Korb

Korb treibt Windkraft-Prüfung voran

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Symbolbild. © Joachim Mogck

Korb. Sind auf der Buocher Höhe Windräder denkbar? Die Beantwortung dieser Frage will die Korber Gemeindeverwaltung aktiv vorantreiben. Mit Rückendeckung der Räte wird sie das Landratsamt auffordern, eine artenschutzrechtliche Untersuchung anzustrengen. Denn derzeit liegt die Prüfung des Standorts für den Regionalplan auf Eis.

Eigentlich wollte der Verband Region Stuttgart noch in diesem Jahr Klarheit über die Vorranggebiete für Windkraftanlagen schaffen. Für den Waiblinger und Korber Standort auf der Buocher Höhe sieht’s damit allerdings schlecht aus.

Klarheit schaffen

An einem Drehfunkfeuer der Flugsicherung hängt’s: Die Bodenstation auf der Buocher Höhe sendet ein Funksignal in Ultrakurzwellen aus, das Piloten zur Orientierung dient. In zwei bis drei Jahren soll sie erneuert werden. Bis es so weit ist, kann der Gemeindeverwaltung zufolge nicht abschließend beurteilt werden, ob Windkraftanlagen an diesem Standort zulässig sind.

Doch etwas Klarheit könnte das Landratsamt bereits schaffen – indem es prüft, ob aus naturschutzrechtlicher Sicht etwas gegen Windräder spricht. Bürgermeister Jochen Müller schlug den Räten deshalb in der Sitzung am Dienstag vor, das Landratsamt „mit Nachdruck zu bitten“, eine solche Prüfung anzustrengen.

Keine Vorrangflächen für Windkraftanlagen in Landschaftsschutzgebieten

Denn der Standort WN-25 liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. In solchen Gebieten dürfen keine Vorrangflächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Also müssen Schutzgebiete so geändert (oder gar aufgehoben) werden, dass sie sich nicht mit Vorrangflächen überschneiden. Wenn das wegen artenschutzrechtlicher Bedenken nicht geht, werden Standorte verworfen.

Daher hält die Verwaltung es für sinnvoll, zu prüfen, ob das Gebiet auf der Buocher Höhe überhaupt geändert werden kann. Und nicht erst auf die Erneuerung des Funkfeuers zu warten, womöglich von der Flugsicherung grünes Licht zu bekommen – nur um dann am Schutzgebiet zu scheitern.

An anderen Standorten in Landschaftsschutzgebieten gab es solche Untersuchungen bereits. „Wir verstehen nicht, warum man das für andere Windkraftstandorte gemacht hat und für die Buocher Höhe nicht“, sagte Müller. Er kritisierte den daraus resultierenden „Schwebezustand“. Die Korber Räte sahen das genauso. Sie stimmten dem Beschlussantrag einstimmig zu.


41 Vorranggebiete

41 Vorranggebiete für Windkraftanlagen beinhaltet der Regionalplan des Verbands Region Stuttgart (VRS). 2012, zu Beginn der Beteiligungsrunden, waren dem VRS zufolge 96 Standorte im Gespräch.
Einige davon fielen weg, weil Landschaftsschutzgebiete nicht geändert werden konnten. Drei Beispiele nennt die Korber Verwaltung dafür: das Rudersberger Gebiet „Jux“, das „Hörnle“ bei Winnenden und Leutenbach sowie die Schorndorfer „Kaiserstraße“. Der VRS verfolgt diese Standorte nicht weiter.