Korb

Rekord-Ausgaben, hohe Schulden - für was?

Ortsschild Korb Symbolfoto
Symbolfoto. © Joachim Mogck

Korb.
Die Pro-Kopf-Verschuldung in Korb wird Ende 2023 mehr als dreimal so hoch sein wie der Landesdurchschnitt. Sie liegt dann nach Berechnungen der Verwaltung bei voraussichtlich 1335 Euro je Einwohner, Durchschnitt in Baden-Württemberg sind 436 Euro. Grund dafür sind die großen Investitionen, die in den kommenden Jahren anstehen. Mehr als 18 Millionen Euro wird die Weinbaugemeinde ausgeben. Der Bärenanteil, 13,3 Millionen Euro, werden per Kreditaufnahme finanziert. Für diese Projekte wird am meisten Geld ausgegeben.

1. Bauarbeiten in den Schulen:

6,5 Millionen Euro werden im kommenden Jahr für den Anbau und die Sanierung der Gemeinschaftsschule am Standort Urbanstraße fällig. Insgesamt veranschlagt das Rathaus für die Gesamtkosten bei der ehemaligen Urbanschule rund 12 Millionen Euro. Skeptiker befürchten: Das könnte knapp werden – zum Beispiel, wenn der Altbau weitere Überraschungen bietet, wie jüngst die Schadstoffe im Fußboden, der jetzt für eine Viertermillion Euro herausgerissen und ersetzt werden muss. Auch am Standort Brucknerstraße werden Sanierungsarbeiten fällig: Die beiden Technikräume sind beinahe ein halbes Jahrhundert alt, weder in puncto Technik noch bei den Sicherheitsstandards auf dem aktuellen Stand. Hier wird die Gemeinde 2020 für die Planung und 2021 für die Umsetzung insgesamt rund 170 000 Euro investieren.

2. Die Sanierung des maroden Hallenbads:

Seit Jahren spielt sich um das Korber Hallenbad ein Drama ab. Mehrfach wurden die dringend notwendigen Arbeiten aufgeschoben. Das hat die Gemeinde, so sehen es zumindest diejenigen, die eine Sanierung forciert haben, unnötig Geld gekostet. Manche befürchteten, dass das Hallenbad ganz geschlossen wird. Im Sommer hat sich der Gemeinderat aber darauf geeinigt, das Millionenprojekt endlich anzugehen. 3,3 Millionen Euro wurden bereits finanziert, in den kommenden beiden Jahren werden noch mal 2,7 Millionen Euro fällig. Das Projekt landet – wenn alles glattgeht – bei sechs Millionen Euro Gesamtkosten.

3. Neue Kindergärten:

Noch immer kann die Gemeinde nicht allen Eltern einen Betreuungsplatz für ihre Kinder anbieten – es gibt eine Warteliste. Beim Blick auf die Entwicklung der Kinderzahlen wird klar: Im Neubaugebiet Südrand Langenäcker muss ein drei- bis viergruppiger Kindergarten entstehen. Insgesamt zwei Millionen Euro sind dafür in den kommenden beiden Jahren eingeplant. Hinzu kommt ein Kindergarten in Systembauweise, der bereits im laufenden Jahr mit 750 000 Euro finanziert wurde. Mit weiteren 750 000 Euro kalkuliert die Gemeinde in den kommenden beiden Jahren – Gesamtkosten: 1,5 Millionen Euro.

4. Sanierung kaputter Straßen:

Im kommenden Jahr soll die erheblich beschädigte Steinstraße saniert werden. Das ist dringend notwendig, wie es aus dem Rathaus heißt: Der Unterbau ist schlecht, der Asphalt zu dünn und die Schichten darunter sind nicht ausreichend tragfähig. 350 000 Euro kostet diese Maßnahme – und für die kommenden Jahre sind weitere Baustellen nötig. Für den Straßenbau gibt die Gemeinde Stand heute 1,4 Millionen Euro bis Ende 2023 aus.

5. Hallensanierungen:

Mehr als 600 000 Euro will die Gemeinde allein bis Ende 2023 in die Remstalhalle, die Ballspielhalle und die Mehrzweckhalle Kleinheppach stecken. Und dann ist noch immer nicht alles gemacht, was gemacht werden muss.

6. Neugestaltung der Friedhöfe:

Zur Remstal-Gartenschau wurde ein Teil des Alten Friedhofs aufgehübscht. Ein zweiter Bauabschnitt steht noch aus, er betrifft den neueren Teil bis zum Parkplatz, der ebenfalls umgestaltet werden soll. Zur bereits vergebenen Planung (20 000 Euro) kommen Kosten von rund 185 000 Euro für die Arbeiten selbst. Bevor das Geld tatsächlich ausgegeben wird, wollen die Gemeinderäte allerdings noch einmal darüber beraten. Auch der Kleinheppacher Friedhof soll umgestaltet werden. Zu den Planungskosten von rund 15 000 Euro im laufenden Jahr werden vermutlich Baukosten von rund 100 000 Euro im Jahr 2021 kommen. Gesamtkosten: mehr als 300 000 Euro.

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Die Pro-Kopf-Verschuldung in Korb wird Ende 2023 mehr als dreimal so hoch sein wie der Landesdurchschnitt. Sie liegt dann nach Berechnungen der Verwaltung bei voraussichtlich 1335 Euro je Einwohner, Durchschnitt in Baden-Württemberg sind 436 Euro. Grund dafür sind die großen Investitionen, die in den kommenden Jahren anstehen. Mehr als 18 Millionen Euro wird die Weinbaugemeinde ausgeben. Der Bärenanteil, 13,3 Millionen Euro, werden per

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