Korb

Steinzeitmuseum in Korb-Kleinheppach öffnet bald

Steinzeitmuseum
Ortsvorsteher Gerhard Liebhard organisiert die Ausstellung im neu eingerichteten Steinzeitmuseum Kleinheppach. © ALEXANDRA PALMIZI

Endlich ist es so weit: Das Kleinheppacher Steinzeitmuseum, das seit dem Abriss des alten Rathauses geschlossen ist, bereitet sich seit Sonntag in den neuen Räumen im Dorfgemeinschaftshaus auf die Wiedereröffnung vor. Die Adresse ist gleich geblieben, die Exponat-Sammlung auch – und doch sieht alles ganz anders aus.

Ortsvorsteher Gerhard Liebhard, der das kleine Museum selbst betreut, sitzt im neuen Mehrzweckraum am Computer und katalogisiert uralte Pfeilspitzen. Davon gibt es hier genug: Über 5000 solcher Spitzen hat der Kleinheppacher Archäologe Eugen Reinhard ab den 1930er Jahren in Korb und Umgebung zusammengetragen, von Hand in Originalgröße abgezeichnet, nummeriert und den Fundort dokumentiert. Teilweise stammen sie noch aus der Altsteinzeit und sind somit mindestens 12 000 Jahre alt.

Kleinheppacher Eugen Reinhard hat steinzeitliches Leben im Remstal nachgewiesen

Eugen Reinhard habe damals als Allererster nachweisen können, dass das Remstal in dieser Periode eben nicht unbesiedelt war, wie man bis dahin angenommen hatte, berichtet Gerhard Liebhard. Doch nicht nur Pfeilspitzen hat der Kleinheppacher Forscher gefunden: Auch Faustkeile, Zähne von Mammuts, Knochen von Wildpferden, Rentieren, Wollnashörnern und anderem urzeitlichen Getier gibt es im Museum zu sehen.

Außerdem Fundstücke aus neueren Epochen der Menschheitsgeschichte wie der römischen, keltischen und alemannischen Zeit sind dabei - darunter viel altes Werkzeug. Alle Fundstücke stammen aus der direkten Umgebung. In neun Hauptvitrinen wird die Reinhard’sche Sammlung jetzt neu zusammengestellt und vor dem Hintergrund eines Aquarell-Gemäldes der Korber Landschaft zur Geltung gebracht. Das Museum hat dafür neue Info-Tafeln gedruckt, die reich bebildert auf einem Rundweg durch das Steinzeitmuseum führen.

Eine Jurte mit Feuerstelle als besondere Attraktion

Herzstück der Ausstellung ist die mit Pferdefellen bespannte Jurte, darin stehen mehrere Hocker. „Ein Schreiner hat drei Tage lang gebraucht, um die Jurte aufzubauen“, erzählt der Ortsvorsteher stolz und tätschelt eines der Pferdefelle.

In der Jurte soll noch ein Bildschirm aufgehängt werden, auf dem ein Film übers Feuermachen mit Feuersteinen gezeigt wird. Außerdem soll als Dekoration noch eine Feuerstelle in die Mitte des Nomadenzelts – die Steine hierfür hat Gerhard Liebhard auf dem Kleinheppacher Kopf schon ausgeguckt. Bevor er sie ins Museum fährt, will er mit ihnen noch ein richtiges Lagerfeuer bauen, damit die Steine später auch wirklich authentisch aussehen.

Wird es eine Einweihungsfeier geben? 

Noch sieht es im Steinzeitmuseum ein bisschen nach Baustelle aus: Eine Leiter steht noch im Raum, einige Exponate liegen noch auf dem Boden oder auf den Tischen, die zu den einzelnen Exponaten gehörenden Schilder fehlen noch.

Doch schon in einer Woche soll hier alles fertig sein: Am Sonntag werden die Handwerker noch einmal anrücken und alles fertig aufbauen. Wann das Museum für Besucher öffnen wird, ist allerdings noch nicht sicher – schon wegen Corona. „Deswegen müssen wir noch mit der Gemeinde sprechen“, sagt Gerhard Liebhard. Eigentlich soll es auch noch eine kleine Einweihungsfeier geben. Generell dürfen Museen ab Dienstag öffnen.

Ein Raum für Schulklassen, Vereine und die VHS

Der Ortsvorsteher hofft, dass bald auch Schulklassen Ausflüge ins Kleinheppacher Museum unternehmen können. Auf größere Schülergruppen ist man hier jetzt gut vorbereitet: Der sogenannte Mehrzweckraum gleich neben dem Eingang soll mit Tischen und Stühlen ausgestattet werden, eine große Leinwand und ein Beamer sind schon installiert. Hier sollen aber nicht nur Schülern Filme gezeigt werden, der Raum steht auch den Vereinen und der Volkshochschule zur Verfügung. Dafür gebe es auch schon Anfragen, so Gerhard Liebhard.

Endlich ist es so weit: Das Kleinheppacher Steinzeitmuseum, das seit dem Abriss des alten Rathauses geschlossen ist, bereitet sich seit Sonntag in den neuen Räumen im Dorfgemeinschaftshaus auf die Wiedereröffnung vor. Die Adresse ist gleich geblieben, die Exponat-Sammlung auch – und doch sieht alles ganz anders aus.

Ortsvorsteher Gerhard Liebhard, der das kleine Museum selbst betreut, sitzt im neuen Mehrzweckraum am Computer und katalogisiert uralte Pfeilspitzen. Davon gibt es hier

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