Korb

Weiterhin 6500 Euro Zuschuss fürs Straßenfest

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Auf dem Straßenfest in Korb. © ZVW/Sarah Utz

Korb. Der Korber Gemeinderat hat den jährlichen Zuschuss zum Straßenfest auf 6500 Euro bis 2020 festgeschrieben. Ein Kompromiss. Denn Albert Heinrich, Sprecher der Vereinsvorstände, hatte vom Rathaus angesichts der Kostensteigerungen eine Anhebung von 6500 auf 8000 Euro gefordert. Dabei setzte er voraus, dass die seit Jahren überwiesenen 6500 Euro Beschlusslage des Gemeinderats seien. Tatsächlich sind sie ein Versehen. Formal Anspruch hatten die Vereine bis dato auf 5000 Euro.

Im November 2017 hatte Bädlesverein-Chef Albert Heinrich in einem Schreiben an Bürgermeister Jochen Müller eine Erhöhung des bisherigen Zuschusses zum Straßenfest um 1500 Euro auf 8000 Euro vorgeschlagen. Offenbar hatte eine, wie Heinrich schrieb, „Zahlungsaufforderung“ des Rathauses bei den Vereinen als Veranstalter des Festes gehörigen Wirbel ausgelöst. Der Abmangel hatte 2017 mit 7042,21 Euro den kommunalen Zuschusssatz von 6500 Euro um 542,21 Euro überschritten. Dieser Saldo sei den am Ortsfest beteiligten Vereinen in Rechnung gestellt worden, schrieb Christoph Schulz vom Hauptamt in seiner Beschlussvorlage. „Völlig unverständlich“ sei diese Zahlungsaufforderung an den Organisator des Straßenfestes, reagierte Albert Heinrich in dem Schreiben an Jochen Müller empört. Seit 2013 sei der Zuschuss in Höhe von 6500 Euro nie ausgeschöpft worden, so dass bis dato eine Art „Rücklage“ in Höhe von über 10 000 Euro habe angespart werden können. „Ich gehe davon aus, dass diese Ihnen oben genannte Rücklage nicht bekannt war und dieser Vorgang, also die Zahlungsaufforderung, als erledigt betrachtet werden kann.“ So Heinrich schriftlich an Müller.

Formal 5000 Euro Zuschuss

Angesichts der Neuerungen beim Straßenfest, angefangen beim umfangreichen Bühnenprogramm, und den jährlichen Teuerungsraten werde das vorhandene Budget der Vereine stark belastet. Der Toilettenwagen müsse jetzt angemietet werden und werde nicht mehr, wie vereinbart, durch den Schausteller finanziert. Eine Erhöhung des Zuschusses auf 8000 Euro hielten die Vereinsvorstände darum für angemessen. Heinrich regte zudem an, gerade auch im Hinblick auf die Remstalgartenschau, bei der das Korber Straßenfest noch attraktiver werden solle, den Zuschuss nicht jährlich zu verrechnen, sondern Minderausgaben als Rücklage für 2019 zu verbuchen.

Die 6500 Euro, von denen Heinrich als beschlossenem und damit verbindlichem Zuschuss der Gemeinde ausging, sind allerdings ein Versehen. Auf Heinrichs Antrag wurde der Betrag im Jahr 2013 zwar einmalig von 5000 Euro auf 6500 Euro erhöht, doch in den Folgejahren setzte die Gemeindeverwaltung irrtümlich diesen maximalen jährlichen Beitrag als Regelsumme an. Erst kraft Gemeinderatsbeschlusses vom 6. März sind die 6500 Euro Jahreszuschuss jetzt auch formal beschlossen. Zusätzlich erhöhte das Gremium den kommunalen Satz zum Straßenfest 2017 einmalig um die zitierten Mehrkosten auf 7024,21 Euro.

„Macht etwas Neues!“

Dem Beschluss ging eine Diskussion der Räte voraus, in der das Fest kritisch beleuchtet wurde. FB-Chef Albrecht Ulrich nannte das Straßenfest eine „Sache, die nicht so ganz befriedigend ist.“ Ihm stelle sich die Frage, ob es noch gebraucht werde, ob vielleicht ein Weinfest nicht passender wäre. Deshalb: „Geld ja, aber befristet!“ Während Martin Zerrer (CDU/FW) beklagte, dass einige Vereine sich reinhängen, während andere nichts tun, stellte sein Fraktionschef Friedrich Zimmerle die Grundsatzfrage: „Wir brauchen neue Ideen. Das jetzige Straßenfest ist ein Konzept, das vor 40 Jahren geboren wurde. Warum soll man das immer noch machen?“ Die Korber Vereine müssten sich etwas Innovatives überlegen. Mit den Zuschüssen der Gemeinde solle deshalb die Aufforderung verknüpft werden: „Macht etwas Neues!“