszuschalten, wenn der Betrieb überwiegend zum Händewaschen vorgesehen ist“. Grundsätzlich sei die Beleuchtung von Gebäuden untersagt.

Um Ressourcen zu sparen, hat die Gemeinde außerdem beschlossen, das Rathaus zwischen Weihnachten und Neujahr zu schließen. „Es wird eine Rufbereitschaft geben“, sagt Bürgermeister Müller. Diese werde sich auch in der Schließzeit dringender Fälle annehmen. Die Schließung des Rathauses ist dem Korber Bürgermeister zufolge eine sinnvolle Maßnahme zum Energiesparen.

Es geht um die Umwelt, aber auch um die eigene Finanzlage – die Gemeinde Korb will Energie sparen. „Zum einen, um als Kommune als Vorbild zu fungieren, zum anderen aber auch, um Kosten einsparen zu können“, heißt es in der Gemeinderatsvorlage. Die hohen Energiepreise gehen auch an Korb nicht spurlos vorbei, sie seien eine Belastung.

Allein eine Verdoppelung der Energiepreise führe der Gemeinde zufolge zu Mehrkosten von jährlich rund 500.000 Euro. Die vorgesehenen Sparmaßnahmen

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper