Korb

Tennisverein im digitalen Wandel: Warum der TC Korb besonders gut auf Corona vorbereitet war

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Auf dem „Feldherrenhügel“, wie die Korber Tennisspieler die Erhöhung neben dem Clubheim scherzhaft nennen, wird eine neue Lounge entstehen, von der man das Hauptfeld, den „Centercourt“, aber auch die anderen Plätze bestens im Blick hat. Der Tennisclubvorsitzende Martin Bizer (links), sein Sohn Daniel Bizer (rechts) und James Wells, der im Club vor allem für die Digitalisierung zuständig ist, freuen sich drauf. © Gaby Schneider

Krisenjahr 2020? Nicht für den Tennisclub Korb. 14 neue Mitglieder hat der Verein nach eigenen Angaben seit der Corona-Hochphase im April hinzugewonnen. Das liegt daran, dass Tennisspielen schon früh fast ohne Einschränkungen wieder möglich war: Es herrscht ausreichend Abstand zwischen den Spielern, und der Körperkontakt beschränkt sich aufs Abklatschen nach dem Match. Der kleine Korber Verein hat die schwierige Zeit aber auch deshalb so gut überstanden, weil die Ehrenamtlichen eine Infrastruktur geschaffen haben, die heute so nützlich ist wie nie – er hatte, um das Phrasenschwein zu füttern: Vorsprung durch Technik.

„Seit Jahren Vorreiter im Rems-Murr-Kreis“

„Der TC Korb ist seit Jahren Vorreiter im Rems-Murr-Kreis im Bereich Digitalisierung“, sagt Daniel Bizer (27) selbstbewusst. Der Sohn des Vorsitzenden Martin Bizer (64) engagiert sich als Sportwart im Vereinsvorstand und spielt auch selbst aktiv Tennis. „Das Online-Buchungssystem haben wir seit zwei Jahren“, erklärt Daniel Bizer. Sein Vater, der spätestens seit seinen Bestrebungen, VfB-Präsident zu werden, auch außerhalb von Korb kein Unbekannter mehr ist, ergänzt: „Da waren wir die Ersten im ganzen Bezirk.“ Mittlerweile hätten einige andere Vereine nachgezogen. Gerade in Corona-Zeiten sei es doppelt und dreifach praktisch, dass die Mitglieder ihre Plätze von zu Hause aus oder mit dem Smartphone reservieren können und nicht an einer altmodischen Stecktabelle vor Ort.

Mögliche Infektionsketten sind leichter zu verfolgen

Hauptverantwortlich dafür, dass die Digitalisierung beim TC Korb immer weiter vorangetrieben wird, ist James Wells. Nicht nur praktisch und bequem sei das Buchungssystem, erklärt der 45-Jährige, es biete einen weiteren Vorteil – und zwar im Kampf gegen das Coronavirus. So können die Korber ganz einfach nachvollziehen, wer mit wem wann auf welchem Platz gespielt und wer sich zur selben Zeit auf dem Nachbarfeld duelliert hat. Mögliche Infektionsketten sind so deutlich leichter zu verfolgen. Auch wenn das glücklicherweise bislang nicht nötig war – und auch hoffentlich nicht mehr nötig sein wird. Die aktuellen, sehr niedrigen Corona-Zahlen aus dem Kreis machen den Korbern diesbezüglich Mut. Die geringen Fallzahlen und damit verbundenen Lockerungen lassen auf dem Gelände des Tennisclubs auch langsam aber sicher die Geselligkeit wieder aufleben. Zwar wird noch immer auf Abstandsregeln geachtet, und die faire Gratulation nach einem Match wird ohne Händedruck überbracht, auf das gemeinsame Erfrischungsgetränk danach müssen die Sportler aber nicht mehr verzichten.

Getränke werden im Clubheim bargeldlos bezahlt

Hier greift das jüngste Digital-Projekt von James Wells: Seit diesem Jahr funktioniert der Barbetrieb im Vereinsheim bargeldlos. Wer Durst hat, wählt per App oder an einem Touchscreen im Clubheim das Getränk seiner Wahl aus, nimmt sich die Flasche aus dem Kühlbehälter, und der entsprechende Betrag wird ihm abgebucht. Durch das System behalten die Verantwortlichen auch den Lagerbestand im Blick: „Früher war der Kühlschrank immer halbleer“, erinnert sich der Vorsitzende Martin Bizer, das passiert heute nicht mehr so leicht.

Bei aller Begeisterung für die digitalen Innovationen abseits des roten Sands: Die etwas mehr als 200 Mitglieder sind vor allem hier, um Tennis zu spielen. Vor wenigen Tagen hat die Sommerrunde begonnen, in der abgespeckten Corona-Version. Die Verantwortlichen haben einen siebten Platz geschaffen, damit auch die Hobbyspieler nicht zu kurz kommen. In einer vereinsinternen Spaß-Runde wird es bald zu einem besonders spektakulären Duell kommen: Der älteste Teilnehmer (84) spielt gegen den jüngsten (17).

Die Projekte gehen dem Tennisclub indes nicht aus: Nachdem die Anlage in den vergangenen Jahren saniert und das Vereinsheim erweitert wurde, soll bald beim Hauptfeld eine erhöhte Schirmlounge entstehen. Sie wird den Zuschauern einen perfekten Blick auf das sportliche Geschehen bieten. Den Hügel dafür mussten die Korber nicht extra aufschütten, er war von den bereits abgeschlossenen Bauarbeiten sowieso übrig geblieben.

Und Martin Bizer schmiedet schon Pläne für eine Traglufthalle, als Lösung für die Raumprobleme im Winter. Krise? Nicht beim SC Korb.

Krisenjahr 2020? Nicht für den Tennisclub Korb. 14 neue Mitglieder hat der Verein nach eigenen Angaben seit der Corona-Hochphase im April hinzugewonnen. Das liegt daran, dass Tennisspielen schon früh fast ohne Einschränkungen wieder möglich war: Es herrscht ausreichend Abstand zwischen den Spielern, und der Körperkontakt beschränkt sich aufs Abklatschen nach dem Match. Der kleine Korber Verein hat die schwierige Zeit aber auch deshalb so gut überstanden, weil die Ehrenamtlichen eine

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