Korb

Tod der Queen: Der Brite Jason Cook aus Korb begegnete als Kind der Königin

Jason Cook in England
Jason Cook in Bruton, in Somerset im Südwesten Englands, bei seiner Familie. © Privat

Eine Ära geht zu Ende. Der Tod der britischen Königin „Queen Elizabeth II.“ dominiert seit Donnerstagabend weltweit die Nachrichten. Blumenkränze werden niedergelegt, zahlreiche Menschen versammeln sich vor dem Buckingham-Palast, Flaggen werden auf Halbmast gesetzt – die nationale Trauerphase in Großbritannien hat offiziell begonnen.

Jason Cook (53) aus Korb, der ursprünglich aus der englischen Hafenstadt Plymouth stammt, spricht mit unserer Redaktion über den Tod der Queen. Seit mehr als einer Woche ist der Brite im Südwesten Englands und besucht seine Eltern. Er möchte die beiden, 73 und 74 Jahre alt, im Alltag unterstützen.

Niemand wollte den Tod der Queen wahrhaben

„Als ich am Montag im Radio über die Krankheit der Queen hörte, dann sagte ich zu meiner Mutter ‘Sie wird es überstehen, sie wird nicht sterben’“, erinnert sich Jason Cook. Auch wenn viele Briten gewusst haben, dass dieser Fall eines Tages eintreffen werde, so Jason Cook, habe es niemand wahrhaben wollen. „Der Tod der Queen hat die Nation sehr hart getroffen“, sagt der Ehemann der Korber Grünen-Gemeinderätin Cora-Constanze Sommerey.

Kirchenglocken läuten für Königin Elizabeth II.

Als einen ganz besonderen und emotionalen Moment habe der 53-Jährige die Kirchenglocken am Freitag empfunden, die als Ehrerweisung für die britische Königin im ganzen Land geläutet haben. „Es ist interessant, weil sie normalerweise nur läuten, um die Uhrzeit mitzuteilen“, sagt er. Und nun war der Tod der Monarchin der Anlass dafür.

Schwester von Jason Cook überreichte Blumen

Als etwa Achtjähriger begegnete Jason Cook der britischen Königin, als Elizabeth II. anlässlich ihres Silbernen Thronjubiläums im Jahr 1977 gemeinsam mit ihrem Ehemann Prinz Philip im Land zahlreiche Besuche abstattete. „Sie hat auch unsere Stadt besucht und meine Schwester durfte ihr Blumen überreichen. Ich war sehr eifersüchtig“, erinnert sich der 53-Jährige heute und schmunzelt. Es sei ein schöner Momente gewesen.

Als Flugzeugmechaniker bei der englischen royalen Marine gearbeitet

Als Jason Cook in Großbritannien lebte und etwa zehn Jahre lang als Flugzeugmechaniker bei der englischen royalen Marine arbeitete, diente er der Königin. „Die Queen war meine Chefin“, sagt er. Auch begegnete er in dieser Zeit eigenen Angaben zufolge anderen Mitgliedern des britischen Königshauses – unter anderem Prinz Charles, dem neuen König von Großbritannien.

Dass „Prinz Charles“ nun „König Charles“ ist, sei zwar im ersten Augenblick gewöhnungsbedürftig, aber richtig, findet Jason Cook. Dass der 73-Jährige diese Aufgabe, die seine Mutter „mit Ehre auf sich genommen hat“, ebenfalls gut meistern werde, davon ist Cook überzeugt. „Mit der Queen geht eine Ära zu Ende“, sagt er, „Charles wird die royale Familie modernisieren.“ Der neue König des Vereinigten Königreichs stünde aus seiner Sicht für eine „neue Monarchie“. Jason Cook schätzt, dass sich der 73-Jährige für das Klima einsetzt, sich für die Nachhaltigkeit und Schonung der Ressourcen in der Wirtschaft ausspricht und Bio-Lebensmittel befürwortet.

König Charles könnte sich in Zukunft politisch einbringen

Darüber hinaus werde der 73-Jährige sich politisch einbringen, vermutet Jason Cook. Notizen von Prinz Charles an die britische Regierung, in der er oft seine eigene Meinung zu politischen Debatten mitteilte, die bislang möglicherweise eine untergeordnete Rolle gespielt haben, könnten in Zukunft ernst genommen werden, findet Jason Cook.

Während manche Briten auch der Meinung seien, dass Charles auf seinen Thronanspruch hätte verzichten sollen, sieht der Korber das anders. Es stehe Charles zu, den Thron zu besteigen, findet Cook, auf den der 73-Jährige schon so lange gewartet habe.

Weihnachtsansprachen von Elizabeth II. gehörten zur Tradition

Jason Cook, der die deutsche und die britsche Staatsangehörigkeit hat, werden insbesondere die traditionellen Weihnachtsansprachen der Königin im britischen Fernsehen, die er sich stets angeschaut hat, fehlen. Auch die humorvolle Seite der Queen, die nun unter anderem in Online-Kondolenzbüchern oder in den Nachrichten oft ans Tageslicht kommen, habe er persönlich sehr geschätzt. Dem neuen König wünscht Jason Cook viel Glück. Doch nun, bevor dieser offiziell als neuer König von Großbritannien agieren kann, stehen die Trauertage in Großbritannien im Vordergrund.

Eine Ära geht zu Ende. Der Tod der britischen Königin „Queen Elizabeth II.“ dominiert seit Donnerstagabend weltweit die Nachrichten. Blumenkränze werden niedergelegt, zahlreiche Menschen versammeln sich vor dem Buckingham-Palast, Flaggen werden auf Halbmast gesetzt – die nationale Trauerphase in Großbritannien hat offiziell begonnen.

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Jason Cook (53) aus Korb, der ursprünglich aus der englischen Hafenstadt Plymouth stammt, spricht mit unserer Redaktion über den Tod der Queen.

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