Korb

Lernbrücken in der Gemeinschaftsschule Korb: Schule in den Ferien

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Die Schüler der Lernbrücke verausgaben sich in der Sporthalle. © Ralph Steinemann Pressefoto

Ist es eine Strafe für die Kinder, wenn man sie in den Sommerferien in die Schule schickt? Während die anderen Kinder ausschlafen, ins Freibad gehen oder vor einer Spielkonsole sitzen, drücken 42 Schüler in den letzten zwei Wochen der Sommerferien die Schulbank. Die Gemeinschaftsschule in Korb bietet für ihre Schüler ein Projekt namens „Lernbrücke“ an. In diesen zwei Wochen können sich die Schüler auf den Einstieg in das neue Schuljahr vorbereiten, versäumten Stoff nachholen, das bereits Gelernte wiederholen und Mitschüler treffen.

Das Projekt „Lernbrücke“ richtet sich an Schüler von der vierten bis zur neunten Klasse und findet werktags von 8 Uhr bis 11.20 Uhr statt. Für diese zwei Wochen haben die Schüler einen Stundenplan, der zum Beispiel die Fächer Deutsch, Mathematik und Sport beinhaltet. „Das Sportprogramm bieten wir als Alternative zum Lernen an“, sagt Jochen Binder, Rektor der Gemeinschaftsschule Korb.

„Andere Schüler sollten das auch machen“, sagt Benedikt Agner

Im normalen Schulalltag befinden sich in der Regel 650 Schüler im Schulgebäude. In den letzten zwei Wochen der Sommerferien sind es 42 Schüler. Die Schüler der Lernbrücke stehen dem Projekt der Keplerschule positiv gegenüber, denn hier können sie ihre Schulkameraden und Freunde treffen.

Viele Schüler besuchen freiwillig die Sommerschule, wie Benedikt Agner, der nach den Ferien die achte Klasse besuchen wird. „Ich finde die Schule in den Ferien gut, denn ich hab morgens nie was zu tun“, sagt er. Vincent Schmider, der ebenfalls im kommenden Schuljahr die achte Klasse besuchen wird, war anfangs von der Idee der Eltern nicht überzeugt. Er erfuhr am letzten Schultag, dass sich seine Sommerferien um zwei Wochen verkürzen würden. „Am Anfang hatte ich gar keinen Bock drauf“, sagt Vincent Schmider, „doch jetzt bin ich froh, dass ich dabei bin.“

In kleinen Gruppen lernt es sich besser

Bei manchem Schüler war es sogar so, dass sie ihre Eltern gefragt haben, ob sie in den Ferien in die Schule gehen dürfen. Die Schüler sind so begeistert von der Lernbrücke, dass sie es anderen Schülern für das kommende Jahr empfehlen. „Andere Schüler sollten das auch nächstes Jahr machen“, sagt Benedikt Agner.

Natürlich stehe im Vordergrund das Lernen, aber da die Gruppen beschaulich groß sind - durchschnittlich zehn Schüler pro Gruppe -, mache sogar das Lernen Spaß. „Es ist wichtig, dass die Stärken jedes einzelnen Schülers gefördert werden und die Schüler die Aufgaben bekommen, die ihrem Level entsprechen“, sagt Jochen Binder. Aus diesem Grund wird auch das Sportprogramm angeboten. In der Sporthalle können sich die Kinder körperlich auslasten und einfach Spaß haben. Außerdem müsse während des Sportunterrichts keine Maske mehr getragen werden, was auch eine gute Alternative zum Unterricht im Klassenzimmer sei.

Viele junge Lehrer und Lehrerinnen

Was besonders gut bei den Schülern ankomme, seien die jungen Lehrer dieses Jahr. Anfangs dachten die Schüler, dass sie die bekannten Lehrer der letzten Jahre bekämen. Dieses Jahr sind es zum Teil Referendarinnen und Referendare, die einen neuen Schwung in die Schule bringen, so die Schüler der siebten Klasse. Für die angehenden Lehrer sei dieses Projekt eine gute Chance, die gelernte Theorie in die Praxis umzusetzen. „Die Theorie kann man auswendig lernen, aber den Umgang mit den Kindern kann man nicht einfach so lernen“, sagt der Rektor der Keplerschule. Auf diese Weise können die angehenden Lehrer ohne Prüfungskomitee im Hintergrund das Unterrichten üben und die Kinder kommen dabei auch nicht zu kurz.

Wie fängt man die Kinder auf, die zu Hause nicht gefördert werden?

Viele Kinder der Lernbrücke wollten freiwillig die Schulbank während der Ferien drücken. Manche Schüler, wo bekannt war, dass sie in manchen Fächern Schwächen aufweisen, wurden gezielt von Lehrern angesprochen. Jochen Binder, der Rektor der Gemeinschaftsschule in Korb, stellt sich da die entscheidende Frage: „Wie fängt man die Kinder auf, die zu Hause nicht so gefördert werden?“ Solche Projekte, wie zum Beispiel die Lernbrücke, seien eine gute Möglichkeit. Während die anderen zu Hause nichts tun, könne der eine oder andere Schüler seine Schwächen mit der Unterstützung von Lehrern und Referendariaten reduzieren. Auch für die Eltern, die finanziell nicht so gut aufgestellt seien, sei dieses Projekt eine gute Hilfestellung, da es kostenfrei von der Schule angeboten wird.

Ein weiteres Projekt, das an Schulen in Baden-Württemberg durchgeführt wird, ist „Bridge the Gap“, wobei Lehramt-Studenten an Schulen aushelfen, die dringend Unterstützung benötigen. Bisher haben sich um die 900 Studenten für dieses Projekt beworben, teilt die Internetseite des Kultusministeriums mit. Außerdem planen Bund und Länder ein weiteres Projekt namens „Rückenwind“, um die Lernrückstände der Schüler zu reduzieren. Dabei sollen Fördermittel zur Verfügung gestellt werden, die schließlich im Unterricht integriert werden sollen.

Ist es eine Strafe für die Kinder, wenn man sie in den Sommerferien in die Schule schickt? Während die anderen Kinder ausschlafen, ins Freibad gehen oder vor einer Spielkonsole sitzen, drücken 42 Schüler in den letzten zwei Wochen der Sommerferien die Schulbank. Die Gemeinschaftsschule in Korb bietet für ihre Schüler ein Projekt namens „Lernbrücke“ an. In diesen zwei Wochen können sich die Schüler auf den Einstieg in das neue Schuljahr vorbereiten, versäumten Stoff nachholen, das bereits

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