Korb

So startet das Korber Bädle seine Badesaison unter Auflagen

Freibad Korb
Viele Badegäste freuten sich trotz des schlechten Wetters auf die Wiedereröffnung. © Gabriel Habermann

Zu behaupten, der Start des öffentlichen Badebetriebs im Korber Bädle sei am Samstag total ins Wasser gefallen, wäre schlichtweg zu viel gesagt. Allerdings setzten grauer Himmel, niedrige Temperaturen und fast voralpenhafter Schnürlregen den halben Vormittag über dem Enthusiasmus der Schwimmbegeisterten enge Grenzen. Lediglich eine Handvoll besonders hartgesottene „Wasserratten“ hatte sich eingefunden, um sich ins Wasser zu stürzen.

Badebetrieb mit derartigen Einschränkungen hat es zuvor nicht gegeben

Was wiederum Albert Heinrich, der Vorsitzende und Macher des Bädlesvereins, mit einem weinenden und einem lachenden Auge beobachtete. Natürlich hätte er sich zum Auftakt einen größeren Besucheransturm gewünscht, so sein Kommentar. Andererseits habe es auch noch nie einen Badebetrieb mit derartigen Einschränkungen gegeben wie in diesem Jahr. Selbstverständlich habe man in Korb intensiv daran gearbeitet, alle Bestimmungen und Auflagen haarklein umzusetzen, aber inwieweit alles dann tatsächlich funktioniert, ob sich auch der letzte Besucher an die Vorgaben halte, dies zeige sich letztendlich erst im Alltagsbetrieb.

Probelauf mit Vereinsmitgliedern

Sozusagen als Probelauf hatte man bereits ab vergangenem Dienstag für die Vereinsmitglieder geöffnet und konnte den letzten Feinschliff vornehmen, aber wenn sich nun am ersten Wochenende, an dem für die Allgemeinheit offen sei, der Besucheransturm in Grenzen halte, dann sei dies auch kein Fehler. So könne man noch einmal ganz genau hinschauen.

Die Aufsicht über den Badebetrieb übernehmen wieder die erfahrenen Routiniers Peter Seidel und Gerd Nestler. Sie blicken ebenfalls gelassen der neuen Saison entgegen. Aufgrund der Erfahrung der vergangenen Jahre rechneten sie an Wochentagen mit entsprechend einladenden Temperaturen mit 250 bis 350 Besuchern, an Wochenenden, und wenn die Quecksilbersäule auf über 30 Grad steigt, auch schon mal mit der doppelten Anzahl. Dann könnte es durchaus auch notwendig werden, dass Gäste abgewiesen werden müssten.

Abstandsregeln gelten sowohl im Wasser als auch auf der Liegewiese 

Ansonsten werde ihre Hauptaufgabe aber wohl darin bestehen, darauf zu achten, dass im Wasser und auf der Liegewiese die geltenden Abstandsregeln eingehalten werden. „Es wird sich zeigen, wie sich das Ganze entwickelt, aber wir verlassen uns auf die Einsicht und den gesunden Menschenverstand der Besucher“, meint Nestler. „Schließlich sind Beschränkungen ja nicht zum Selbstzweck erlassen worden, sondern dienen dem Schutz der Gesundheit, sowohl der der Besucher wie auch der von uns, die wir hier arbeiten“, ergänzt Seidel.

Duschen nur unter den Freiluftduschen erlaubt

Aus demselben Grund seien auch die mittleren Umkleidekabinen gesperrt, erklärt Heinrich, und Duschen sei lediglich unter den Freiluftduschen möglich. Sie würden mit dem gechlorten Wasser des Bads versorgt, und in der frischen Luft bestehe nicht die Gefahr, dass sich Aerosole zusammenballen und womöglich Keime übertragen. Ihn haben in den vergangenen Tagen viele Anrufe von Wassersportbegeisterten erreicht, sagt er, die sich vergewissern wollten, dass das Korber Bädle auch tatsächlich öffne.

Anträge auf eine Mitgliedschaft für den Bädlesverein gestiegen

Unter den Ersten, die an diesem Tag den Weg hergefunden haben, befindet sich Mark Adolphs aus Waiblingen, ein begeisterter Wassersportler. Seit drei Monaten habe er sehnsüchtig darauf gewartet, endlich wieder seiner Leidenschaft frönen zu können. Er habe seit Jahren eine Dauerkarte für die Waiblinger Bäder, nun habe er sich einen Antrag auf Mitgliedschaft für den Bädlesverein mitgeben lassen. Die Aussicht darauf, als Vereinsmitglied bereits morgens seine Bahnen ziehen zu können, sei das beste Argument. Und das sieht wohl nicht nur er so: An die zwanzig Aufnahmeanträge habe er allein in den letzten Tagen verteilt, sagt Heinrich stolz.

„Das erste, aber garantiert nicht das letzte Mal“ ist auch Ulrich Hofmann aus Fellbach nach Korb gekommen. Das Wetter sei super, gibt er sich euphemistisch, eine Wassertemperatur von 18 Grad reiche fürs Schwimmen vollkommen aus, und der Regen störe ihn überhaupt nicht, schließlich werde er so oder so nass. Michael Wagner ist wegen des eher bescheidenen Wetters in seinen Neoprenanzug geschlüpft. Ihn hat es als begeisterten Triathlet aus Großbottwar nach Korb geführt. Fast drei Monate habe er aufs Schwimmtraining verzichten müssen, aus Verzweiflung habe er schon daran gedacht, in den Neckar zu steigen. Nun müsse er sich erst wieder akklimatisieren, deshalb der Anzug. Es wäre doch schade, nun zum Sommeranfang noch krank zu werden.

Pizza aus dem Elektro-Steinofen

Die Besucher dürfen sich auch dieses Jahr auf die Gerichte von Domenica Curcio freuen. Sie hat die Verkaufstheke mit Absperrbändern und Wegemarkierungen für jeglichen Ansturm fitgemacht. Als besonderes Highlight bietet sie heuer selbst und frisch gemachte Pizza aus dem Elektro-Steinofen.

Zu behaupten, der Start des öffentlichen Badebetriebs im Korber Bädle sei am Samstag total ins Wasser gefallen, wäre schlichtweg zu viel gesagt. Allerdings setzten grauer Himmel, niedrige Temperaturen und fast voralpenhafter Schnürlregen den halben Vormittag über dem Enthusiasmus der Schwimmbegeisterten enge Grenzen. Lediglich eine Handvoll besonders hartgesottene „Wasserratten“ hatte sich eingefunden, um sich ins Wasser zu stürzen.

Badebetrieb mit derartigen Einschränkungen hat es

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