Korb

Nach Abfuhr im April: Konzept für den Friedhof Kleinheppach steht

KleinheppachFriedhof
Der Friedhof in Kleinheppach. © Gaby Schneider

Anfang des Jahres hat der Ortschaftsrat Kleinheppach die Umgestaltung des Friedhofs beschlossen - der damalige Vorschlag des Planungsbüros Preuss kam im Gemeinderat aber gar nicht gut an. Der Tagesordnungspunkt wurde vertagt. Jetzt haben sich Planer und Ortschaftsrat noch einmal zusammengesetzt, ein neues Konzept ausgearbeitet. Für diesen Kompromiss konnte das Korber Gremium nun grünes Licht geben.

Der Friedhof liegt unmittelbar an der Hauptstraße, hat eine steile Hanglage, zwischen Gräbern und Wegen warten zahlreiche Stolperfallen, Wind, Wetter und Jahreszeiten haben den steinernen Begrenzungen sichtbar zugesetzt - im Kleinheppacher Friedhof besteht ganz klar Handlungsbedarf.

Planer stellt sich dem Gremium: Mehrere Alternativen zur Auswahl

Bei dem im April im Gemeinderat vorgestellten Sanierungsvorschlag blieben einige Fragen offen: Wolfgang Preuss selbst, der die Pläne entworfen hat, war in der Sitzung nämlich nicht anwesend. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates stellte sich der freie Landschaftsarchitekt jedoch den zahlreichen Fragen des Gremiums - und entschuldigte sich für die erste Präsentation der Pläne: Darin seien alle irgendwie denkbaren Änderungen zusammengefasst gewesen und es habe den Räten zu wenig Entscheidungsspielraum gelassen, so der Planer.

In der Zwischenzeit hat Wolfgang Preuss sich mit dem Ortschaftsrat Kleinheppach noch einmal intensiv zusammengesetzt, es habe eine Besichtigung vor Ort gegeben, berichtet Preuss. Außerdem hat Ortsvorsteher Gerhard Liebhard in aufwendiger Handarbeit sämtliche Absenkungen auf den Friedhofswegen dokumentiert und in einen Plan eingetragen - es sind eine ganze Menge solcher Beschädigungen. Allerdings: Am kaputtesten sei der Weg mit den wenigsten Senken, so der Planer.

Keine sofortige Erweiterung, Wege bleiben steilt 

Aus der fortgesetzten Planung sind jetzt gleich sechs Varianten entstanden, die sechste Variante ist im Ortschaftsrat schon als Favorit ausgewählt worden. Anders als im Planentwurf vom Frühjahr ist darin keine sofortige Erweiterung des Friedhofs auf das Grundstück der Gemeinde, das im Osten angrenzt, vorgesehen. Darauf könne dann immer noch zurückgegriffen werden, wenn der Platz im Bestand nicht mehr ausreiche, so Preuss.

Er hat den Räten auch eine Variante eines in Serpentinen verlaufenden Wegs mitgebracht, der zumindest einen Teil der im oberen Teil sogar 30 Prozent betragenen Geländesteigung ausgleichen würde. Allerdings rät er dringend davon ab, dies auch zu bauen: Denn der Weg könnte nur auf dem Grundstück neben dem Friedhof verlaufen und nähme so einer zukünftigen Erweiterung den Platz weg. „Wenn es ein Landschaftspark wäre, wäre ich sofort dabei“, so der Landschaftsarchitekt. „Aber es ist ein Friedhof.“

Friedhof wird neu organisiert, Bestand soll noch für 15 Jahre ausreichen

Stattdessen sieht der neue Plan vor, den unteren Teil des Friedhofs mit der geringfügigsten Steigung (immer noch 15 Prozent) für Erdbestattungen zu reservieren, hier könnte relativ unkompliziert bei Bedarf auch die Erweiterung nach Osten erfolgen. Der obere Teil, der schon ein ganzes Stück steiler ist, ist laut Planung zukünftig für Urnengräber vorgesehen.

Bei durchschnittlich acht Beerdigungen im Jahr – statistisch seien das aktuell ein Grab, ein Doppelgrab und sechs Urnengräber - sei der Friedhof Kleinheppach so für die nächsten 15 Jahre sicher aufgestellt. Selbst wenn dank steigender Energiepreise zukünftig keiner mehr Geld fürs Krematorium habe, so Wolfgang Preuss.

Zwei Wege werden neu gemacht, einer ausgebessert

Des Weiteren werden von der Hauptstraße aus gesehen der mittlere und der rechte Weg komplett neu gemacht. Der linke Weg dürfe bleiben: „Weil er noch gut ist“ - bis auf einige Senken, die der Ortsvorsteher ja schon dokumentiert hat. Diese sollen mit Material aus dem rechten Weg ausgebessert werden, die Steine sind die gleichen.

Die bisher mit Steinplatten ausgelegte seitliche Begrenzung fällt weg, hier soll stattdessen Splitt aufgeschüttet werden. Eine nördliche Verbindung zur Weinsteige ist in der Planung nicht vorgesehen, könnte aber nachgerüstet werden.

Öffentliche Toilette hinter der Kapelle

Eine Besonderheit bleibt das Öko-Klo: Das soll nach dem neuen Plan hinter der Kapelle aufgestellt werden, damit es vom Ort her gut und einfach zugänglich ist. Es sei barrierefrei und behindertengerecht, ein Solarpanel auf dem Dach sorge für Beleuchtung im Innenraum - es kommt aber ohne Wasser aus. Stattdessen gibt es einen mit Sägemehl gefüllten Behälter, der von außen abgezogen und der Inhalt kompostiert werden kann. „Es ist ein Camping-Artikel für den öffentlichen Raum“, so der Planer, aber einer, der durchaus langlebig sei und kurzfristig geliefert werden könne. „Das wäre dann das Pilotprojekt für Korb.“

Mit veranschlagten 124.000 Euro liegt dieser Planungsentwurf rund 9000 Euro über den im Haushaltsplan enthaltenen 15.000 Euro für die Umgestaltung des Kleinheppacher Friedhofs. Dennoch stimmten die Gemeinderäte dem Vorschlag schließlich sogar einstimmig zu.

Anfang des Jahres hat der Ortschaftsrat Kleinheppach die Umgestaltung des Friedhofs beschlossen - der damalige Vorschlag des Planungsbüros Preuss kam im Gemeinderat aber gar nicht gut an. Der Tagesordnungspunkt wurde vertagt. Jetzt haben sich Planer und Ortschaftsrat noch einmal zusammengesetzt, ein neues Konzept ausgearbeitet. Für diesen Kompromiss konnte das Korber Gremium nun grünes Licht geben.

Der Friedhof liegt unmittelbar an der Hauptstraße, hat eine steile Hanglage, zwischen

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