Korb

Neue Kita, Bushaltestellen, neue Schulden: 2023 wird  für Korb kein leichtes Jahr

Richtfest Kinderhaus
Das Kinderhaus Südrand Langenäcker beim Richtfest im Oktober 2022: Eines der wichtigsten und teuersten Projekte der Gemeinde Korb. © ALEXANDRA PALMIZI

Ein neues Kinderhaus für dringend benötigte, zusätzliche 85 Kindergartenplätze, die 5,2 Millionen Euro schwere Sanierung des Hallenbads und der Umbau der Gemeinschaftsschule, der mehr Geld verschlingt, als ursprünglich geplant: Korb hat in den vergangenen Jahren viel investiert.

Und gerade die genannten Projekte wirken sich auch in den kommenden Jahren noch auf den Haushalt der Gemeinde aus. Gleichzeitig gehen die jährlichen Einnahmen seit 2020 jedes Jahr mehr zurück. Keine einfache Ausgangssituation für die Investitionsplanung der Gemeinde.

Strom- und Gaskosten: Halbe Million Euro Mehrkosten

Auch wenn sich die Steuereinnahmen seit Beginn der Corona-Pandemie besser als gedacht erholt hätten, wird die Verbesserung in diesem Bereich durch Preissteigerungen in allen Bereichen, hohen Personalkosten durch Tarifabschlüsse und zusätzliche Stellen zum Beispiel auch im neuen Kinderhaus wieder zunichtegemacht. Besonders die Energiekosten bereiten der Gemeinde Kopfschmerzen: Hier seien Mehrkosten in Höhe von 500.000 Euro zu erwarten.

„Wir werden im Ergebnishaushalt nächstes Jahr deutlich negativ sein“, kündigt Kämmerer Stefan Obenland in der jüngsten Sitzung des Korber Gemeinderats an. Deswegen fällt das vorgeschlagene Investitionsprogramm für 2023 und das mittelfristige Investitionsprogramm 2024 bis 2026 recht schlank aus.

An einigen Investitionen kommt die Gemeinde nicht vorbei

Das Hauptaugenmerk müsse in den kommenden Jahren auf den Pflichtaufgaben der Gemeinde und der Bedienung der vorhandenen Schulden liegen, so der Kämmerer. Allein an Tilgungszahlungen für die aufgenommenen Kredite seien das jetzt jährlich bis zu 400.000 Euro.

An einigen Posten kommt die Gemeinde allerdings nicht vorbei. Für das Kinderhaus Südrand Langenäcker sind auch im kommenden Jahr erneut 1,9 Millionen Euro vorgesehen. Auch bei den barrierefreien Bushaltestellen zwingen die Vorgaben vom Land die Kommune, hier tätig zu werden: „Wir haben eine, wir müssen noch elf machen“, kündigte Bauamtsleiter Dietmar Kümmerlen an. Dafür muss die Gemeinde 2023 stolze 350.000 Euro investieren.

Weil die Busse Vorrang haben, sind fürs Erste keine größeren Sanierungsmaßnahmen bei den Straßen geplant. Die aktuell in Sanierung befindliche Steinstraße ist schon finanziert - und hier gibt es sogar Neuigkeiten: „Unser Plan ist, vor den Feiertagen die Steinstraße freizugeben“, kündigt Bürgermeister Jochen Müller an.

Spielplatz Eichenweg in Kleinheppach wird erneuert, Eltern wollen helfen

Für den Breitbandausbau in den unterversorgten Gebieten („weiße Flecken“), den die Gemeinde zu zehn Prozent mitfinanziert, sind 150.000 Euro vorgesehen, 240.000 Euro für den Spielplatz Eichenweg in Kleinheppach, den die Verwaltung komplett abbauen und neu gestalten will.

Hierzu haben sich laut Grünen-Gemeinderat Benjamin Rohrwasser aber auch schon Freiwillige gemeldet, die hier gerne ehrenamtlich unterstützen möchten - wohl mit dem Ziel, der Gemeinde Kosten zu ersparen und dafür einen schönen neuen Spielplatz für ihre Kinder zu bekommen. Kleinere Summen sind zum Beispiel für das Radverkehrskonzept oder die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für den Bauhof eingestellt: Hier mache ein Sprinter zunehmend Probleme und verursache hohe Betriebskosten, erklärt der Bauamtschef. An der Neuanschaffung führe kein Weg vorbei.

Neue Schulden schon 2023: Pro-Kopf-Verschuldung steigt

2023 sind damit insgesamt Investitionen in Höhe von 3,471 Millionen Euro vorgesehen, für den Zeitraum von 2023 bis 2026 sollen es laut dem aktuellen Entwurf 7,997 Millionen Euro sein, die Korb investieren muss.

Das kann die Gemeinde nur stemmen, indem weitere Darlehen aufgenommen werden: voraussichtlich in Höhe von 3,8 Millionen Euro. Dadurch wird die Verschuldung der Gemeinde bis Ende 2026 voraussichtlich 1050 Euro je Einwohner ansteigen, eine ziemliche Hausnummer: Der Landesdurchschnitt der Pro-Kopf-Verschuldung bei den Kommunen beläuft sich laut Beratungsunterlage der Gemeindeverwaltung derzeit auf 593 Euro. 2023 rechnet Korb zunächst mit einer Kreditaufnahme von immerhin 1,2 Millionen Euro.

Ein neues Kinderhaus für dringend benötigte, zusätzliche 85 Kindergartenplätze, die 5,2 Millionen Euro schwere Sanierung des Hallenbads und der Umbau der Gemeinschaftsschule, der mehr Geld verschlingt, als ursprünglich geplant: Korb hat in den vergangenen Jahren viel investiert.

Und gerade die genannten Projekte wirken sich auch in den kommenden Jahren noch auf den Haushalt der Gemeinde aus. Gleichzeitig gehen die jährlichen Einnahmen seit 2020 jedes Jahr mehr zurück. Keine einfache

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