Korb

Unmut über gefährliche Kurve

Gefährliche Kurve
Lastwagen und Busse können die „Löweneck“-Kurve nicht befahren, ohne zu bremsen. © Palmizi / ZVW

Korb. Am „Löweneck“ stockt der Verkehr – die unübersichtliche Kurve sorgt für Unmut. Bereits 2015 ist ein Umbau genehmigt worden, der einen breiteren Kurvenbereich schaffen sollte. Mit der Umsetzung ist der Gemeinderat nicht zufrieden.

Wer die Waiblinger Straße in Richtung Kleinheppach über die Heppacher Straße verlässt, merkt: Hier wird’s eng. Begegnen sich zwei Autos, lässt es sich flüssig fahren. Doch kommt ein Bus ins Spiel, stockt der Verkehr. Davon zeugen Reifenspuren auf dem Erdbereich gleich neben der Kurve. Busse und Lastwagen nutzen die hier entstehende Grünfläche als erweiterte Fahrbahn. Das Schlimme ist, sagt der Fraktionssprecher der Freien Bürger, Albrecht Ulrich, dass der Umbau „anders umgesetzt als genehmigt“ wurde – so hätten die Räte ihn nicht akzeptiert.

"Jetzt ist die Verwaltung am Zug"

Im Jahr 2015 beschloss der Gemeinderat den Neubau des Mehrfamilienhauses an der Ecke Waiblinger Straße/Heppacher Straße. In einer Sitzungsvorlage von September 2015 heißt es, die Straße solle „entsprechend den Schleppkurven für einen Gelenkbus umgestaltet“ werden. Ein vergrößerter Kurvenradius sei bereits berücksichtigt worden. Nach einer Besichtigung begrüßten Landratsamt und Polizei, „dass der Gelenkbus künftig ohne Behinderung des Gegenverkehrs die Engstelle passieren kann“. Die Polizei bat außerdem darum, auf zwei Stellplätze für Längsparker entlang der Heppacher Straße zu verzichten.

Das Haus wurde gebaut, die Kurve verändert. Doch nicht wie geplant. „Wir waren alle überrascht“, sagt Gerhard Liebhard von der Wählervereinigung CDU/Freie Wähler. Unter anderem sei trotz Bitten der Polizei und genehmigter Planung ein Längsparker-Stellplatz an der Heppacher Straße entstanden. Dieser würde die Sicht versperren und einem größeren Radius für Gelenkbusse im Wege stehen. Ohne den Stellplatz wäre eine breitere Straße möglich und noch immer Platz für einen 1,50 Meter breiten Gehweg. „Jetzt ist die Verwaltung am Zug. Sie soll prüfen, wie das entstanden ist und wie sie das noch gradebiegen kann“, sagt Liebhard.

Eine Sehbehinderung für Fahrer sieht Liebhard in einem Schaltschrank, der neben einer Laterne im Gehwegbereich an der Kurve steht. Laut der neusten Planung des Landratsamts soll dieser aber eventuell stehen bleiben. Ein Kabelschacht, der sich in der Heppacher Straße gegenüber des umstrittenen Stellplatzes befindet, muss der neuen Planung zufolge weichen.

Für Korb wäre der Ausbau der „Löweneck“-Kurve „sehr wichtig“, sagt Albrecht Ulrich. Denn dann könnten Steinreinach und neue Baugebiete besser an den öffentlichen Nahverkehr angebunden werden.

Sorge um Schulkinder

Nicht nur die Gemeinderäte sehen in der Kurve ein Problem. Eine Anwohnerin beschreibt, wie Personen mit Zwillingskinderwagen die Straße wechseln müssen, um an der Laterne am Ende des neuen Mehrfamilienhauses vorbeizukommen. Die steht auf dem Gehweg, der dadurch nicht mehr auf voller Breite begehbar ist. Gefährlich findet sie die Situation auch, weil es sich um einen Schulweg handelt.

Laut Gemeinde Korb wird das Landratsamt die Planungen weiterführen und die Kosten der Baumaßnahme ermitteln. Die Pressestelle des Landratsamts teilt mit: „Wir treiben die Planung weiter voran, um die Situation im Kurvenbereich zu verbessern – in enger Abstimmung mit der Gemeinde.“ Ein Zeitplan oder ein Kostenrahmen könnten momentan noch nicht genannt werden.