Korb

SC Korb: Visionen fürs Vereinszentrum

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© Striebich

Korb. Was passiert am Ortsrand von Korb? Diese Frage beschäftigt zur Zeit nicht nur die Kommunalpolitiker, sondern ganz besonders die Korber Sportler. Der SC Korb träumt von einem Vereinszentrum und kurzen Wegen zwischen den Spielstätten. Wie das Areal im Norden aussehen könnte, davon hat der Club seine eigenen Vorstellungen. Bei einem runden Tisch signalisierte Bürgermeister Müller: Das Thema soll rasch angepackt werden.

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Zunächst muss ein passender Standort für das Sportvereinszentrum gefunden werden. Drei Visionen für den Korber Norden hatte ein Planungsbüro vergangene Woche im Gemeinderat präsentiert (wir berichteten). Sie umfassen die Sportstätten, Wohnungsbau und ein Gewerbegebiet zwischen der Winnender Straße und der Römerstraße. Am runden Tisch mit Verwaltung und Gemeinderäten am Dienstagabend stellte der Sportclub nun seine eigenen Pläne vor, quasi eine Variante Nummer vier. Im Rathaus soll auch sie aufbereitet und anschließend dem gesamten Gemeinderat präsentiert werden.

Geht es nach Bürgermeister Jochen Müller, trifft das Gremium noch vor Jahresende eine erste Entscheidung, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll. Eine Frage soll zunächst beantwortet werden, die freilich die gesamte Planung beeinflusst: Welches Grundstück kann die Gemeinde dem Verein zur Verfügung stellen?

Der SC Korb wünscht sich eine kompakte Lösung

Für den SC ist das ein beruhigendes Signal. Groß waren die Befürchtungen, dass die ambitionierten Pläne vorerst reine Visionen bleiben sollen und sich die nächsten 15 Jahre nichts bewegt. Und das, obwohl der SC mit den bisherigen Entwürfen nicht allzu glücklich ist. Der Verein strebt eine kompakte Lösung an, alle Sportstätten auf einem Fleck.

Wie in den bereits vorgestellten Varianten würde auch im SC-Plan das Stadion verlegt. Allerdings nicht hinter die Ballspielhalle, sondern auf den Festplatz beim Jugendhaus. Freilich müsste dann ein neuer Standort für den Recyclinghof gefunden werden und auch die Brucknerstraße könnte nicht in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben. Auf dem Eimer-Gelände entstünden Parkplätze, der Kunstrasenplatz bliebe, wo er ist und das Vereinszentrum mit neuer Halle würde auf dem Hartplatz neben der Ballspielhalle angelegt. „Ein kompaktes überschaubares Gebiet“ wäre das, sagt SC-Vorstandsmitglied Armin Stark. Ein großer Vorteil: kein Durchgangsverkehr.

Gemeinderäte haben den Wohnungsbau im Blick

Die ersten Reaktionen der anwesenden Gemeinderäte und der Verwaltungsmitglieder am Dienstagabend in der alten Begegnungsstätte seien zurückhaltend gewesen, berichtet Stark. Das liegt wohl daran, dass Verwaltung und Gemeinderäte insbesondere den Wohnungsbau im Blick haben. Zwei der drei vergangene Woche vorgestellten Entwicklungsvarianten sahen eine Verlegung des Kunstrasenplatzes vor. Das möchte der SC gerne vermeiden. Doch genau hier könnten Wohnbauflächen frei werden.

„Der Wohnungsbedarf ist enorm hoch“, sagte Bürgermeister Müller am Mittwoch. Es gehe dabei nicht nur um Einfamilienhäuser, sondern auch um „bezahlbaren Wohnraum“, der entlang der Winnender Straße entstehen könnte.

Völlig offen ist zum jetzigen Zeitpunkt die Frage, wie das Sportvereinszentrum überhaupt finanziert werden soll. Der SC Korb ist auf Unterstützung der Gemeinde angewiesen, sagt Armin Stark.

Müller sieht nur begrenzten Spielraum

Bürgermeister Müller sieht nur begrenzten Spielraum und zählt auf: Schulumbau, Hallenbadsanierung, Gemeindehaus – an teuren Projekten mangelt es den Korbern derzeit nicht. Er sieht vor allem den Verein in der Pflicht. „Da müssen kreative Lösungen gefunden werden – in anderen Gemeinden geht das ja auch.“


Mitreden

Zu dem Runden Tisch mit Bürgermeister Jochen Müller und einigen Gemeinderäten am Dienstagabend hatte der SC Korb eingeladen. Den Vereinsverantwortlichen geht es vor allem darum, in der Diskussion um die Gemeindeentwicklung im Korber Norden Gehör zu finden. Der Club will auf dem Areal unter anderem Engpässe bei der Hallenbelegung lösen und das Vereinsleben fördern. Vorstandsmitglied Armin Stark hofft, bei der Planung mitsprechen zu dürfen. Er sagt: „Wir wünschen uns eine enge Zusammenarbeit und sind auch bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen.“