Korb

Manchmal ist die Anfahrt weit: Wie die Skizunft Korb mit Schneemangel umgeht

Skizunft Korb
Die Ski - und Snowboardlehrer der Skizunft Korb fahren manchmal weite Wege für den Wintersport. © Skizunft Korb

Als die Skizunft Korb Anfang Januar einen Ausflug ins österreichische Ehrwald unternommen hat, war der Anblick der sonst so weißen Wintersportlandschaft ernüchternd. Wenn die zentimeterdicken Schneeschichten fehlen und stattdessen grüne Wiese die Piste ziert, komme kein Wintergefühl auf, berichtet Willi Minet. Er sitzt im Vorstand der Skizunft Korb, ist selbst Skilehrer und seit rund 18 Jahren leidenschaftlicher Fahrer. Dass zuletzt reichlich Schnee gefallen ist, freut ihn als Skifahrer, aber auch als Vorstand der Skizunft. Die anstehenden Fahrten können stattfinden – alle, bis auf die nach Oberstdorf.

Besteht ein Zusammenhang zur schlechten Schneelage Ende Dezember?

Auf der Internetseite der Skizunft weist ein rotes Kästchen darauf hin, dass die Tagesausfahrt nach Oberstdorf am 11. Februar abgesagt wird. „Es haben sich zu wenige angemeldet“, berichtet Willi Minet. Der Wintersportort im Allgäu hatte zuletzt mit Bildern des Langlauf-Events „Tour de Ski“ für eine kontroverse Debatte über die künstliche Beschneiung von Skigebieten gesorgt.

In den Nachrichten kursierten Bilder von grünen Wiesen, zwischen denen künstliche Loipen aufgeschüttet worden waren. Ob es in diesem speziellen Fall einen Zusammenhang zu der Berichterstattung gibt und die Teilnehmeranzahl aus diesem Grund so gering ist, vermag das Vorstandsmitglied jedoch nicht zu beurteilen. Hinter schwindenden Teilnehmerzahlen vermutet er viele Gründe: Corona oder Sparmaßnahmen könnten ihm zufolge ebenso dahinterstecken wie die Sorge vor grünen Pisten.

Anzahl der Wintersportler auf Ausflügen der Skizunft deutlich zurückgegangen

Ein Vergleich zu den Jahren vor Corona zeigt: Die Anzahl der Wintersportler auf Ausflügen der Skizunft ist deutlich zurückgegangen. Vor der Corona-Pandemie konnte die Skizunft auf ihren Ausfahrten stets zwei Busse mit rund 90 Teilnehmenden füllen. „Heute sind es 60“, sagt Willi Minet, der das Skifahren selbst bei der Skizunft gelernt hat. „Als ich mit zwölf begonnen habe, waren es noch vier Busse“, erinnert er sich. Eines aber ist für den leidenschaftlichen Fahrer sicher: Wenn es vorbei sein sollte, dann wäre das für ihn okay. Skifahren und Nachhaltigkeit ließen sich kaum vereinbaren, gibt er zu bedenken. „Das brauchen wir nicht schönzureden.“ Um Strecken in weiter entfernte Gebiete, in denen Schnee liegt, zurücklegen zu können, habe die Skizunft die Abfahrtszeit der Ausfahrten angepasst. Um 5.30 Uhr geht es in vielen Fällen schon in Korb los.

Generell ist die Skizunft in der Planung der Ausfahrten recht flexibel – je nach Schneelage entscheide sich meist erst am Mittwoch vor der Ausfahrt, in welches Skigebiet es am kommenden Wochenende gehe. Mittlerweile habe sich die Schneelage auch wieder gebessert, berichtet Willi Minet. Die Skigebiete sind seiner Beobachtung zufolge genauso voll, wie sie es in jedem Winter sind. Und das, obwohl die Energiekrise auch vor dem Wintersport keinen Halt macht. Die Preise seien teurer, die Lifte langsamer, manche Gebiete verzichteten ganz auf künstliche Beschneiung, sagt Willi Minet.

Eine Tauschbörse ermöglicht Sportlern, Geld zu sparen

Weil die Skizunft selbst nur wenig Einfluss auf die Kosten der Ausfahrt nehmen kann, bietet sie ihren Wintersportlern an anderer Stelle die Möglichkeit, Geld zu sparen: mit einer Tauschbörse. Einmal im Jahr, Ende Oktober, veranstaltet die Skizunft Korb gemeinsam mit dem VfL Waiblingen, dem SC Hegnach, dem SC Hohenacker und dem TB Beinstein eine Art Flohmarkt für Skikleidung in der Remstalhalle in Korb. Dort können gut erhaltene Helme, Kleidung oder Schuhe abgegeben werden, die dann von den Vereinsmitgliedern verkauft werden.

Die Einnahmen werden den ehemaligen Besitzern dann ausbezahlt, eine kleine Provision landet zugunsten der Vereine in der Vereinskasse. Bis es wieder so weit ist, steht den Korber Wintersportlern aber erst einmal die Wintersaison dieses Jahres bevor. Für die Mitglieder der Skizunft dauert sie bis Mitte März – die letzte Ausfahrt ist vom 9. bis 12. März in die Partnergemeinde Matrei geplant. „Wenn die Sonne scheint und das erste Mal gegrillt wird, dann ist die Saison vorbei“, sagt Willi Minet schmunzelnd.

Als die Skizunft Korb Anfang Januar einen Ausflug ins österreichische Ehrwald unternommen hat, war der Anblick der sonst so weißen Wintersportlandschaft ernüchternd. Wenn die zentimeterdicken Schneeschichten fehlen und stattdessen grüne Wiese die Piste ziert, komme kein Wintergefühl auf, berichtet Willi Minet. Er sitzt im Vorstand der Skizunft Korb, ist selbst Skilehrer und seit rund 18 Jahren leidenschaftlicher Fahrer. Dass zuletzt reichlich Schnee gefallen ist, freut ihn als Skifahrer,

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