Korb

Wo Autofahrer nichts zu fürchten haben

Verkehr
Um den Korber Seeplatz herum haben es Radler und Fußgänger besonders schwer. © ZVW/Gabriel Habermann

Korb.
Der Autofahrer ist König, Fußgänger haben es nicht leicht, Radfahrer schon gar nicht. Warum sollte das in Korb auch anders sein als in anderen Orten in der Region? Der Wille, etwas an dieser Realität zu ändern, ist auch hier grundsätzlich vorhanden, nicht nur bei den Grünen. Wenn es so einfach wäre, überall perfekte Radwege zu schaffen, und zwar kostenlos, sähe der Weinort bestimmt schon längst ganz anders aus. Es ist aber leider ganz und gar nicht einfach und auch überhaupt nicht billig. Und manche Ideen gehen den meisten dann doch zu weit.

Als die Grünen-Gemeinderätin Judith Bessey zum Beispiel in der jüngsten Sitzung des Gremiums sagte, Autoverkehr ließe sich nur eindämmen, „wenn er unbequem wird“, und laut darüber nachdachte, Parkgebühren zu erhöhen oder gar Parkplätze zu reduzieren, ging ein Raunen durch die Reihen. Bürgermeister Jochen Müller erinnerte daran, dass die Supermärkte nur in Korb gebaut hätten, weil die Gemeinde ihnen versprochen habe, für ausreichend Parkplätze zu sorgen.

Radverkehrskonzept? Fest geplant ist: nichts

Ein weiteres Beispiel: Anfang des Monats haben die Korber Kommunalpolitiker ein ausführliches Radverkehrskonzept für den Ort vorgelegt bekommen. Es sieht Handlungsbedarf und gibt Verbesserungsvorschläge an allen Ecken und Enden der Gemeinde. Wirklich wohl fühlen sich die Radler nicht im Flecken, das hat eine Umfrage ergeben. Die Kosten gingen allerdings in die Hunderttausende, würden alle Arbeiten am Radwegenetz nach und nach ausgeführt.

In den Haushalt wurden diese Summen deshalb nicht aufgenommen. Die Korber entschieden auf Anraten der Verwaltung, die einzelnen Maßnahmen jeweils erneut unter die Lupe zu nehmen, bevor sie umgesetzt werden sollen. Fest geplant ist: nichts.

Noch ein Beispiel: Naturgemäß sind es die Grünen, die sich an der Dominanz der Autos in Korb besonders stören. Die Fraktion um Gerhard Brenner hat kürzlich einen Antrag eingereicht „zur Einschränkung des innerörtlichen Fahrzeugverkehrs“. Brenner schwebt vor, den ÖPNV mittels eines günstigen „Korb-Tickets“ zu stärken, wie es zum Beispiel Kernen und Waiblingen beschlossen haben, Pedelec-Mietstationen einzurichten und im besten Fall an Modellversuchen mit autonomen Rufbussen, ähnlich dem „Reallabor“ in Schorndorf, teilzunehmen.

„Nur umsonst und ohne Aufwand“

Die Resonanz bei seinen Kollegen im Rat: verhalten. „Wir haben viel zu wenig Haltestellen“, als dass sich so ein Ticket lohne, das die Gemeinde bezuschussen müsse, sagte SPD-Mann Jürgen Klotz, auch wenn er ein solches innerörtliches Ticket in größeren Gemeinden richtig super findet.

„Eine Mietstation für Pedelecs macht keinen Sinn“, das gehe an der Zielgruppe vorbei, die eher mit eigenen Pedelecs in Korb unterwegs sei, sagte Bürgermeister Jochen Müller.

Und Albrecht Ulrich (Freie Bürger) sprach sich für den autonomen Rufbus aus – allerdings „nur umsonst und ohne Aufwand“. Wirkliche Unterstützung fand der Grünen-Antrag nicht.

Der Güte halber werden nun trotzdem die Konditionen für „Korb-Ticket“ beim VVS und Pedelec-Station bei der Deutschen Bahn angefragt. Und Gerhard Brenner wurde ermutigt, den Kontakt zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zu halten, das autonome Rufbusse testet.

Vorerst bleibt auch in Korb das Auto das Maß aller Dinge.

Korb.
Der Autofahrer ist König, Fußgänger haben es nicht leicht, Radfahrer schon gar nicht. Warum sollte das in Korb auch anders sein als in anderen Orten in der Region? Der Wille, etwas an dieser Realität zu ändern, ist auch hier grundsätzlich vorhanden, nicht nur bei den Grünen. Wenn es so einfach wäre, überall perfekte Radwege zu schaffen, und zwar kostenlos, sähe der Weinort bestimmt schon längst ganz anders aus. Es ist aber leider ganz und gar nicht einfach und

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