Korb

Richard Fischer feiert seinen 102. Geburtstag

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Zufriedenheit im Leben zahlt sich aus, sagt das Geburtstagskind Richard Fischer. © Habermann / ZVW
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Mit 102 fühlt sich Richard Fischer immer noch pudelwohl. Wenn es nach ihm geht, dürfen ruhig noch ein paar Jahre dazukommen.

Korb. Im Zweiten Weltkrieg wurde er schwer verletzt – zweimal sogar irrtümlich für tot erklärt. Zu Hause fiel er ab und zu mal hin. Doch immer war das Glück auf seiner Seite: Heute, am 06. Juni feiert Richard Fischer seinen 102. Geburtstag und ist damit der älteste Bürger der Gemeinde Korb.

Vor zwei Jahren feierte Richard Fischer aus Korb einen ganz besonderen Geburtstag: 100 Jahre alt wurde er damals. Seitdem hat sich bei ihm nur eines verändert – die Wohnsituation.

„Mir war oft schwindlig“, sagt Richard Fischer. So kam es, dass er das eine oder andere Mal in seiner Wohnung hinfiel. Einmal fand ihn durch Zufall sein Urenkelchen, als es aus der Schule kam. „Da liegt ja der Opa, hat sie gerufen, als sie an dem Tag zu mir wollte“, sagt Fischer. Ein Glück, dass sie an diesem Tag vorbeikam.

Richard Fischer fühlt sich im Stift pudelwohl

Als er schließlich auch keine Treppen mehr gehen konnte, „musste eine Lösung her“, sagt sein Sohn Günther Fischer. Die Lösung war das Alexander-Stift in Korb. Im April 2017 bezog er dort ein Zimmer im obersten Stockwerk und fühlt sich seitdem pudelwohl. Auch seinen 101. Geburtstag im vergangenen Jahr feierte er bereits im Alexander-Stift.

„Ihm geht es jetzt wieder richtig gut, besser als noch in seiner eigenen Wohnung“, sagt sein Sohn. Die Gründe? „Ich bin hier sehr zufrieden und werde gut versorgt“, sagt das Geburtstagskind. Ob ihm noch schwindlig werde? „Nein, total weg. Ich wundere mich selbst“, sagt er und lacht.

Mit 102 noch immer quietschfidel

Ob er sonst irgendwelche Beschwerden habe? „Nix, ich bin quietschfidel. Ich höre noch gut und bin körperlich fit“, sagt er. Auch das Laufen klappt, wenn auch inzwischen mit einem Rollator – was jedoch mit 102 Jahren nicht verwerflich ist. Beeindruckend ist vor allem seine geistige Fitness. Doch dafür tut er auch regelmäßig was: „Ich löse Kreuzworträtsel, schaue Nachrichten und interessiere mich einfach für alles“, sagt Richard Fischer.

Die Kreuzworträtsel machen ihm besonders viel Spaß: „Wenn ich mal nicht auf die Lösung komme, schaue ich einfach im nächsten Heft, was es gewesen ist“, sagt er. Doch die meisten löst er ganz alleine. Er tippt sich an seinen Kopf und sagt: „Denken, Denken ist wichtig.“ Den Umzug ins Alexander-Stift bedauert er keineswegs: „Mir gefällt es hier und ich bin sehr zufrieden. Daheim wäre ich mit meinem Schubkarren keine Treppe mehr hochgekommen“, sagt er. Mit Schubkarren ist sein Rollator gemeint. Was er aus seiner ehemaligen Wohnung haben wollte, hat er mit ins Stift genommen.

"Jeder guckt nach mir – ich bin nicht alleine“

Etwas, wofür er sich sehr glücklich schätzt, ist seine Familie: „Jeder guckt nach mir – ich bin nicht alleine“, sagt er. Egal ob der Sohn, die Enkel oder Urenkel – alle besuchen ihn wöchentlich. Sollte mal gerade keiner aus der Familie da sein, greift Richard Fischer einfach zum Telefon. „Ich habe schließlich Bekannte vom Schwimmen und Kriegskameraden, aber von denen sind nicht mehr viele da – denn wer wird schon 100 oder sogar über 100 Jahre alt?“, sagt er.

Bis zu seinem 99. Geburtstag ist der agile Rentner jeden Dienstag im Hallenbad schwimmen gegangen. Dass das jetzt nicht mehr geht, bedauert er. „Das Schwimmen fehlt mir sehr. Ich schwimme übrigens im Wasser, nicht im Geld“, scherzt er.

Tipps, um über 100 Jahre alt zu werden

Wie wird man überhaupt 102 Jahre alt? Dafür hat der älteste Bürger der Gemeinde Korb vier Tipps parat: „Erstens, immer zufrieden sein. Zweitens, anständig leben: nicht rauchen, kein Alkohol und wenn, dann nur in Maßen. Drittens, ein gutes Verhältnis zur Familie haben und viertens, den Kopf und den Verstand trainieren.“

Während andere Rentner sich über ihr Alter beklagen, ist Richard Fischer für jedes neue Lebensjahr dankbar. Ob er die 103 erreicht, weiß er natürlich nicht: „Abwarten, abwarten. Aber wir haben ja Zeit und Geduld.“ Dagegen einzuwenden hätte er jedoch nichts: „Wenn man so alt ist, dann kommt es auf ein paar Jahre mehr auch nicht mehr an“, sagt er und lacht. Für sein neues Lebensjahr wünscht er sich vor allem eins: Gesundheit.