Korb

Nach Angriff auf Mitarbeiterin: Bürgerbüro in Korb öffnet mit Zugangskontrollen

Bürgerbüro Korb
Das Bürgerbüro öffnet am Montag, 5. Juli, wieder. © Gabriel Habermann

Nach dem Vorfall im Korber Bürgerbüro, bei dem vergangene Woche eine Mitarbeiterin von einem 27-jährigen Mann mit einer Krücke angegriffen und verletzt worden ist, wurde die Einrichtung erst einmal geschlossen. Nun soll das Bürgerbüro an diesem Montag, 5. Juli, wieder den Betrieb aufnehmen – mit Unterstützung aus Waiblingen. Das teilt die Gemeinde Korb in einer Pressemitteilung mit.

Mitarbeiterin ist weiterhin krankgemeldet

„Die Gemeindeverwaltung wird von zwei Kolleginnen des Bürgerbüros aus Waiblingen tatkräftig unterstützt“, heißt es darin. „Für die schnelle und unbürokratische Hilfe“ und „die wahre Nachbarschaft“ bedankt sich Korber Bürgermeister Jochen Müller bei Oberbürgermeister Andreas Hesky. Waiblingen helfe jederzeit gerne, so OB Hesky. Der Dank gelte seinem Team, das bereit ist, in Korb auszuhelfen. Die Mitarbeiterin, die angegriffen wurde, ist weiterhin krankgemeldet.

Um die Mitarbeiter im Bürgerbüro künftig vor solchen Übergriffen zu schützen, hat die Gemeinde Korb Maßnahmen ergriffen: Künftig wird ein Sicherheitsdienst, bis auf Weiteres, die Zugänge zum Bürgerbüro kontrollieren. Darüber hinaus wird im Bürgerbüro eine Not-Knopf-Anlage installiert, über die die Mitarbeiter bei Notfällen den Sicherheitsdienst alarmieren können.

Unabhängig davon ist die Verwaltung in engem Austausch mit dem Polizeirevier Waiblingen und dem Polizeipräsidium Aalen. Die Gemeindemitarbeiter haben bereits vor einem Monat an einem Tagesseminar „Deeskalationstraining“ teilgenommen. In Zukunft ist ein weiteres Schulungsangebot durch die Abteilung Prävention der Polizei angedacht.

Bürgermeister: Der Fall darf nicht pauschalisiert werden

Die Tat, die im Bürgerbüro geschehen ist, verurteilt Bürgermeister Jochen Müller aufs Schärfste. „Das, was meiner Mitarbeiterinnen passiert ist, das geht überhaupt nicht.“ Dennoch warnt der Bürgermeister davor, den Angriff eines Einzelgängers zu pauschalisieren. Nur, „weil sich jemand so verhält“, dürfe man „viele andere nicht in der gleichen Absicht bewerten“, sagt er.

Bei dem Angreifer handelt es sich um einen Asylbewerber, der schon oft auffällig geworden ist, in der Korber Unterkunft für große Probleme sorgt und bereits zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt worden ist.

„Durch dieses Verhalten kommen manche sehr schnell zum Ergebnis 'Die sind alle so' und das darf man nicht tun“, sagt Bürgermeister Jochen Müller. Vielmehr möchte er gelungene Beispiele der Integration in den Vordergrund stellen. Es gibt Menschen, „die versuchen, sich hier zu integrieren und verhalten sich sehr vorbildlich“, sagt er.

"Wir leben in einem Rechtsstaat"

Auch könne er den Frust mancher Bürger nachvollziehen. „Ich verstehe, dass manche sagen 'Es darf nicht sein, dass jemand sich so verhält und wir keine Möglichkeiten haben, dagegen vorzugehen.'“ Dem sei aber nicht so, sagt Müller. „Wir leben in einem Rechtsstaat, in einer Demokratie, da sind bestimmte Wege einzuhalten. Genauso konsequent muss man jetzt diese Wege gehen.“

Im Januar war der Mann bereits wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Allerdings hat er Rechtsmittel eingelegt. Wann das Berufungsverfahren stattfindet, ist laut Gemeinde noch nicht bekannt. Die Gemeinde ist dem Bürgermeister zufolge mit weiteren Behörden im Austausch. Fälle und Anzeigen, für die der Asylbewerber verantwortlich ist, würden an bestimmte Stellen weitergeleitet, etwa an das Landratsamt.

Wie die Gemeindeverwaltung künftig mit diesem Problem umgehen kann, auch darüber hat sie sich Gedanken gemacht. „Wir haben in den letzten Tagen sehr intensiv mit der Polizei noch mal nach allem geschaut“, sagt Müller, „auch vor dem Hintergrund, dass es Einrichtungen bei uns gibt, die solchen Menschen auch helfen können.“ Etwa medizinisch.

Der Freundeskreis Asyl – eine Gruppe Ehrenamtlicher – der sich in der Unterkunft engagiert, und die Gemeinde bei der Flüchtlingsarbeit unterstützt, kommt Bürgermeister Müller zufolge an seine Grenzen.

Nach dem Vorfall im Korber Bürgerbüro, bei dem vergangene Woche eine Mitarbeiterin von einem 27-jährigen Mann mit einer Krücke angegriffen und verletzt worden ist, wurde die Einrichtung erst einmal geschlossen. Nun soll das Bürgerbüro an diesem Montag, 5. Juli, wieder den Betrieb aufnehmen – mit Unterstützung aus Waiblingen. Das teilt die Gemeinde Korb in einer Pressemitteilung mit.

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„Die Gemeindeverwaltung wird von zwei

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