Korb

Korber Violinist beim „Tag der Talente“ in Berlin

Junger Violinist lernt in Berlin dazu_0
Wenn der Korber Lewin Kreuz musiziert, sind sie eins: Er und seine Pistucci-Violine, die er sich vor zwei Jahren erspielt hat. © ZVW/Laura Steinke

Korb. Als einer von rund 300 jugendlichen Überfliegern hat der Korber Lewin Creuz am „Tag der Talente“ in Berlin teilgenommen. Drei Tage lang trafen sich Talente unter anderem aus Chemie, Musik und Literatur. Der 16-jährige Violinist lernte viel über Künstliche Intelligenz und wie er diese für seine eigenen Kompositionen nutzen kann.

Die für den „Tag der Talente“ zuständige Pressesprecherin ist ganz begeistert von Lewin Creuz (16). Der Nachwuchs-Violinist, der einen Preis nach dem anderen abräumt, habe das gewisse Etwas, sagt sie am Telefon und lacht. Vielleicht komme ja der nächste David Garrett aus Korb.

Lewin Creuz mag’s eher klassisch

Auf dem besten Wege ist Lewin Creuz. Seit er drei Jahre alt ist, spielt er Violine. Der junge Korber belegte erste Plätze beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ und internationalen Geiger-Wettbewerben. Sein erstes Solokonzert spielte er im Alter von 14 Jahren in der Stuttgarter Liederhalle. Sein jüngster Erfolg war der erste Bundespreis in der Solobewertung für Violine bei „Jugend musiziert“. Das sicherte ihm die Teilnahme am „Tag der Talente“ in Berlin Ende September.

Schon bevor er sich auf den Weg dorthin machte, interessierte sich Lewin Creuz dafür, wie er sich digitale Hilfe beim Komponieren zunutze machen kann. Seit 2014 ist er Jungstudent an der Musikhochschule Stuttgart. Beim „Tag der Talente“, einer Veranstaltung des Bundesbildungsministeriums, traf er rund 300 andere Überflieger aus verschiedensten Bereichen. Das Thema in diesem Jahr: Künstliche Intelligenz. In einem Workshop probierte Lewin gemeinsam mit anderen Musikern aus, wie sie Künstliche Intelligenz beim Komponieren nutzen können.

Mit einer Software programmierten die jungen Talente eine Melodie. Viel einfacher ließen sich Tonhöhen verstellen und Varianten ausprobieren als beim klassischen Komponieren mit Stift und Papier, berichtet Lewin. Das Programm könne auch eigenständig Melodien weiterentwickeln. Klingt spannend, zumindest für Komponisten, die gute Programmierer sind. Lewin Creuz mag’s eher klassisch: „Auf einem Blatt geht das schneller.“

„Wenn ich einen Sport mache, dann auch auf einem hohen Niveau“

Dennoch ist dem 16-Jährigen ein Vortrag in Berlin ganz besonders im Gedächtnis geblieben. Ranga Yogeshwar, ehemaliger Moderator des WDR-Wissensmagazins „Quarks“, erklärte den Teilnehmern, wie E-Books (elektronische Bücher) bald Krankheiten erkennen könnten. Er riet den jungen Leuten, berichtet Lewin: „Seid offen für Neues!“ Das nimmt sich der 16-Jährige zu Herzen, schließlich würden die Menschen neuen Entwicklungen oft mit Angst begegnen. Auch über Roboter, die Menschen in Krisensituationen retten, und Schwarmintelligenz lernte Lewin einiges.

Vielfältig sind die Interessen des Elftklässlers ohnehin: In seiner Freizeit spielt er gerne Tischtennis, schwimmt, spielt Schach oder joggt. Seit drei Jahren trainiert er für einen Halbmarathon.

Für die Konzentrationsarbeit, die er in der Schule und bei Musik-Wettbewerben aufbringt, suchte er einen Ausgleich. Dabei sei für ihn klar gewesen: „Wenn ich einen Sport mache, dann auch auf einem hohen Niveau.“ Der Sport helfe ihm, sich beim Musizieren besser zu konzentrieren. Sein Geigenspiel habe sich dadurch verbessert.

Geige und Geiger entwickeln sich weiter

Seit zwei Jahren musiziert Lewin mit einer Pistucci-Geige, einer Leihgabe des Großen Deutschen Musikinstrumentenfonds Hamburg. Besonders sei, erklärt er, dass jede Stelle des Instruments eine andere Klangfarbe habe. Auch werde der Klang der Geige mit dem Alter besser. „Die Geige hat sich entwickelt“, sagt er. „Wahrscheinlicher ist aber, dass ich mich mit ihr entwickelt habe“, fügt er hinzu und lacht.


Tag der Talente

Die Preisträger bundesweiter Schüler- und Jugendwettbewerbe lädt das Bundesbildungsministerium seit 2006 jedes Jahr zum „Tag der Talente“ ein. Das Ministerium möchte damit auf die Begabungen junger Menschen aufmerksam machen, heißt es auf der Webseite des Ministeriums.

Die Veranstaltung biete eine Austauschplattform für junge Erfinder, Denker und Kreative untereinander sowie mit fachlichen Experten.

Bei einer festlichen Abschlussveranstaltung überreicht Bundesbildungsministerin Anja Karliczek den jungen Talenten eine Urkunde.