Korb

Mountainbike am Hanweiler Sattel: Downhill-Rennen in Korb fällt aus

downhill
In diesem Jahr werden die Downhiller lediglich zu Trainingszwecken die Strecke am Hanweiler Sattel in Angriff nehmen. Das Rennen Ende August wird wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Foto: Jürgen Albrecht © Jürgen Albrecht

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht für die Radsportabteilung des SC Korb und die Fans spektakulärer Rennen. Die gute: Nach der wochenlangen coronabedingten Sperrung dürfen die Mitglieder die beiden vereinseigenen Mountainbike-Strecken am Hanweiler Sattel, mit den üblichen Auflagen, wieder befahren. Die schlechte: Das traditionelle Downhill-Rennen im Sommer fällt flach. „Das kriegen wir bei den derzeitigen Auflagen leider nicht hin“, sagt der Abteilungsleiter Matthias Bayer. Bei wahrscheinlich wieder rund 70 Fahrern plus Zuschauern könnten die Hygienestandards nicht eingehalten werden.

Ein Loch in der Vereinskasse

Mit etwas mehr als 60 Mitgliedern ist die Radsportabteilung des SC Korb zwar nicht übermäßig groß, dafür leistet sie durchaus besondere Dienste. Wo sonst in der näheren Umgebung wird den Fans des rasanten Mountainbike-Sports seit 2013 jedes Jahr eine vergleichbare Show geboten? Wo sonst können Downhiller ihren Sport – legal und auf genehmigten Strecken – ausüben?

Auf dem Woodpecker-Trail in Stuttgart-Degerloch, auf der „Esnos“ (Esslinger Nordschleife) in Esslingen, auf dem Flowtrail in Urbach – und eben auf dem Hanweiler Sattel. Das war’s. „Das Angebot ist nicht besonders groß“, sagt Matthias Bayer. „Für die Region ist unsere Veranstaltung schon wichtig“, sagt Bayer. „Und natürlich auch für die Vereinskasse.“

Es geht im Wald zu wie auf einem Rummelplatz

Die knapp einen Kilometer lange Strecke zwischen Korb und Hanweiler gibt’s mittlerweile seit rund zehn Jahren – und sie kann mit einer Besonderheit aufwarten: Die Gemeinde Korb verpachtete dem Verein damals einen markierten Bereich im Wald, in dem sich die Biker frei bewegen dürfen. Weil der Korridor breit genug ist, hat die Abteilung gleich zwei Strecken angelegt: Eine etwas leichtere, den sogenannten Flow-Trail mit ein paar Sprüngen. Und den technisch anspruchsvolleren Downhill, bei dem selbst erfahrene Lizenzfahrer ins Schwitzen kommen.

Beide Strecken sind allerdings ausschließlich den Mitgliedern vorbehalten. Der Hinweis auf diversen Schildern ist eindeutig, auch der Haftungsausschluss. „Es ist keine öffentliche Radstrecke“, sagt Bayer. „Wir zahlen auch die jährliche Versicherung.“ Bayer ist sich im Klaren darüber, dass die Strecke auch von anderen Bikern genutzt wird. „Wenn wir zufällig einen sehen, sprechen wir ihn darauf an. Aber wir haben natürlich keine Pförtner da stehen, die kontrollieren.“

Nicht-Mitglieder sind auf der Strecke also ebenso illegal unterwegs wie auf anderen Trails, die – ohne Genehmigung – im Wald angelegt worden sind und die seit Jahren für Ärger und ein schlechtes Image der Biker sorgen. Auch in diesen Tagen, in denen das Radfahren – unter anderem durch den E-Bike-Boom – beliebter denn je scheint. Auf den Radwegen im Tal herrscht ein ziemliches Gedränge. Doch nicht nur dort. „Auch im Wald ist abartig viel los“, so Bayer. „Seit der Coronakrise ist er mehr oder weniger ein Rummelplatz.“

Mountainbike-Gegner wird es immer geben

Die Menschen hätten mehr Zeit. Auch die Jugendlichen, weil die Schule teilweise geschlossen ist. „Die graben jetzt die Wälder um, sie machen sich darüber keinen großen Kopf und sehen nicht das große Ganze.“

Bayer befürchtet, dass der Kampf der Biker gegen ihr schlechtes Image andauern wird. „Mountainbike-Gegner wird es wahrscheinlich immer geben.“ Es sei sehr schwierig, die Biker zu kanalisieren. Sie suchten sich nun einmal neue Strecken. „Ein Wanderer möchte ja auch nicht jeden Tag dieselben Wege laufen.“

Um Veränderung bemüht sich auch die Radsportabteilung. Für die Rennen wird die Strecke in der Regel modifiziert – soweit dies der beschränkte Raum zulässt. Die Biker sollen mit einer anderen Linie vor neue Aufgaben gestellt werden. Das werde honoriert. „Unsere Rennen sind gut besucht, es kommen auch viele Zuschauer, unter anderem Familien mit Kindern.“

50 bis 60 Arbeitsstunden in einem Jahr an der Strecke

Seit die Fahrer ihre Bikes nicht mehr zum Startpunkt schieben müssen und ein Shuttle eingesetzt wird, sei das Rennen für die Teilnehmer noch attraktiver. „Sie kommen zu viel mehr Fahrten.“ Was für die Radsportabteilung wiederum mehr Arbeit bedeutet, schließlich muss die Strecke in Schuss gehalten werden. An einem Rennwochenende rast jeder der 70 Fahrer etwa 20-mal ins Tal, entsprechend belastet wird die Strecke. In diesem Jahr indes kann sie sich etwas erholen. Weil das Rennen ausfällt, ist nicht ganz so viel Pflege nötig. 50 bis 60 Stunden kämen in einem Jahr normalerweise etwa zusammen, schätzt Bayer.

Heuer können es die Mitglieder – gezwungenermaßen – etwas gemächlicher angehen lassen. „Der Rennausfall reißt schon ein Loch in unsere Kasse“, sagt Bayer. „Wir werden es aber überleben.“ Zumal ein bisschen finanzielle Unterstützung in Aussicht ist: Der Radsportverband hat angekündigt, dass er die Verluste der Vereine in einem gewissen Umfang ausgleichen werde. Wie hoch die Finanzspritze sein wird, kann Bayer allerdings noch nicht sagen.

Info

Etwas mehr als 60 Mitglieder hat die Radsportabteilung des SC Korb, 17 haben eine Lizenz gelöst – durchweg sind’s Mountainbiker. „Wenn jemand Interesse hat an einer Rennradabteilung, kann er sich gerne melden“, sagt der Abteilungsleiter Matthias Bayer: Mail: matthias.bayer@sckorb.de/www.sckorb.de/radsport

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht für die Radsportabteilung des SC Korb und die Fans spektakulärer Rennen. Die gute: Nach der wochenlangen coronabedingten Sperrung dürfen die Mitglieder die beiden vereinseigenen Mountainbike-Strecken am Hanweiler Sattel, mit den üblichen Auflagen, wieder befahren. Die schlechte: Das traditionelle Downhill-Rennen im Sommer fällt flach. „Das kriegen wir bei den derzeitigen Auflagen leider nicht hin“, sagt der Abteilungsleiter Matthias Bayer. Bei

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