Korb

Schüler aus Waiblingen und Winterbach stellen bei "Köpfe auf dem Korber Kopf" aus

Schüler stellen Kunst auf den Korber Köpfen aus, trotz Corona  Foto: Buettner
Die Zehntklässler Semik, Vanessa und Marie helfen ihrer Lehrerin Karin Wörner beim Aufbau. © Benjamin Büttner

Mit einem Jahr Verspätung startet am Sonntag, 9. Mai, die 15. Ausstellung auf dem Skulpturenrundweg „Köpfe am Korber Kopf“. Neben Werken professioneller Bildhauer sind auch Schülerarbeiten von drei Schulen mit dabei. Dass diese Kunstprojekte jetzt hier stehen, ist alles andere als selbstverständlich: Viele beteiligte Schüler haben schon vergangenes Jahr ihren Abschluss gemacht.

Ausstellung war für 2020 geplant

Alles läuft ganz anders als ursprünglich geplant: Eigentlich wollten die Lehrer mit ihren Schülern die Skulpturen gemeinsam auf dem Korber Kopf aufstellen, als krönender Abschluss einer sehr intensiven künstlerischen Schaffensphase, sozusagen. Eine Einweihungsfeier war für 2020 auch geplant, die fällt jetzt aber endgültig weg.

Als Erste sind die sieben Köpfe aus Styropor und Beton der Staufer-Gemeinschaftsschule eingezogen: Am Montag hat Kunstlehrerin Tanja Gardian die Skulpturen nach Korb gebracht. Dort wurden sie dann auf das von der Schule vorgefertigte und vom Bauhof Korb mit einem Betonfundament versehene Gerüst gesetzt. Die Schüler der ehemaligen Kunstprofilklasse 8 waren wegen der Infektionslage nicht selbst vor Ort.

Nicht alle Köpfe sind fertig geworden

Es sei schwierig gewesen, die Köpfe fertigzustellen, berichtet Tanja Gardian. „Wir sind anfangs nicht so gut vorangekommen“, erinnert sie sich ans Schuljahr 2019/20. Dann kam Corona, und längst nicht alle Arbeiten waren fertig. Sieben der geplanten zwölf Köpfe können jetzt immerhin ausgestellt werden.

Die Kunstlehrerin hat hier und dort noch ein paar Dinge fixiert und nachgebessert. „Es ist ein bisschen traurig, dass die Schüler am Ende nicht mehr richtig mitwirken konnten“, sagt Tanja Gardian. Aber sie hat der Klasse inzwischen Bilder von der Stele auf dem Korber Kopf gezeigt. „Sie sind schon ganz zufrieden mit dem Endergebnis.“

Sichtbar machen, was in den Köpfen passiert

Die Köpfe sind von den Schülern individuell gestaltet worden, das Motto lautet „Gedanken im Kopf“. Hier ist nach außen gekehrt worden, was sonst unsichtbar bleibt: die Gedankenwelt, die sich mit aktuellen Themen auseinandersetzt.

Freiheit, Schwarz-Weiß-Denken, Sorge um die Umwelt, aber auch abstraktere Motive wie gute Laune oder das Denken an sich sind abgebildet. Damit der Betrachter nicht ganz alleingelassen wird mit der Interpretation, nehmen in das Holz des Gestells geprägte, ebenfalls künstlerisch gestaltete Sprüche Bezug auf die verschiedenen Themen.

Kopflose Büsten von der Salier-GMS

Gleich daneben sollen die Projektarbeiten der ehemaligen Kunstprofilklasse 9 der Salier-GMS ausgestellt werden. Bei heftigem Wind und leichtem Nieselregen waren am Dienstag drei Schüler der Projektgruppe und Kunstlehrerin Karin Wörner vor Ort. Ihre Kunstobjekte aus Porenbeton sind außerordentlich kopflos - und das mit voller Absicht.

Mit ihrer Kollegin habe sie sich im Vorfeld überlegt, was die Schüler denn für den Korber Skulpturenrundweg herstellen könnten, was dort noch nicht zu sehen war: „Wir dachten dann an etwas Verspieltes“, so Karin Wörner. Deshalb haben die Schüler mehrere kopflose Büsten und einen Torso individuell gestaltet mit Schmuck, angedeuteter Kleidung oder einfach in bunter Farbe.

Kunst und Fotostation in einem

Die Büsten werden jetzt auf mehrere Tische und Bänke geschraubt. Die Idee: Spaziergänger können sich dahinterstellen und so den fehlenden Kopf mit ihrem eigenen ersetzen. So könnten lustige Fotos entstehen, hoffen die jungen Künstler.

Wegen der Corona-Pandemie sind zum Aufbau nur drei von ihnen vor Ort: Vanessa, Semik und Marie helfen ihrer Lehrerin dabei, die Büsten zu befestigen, und verpassen auch den Podesten noch eine zusätzliche Schicht Farbe. Das Ganze soll ja Wind und Wetter ein Jahr lang standhalten können.

Schüler gestalteten die Büsten ganz frei

Vanessa und Semik haben gemeinsam die grüne Büste mit dem Pflanzenschmuck bearbeitet. „Wir hatten die Idee, etwas mit der Natur zu machen“, erzählt der 17-jährige Schüler. Immerhin steht die Skulptur hier draußen, vor einem kleinen Wäldchen. Weil ihnen die Pflanzen-Deko alleine noch nicht gereicht hat, haben die beiden auch noch ein Treppen-Motiv eingebaut.

Marie hat ihre Büste mit Mosaik-Steinen verziert: Solche Muster gefallen der 17-Jährigen besonders gut. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt sie.

Lehrerin hat noch nachgebessert

Die elf Figuren, die die Salier-Gemeinschaftsschule hier aufstellt, sind größtenteils in der Projektwoche im Schuljahr 2019/20 noch fertig geworden. Karin Wörner hat nur ein paar Kleinigkeiten noch nachgebessert: hier und da noch etwas lackiert, damit die Büsten dem Wetter trotzen können.

Die Podeste sind jetzt vor kurzem erst gebaut worden: Unter strengen Hygiene-Auflagen nachmittags in Kleingruppen, erzählt die Lehrerin. Aber auch das sei machbar gewesen. Was schade ist: Ungefähr die Hälfte der beteiligten Jugendlichen hat 2020 schon die Schule verlassen.

Alle Schüler haben 2020 ihren Abschluss gemacht

In dieser Hinsicht hat es die dritte beteiligte Schule noch deutlich härter getroffen: Die Arbeiten der Freien Waldorfschule Engelberg wurden im vergangenen Schuljahr von Zwölft- und 13.- Klässlern angefertigt. Keiner von ihnen ist mehr an der Schule. Der studierte Bildhauer und Lehrer Lorenz Attinger baut die Tafeln aus schlesischem Sandstein deswegen alleine auf.

Die Arbeiten der Waldorfschüler heben sich ein Stück weit von den anderen Schülerskulpturen ab – was vielleicht auch mit daran liegt, dass sie von älteren Schülern angefertigt worden sind. Der Titel „Wie abstrakt kann der Mensch sein?“ stamme von einer Schülerin, berichtet der Lehrer.

Schüler beherrschen wichtige Techniken

Vorgegeben war das Material, der schlesische Sandstein, das Thema Mensch sowie die Werkzeuge: Die Schüler haben mit Schrift- und Spitzeisen wichtige bildhauerische Techniken erprobt.

Jedes Relief geht jedoch ganz anders mit der menschlichen Gestalt und auch mit dem Sandstein an sich um: Manche Tafeln sind bunt und modern, andere sind schlicht gehalten. „Es sind sehr individuelle und auch persönliche Werke geworden“, lobt Lorenz Attinger.

Mit einem Jahr Verspätung startet am Sonntag, 9. Mai, die 15. Ausstellung auf dem Skulpturenrundweg „Köpfe am Korber Kopf“. Neben Werken professioneller Bildhauer sind auch Schülerarbeiten von drei Schulen mit dabei. Dass diese Kunstprojekte jetzt hier stehen, ist alles andere als selbstverständlich: Viele beteiligte Schüler haben schon vergangenes Jahr ihren Abschluss gemacht.

Ausstellung war für 2020 geplant

Alles läuft ganz anders als ursprünglich geplant:

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