Leutenbach

Anwohner klagen nach wie vor über Lärm: Geldstrafen für Bolzplatzsünder in Nellmersbach?

Laermschutzbolzplatz
Der Kunstrasenplatz in Nellmersbach. © Gaby Schneider

Der Nellmersbacher Kunstrasenplatz bleibt ein leidiges Thema. Die Anwohner fühlen sich durch Jugendliche und Erwachsene, die dort regelmäßig bolzen und Musik aus mitgebrachten Ghettoblastern hören, massiv gestört. Erst vor kurzem soll die Polizei dorthin ausgerückt sein, wie ALi-Gemeinderätin Kathrin Kopriva beobachtet hat. „Zwei Polizistinnen haben die Jugendlichen gebeten, den Platz zu verlassen“, erzählt sie. Doch diese hätten einfach nicht reagiert und weitergekickt. Erst als Verstärkung gekommen sei, dieses Mal in Form von zwei Männern, hätten die Kicker eingelenkt und den Bolzplatz verlassen. War dies wohl ein Extrembeispiel, soll es, wenn man mit Anwohnern spricht, zu ähnlichen Szenen regelmäßig kommen.

Bereits 2004 hat man den Lärm für die Anwohner untersucht

Gleichzeitig sieht sich die Gemeinde jedoch auch mit Anfragen zu erweiterten Nutzungszeiten des Platzes konfrontiert. Der Gemeinderat hat daher entschieden, erneut die Lärmauswirkungen für Anwohner zu prüfen. Das hat man bereits im Jahr 2004 getan. Seit 2017 sind für Sportstätten jedoch höhere Lärmwerte zulässig, wodurch die Nutzungszeit erweitert werden kann. „Seitdem werden spielende Kinder nicht mehr als Lärm eingestuft, wie beispielsweise fahrende Motorräder. Das wird nun anders gewertet“, vergleicht Bürgermeister Jürgen Kiesl.

Mit Hilfe einer Lärmuntersuchung wurde nun geprüft, wie stark die Auswirkungen für die Anwohner sind, wenn Grundschüler und Sportler des TSV Nellmersbach auf dem Platz zugange sind. Das dabei „übrige Lärmkontingent“ kann in Form von verlängerten Nutzungszeiten für Freizeitkicker freigegeben werden.

„Es gibt von mir die Anweisung, Personalien aufzunehmen“

Die Gemeinderäte befürworteten in der jüngsten Sitzung die erweiterten Bolzplatzzeiten. Nicht erst seit Pandemiezeiten seien solche Plätze für Kinder und Jugendliche wichtig, so der Tenor.

Gleichzeitig knüpfen die Räte die angepassten Zeiten allerdings auch an Bedingungen: Der Platz solle von Ordnungsamt und Polizei regelmäßig kontrolliert werden. Auch Geldstrafen sollen ausgesprochen werden, wenn sich die Probleme nicht anders lösen lassen. „Es gibt von mir bereits die Anweisung an das Ordnungsamt, konsequent Personalien aufzunehmen, wenn sich dort jemand nicht an die Regeln hält“, berichtet Bürgermeister Kiesl. Vielleicht müsse es an den Geldbeutel gehen, damit einige kapieren, was man dürfe und was eben nicht. „Ich bitte dann allerdings auch darum, dass es keinen Aufstand gibt, wenn wir Jugendliche zur Kasse bitten“, hofft Kiesl. CDU-Rat Fabian Burkei hakt nach, ob der Ordnungsdienst denn überhaupt in den Abendstunden noch unterwegs sei, um auf dem Platz auch zur späten Stunde zu kontrollieren. Hauptamtsleiter Jakob Schröder antwortet, dass dies der Fall sei. Bürgermeister Jürgen Kiesl ergänzt, dass es nicht möglich sei, eine Zollstation am Kunstrasenplatz zu installieren oder einen Wachtposten. Man sei eben auch darauf angewiesen, dass sich Anwohner melden, wenn es zu einer verbotenen Nutzung kommt.

Ein Zaun um den Kunstrasenplatz könnte erneut Thema werden

„Wenn wir der Situation anders nicht Herr werden, dann müssen wir wahrscheinlich noch mal darüber reden, ob wir nicht doch einen Zaun um den Platz installieren sollten“, vermutet Kiesl. Diese Option war jedoch im vergangenen Jahr nach hitzigen Diskussionen vom Gemeinderat abgelehnt worden. Zum Schluss brachte Rätin Kathrin Kopriva noch den Vorschlag ein, die Jugendsozialarbeit hinzuzuziehen, wenn die Situation sich nicht bessert.

Der Nellmersbacher Kunstrasenplatz bleibt ein leidiges Thema. Die Anwohner fühlen sich durch Jugendliche und Erwachsene, die dort regelmäßig bolzen und Musik aus mitgebrachten Ghettoblastern hören, massiv gestört. Erst vor kurzem soll die Polizei dorthin ausgerückt sein, wie ALi-Gemeinderätin Kathrin Kopriva beobachtet hat. „Zwei Polizistinnen haben die Jugendlichen gebeten, den Platz zu verlassen“, erzählt sie. Doch diese hätten einfach nicht reagiert und weitergekickt. Erst als Verstärkung

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