Leutenbach

Azubi aus Leutenbach wegen Drogenhandels vor Gericht

Drogen dealen
Symbolfoto © Alexandra Palmizi

Ein 21-Jähriger musste sich vor dem Waiblinger Jugendschöffengericht wegen gewerbsmäßigem Handel mit Betäubungsmitteln verantworten – er war vor einem Jahr zufällig mit Marihuana in der Tasche in eine Polizeikontrolle geraten. Vor Gericht sagte er aus, dass er sich sein Ausbildungsgehalt damit aufbessern wollte.

Aufgeflogen war der künftige Groß- und Außenhandelskaufmann, als er im Mai vergangenen Jahres völlig unbedarft in das Treppenhaus eines Gebäudes in Leutenbach stolperte, in dem gerade eine Hausdurchsuchung im Gange war. Als ihn dort die Polizisten auf den intensiven Marihuanageruch ansprachen, den er verströmte, erklärte er zunächst, der käme daher, dass er gerade einen Joint geraucht habe.

Auf die Ankündigung, dass man dies zum Anlass für eine Personendurchsuchung nehme, übergab er den Beamten von sich aus zwei Päckchen mit insgesamt 25 Gramm Marihuana sowie seine zwei iPhones.

Zum Verkaufsabschluss sei es nie gekommen

Die Auswertung eines der Handys ergab, dass er einem Berufsschulkollegen am 1. Februar acht Gramm Marihuana für 80 Euro verkauft und mit diesem am 18. Februar per Chat den Verkauf von 25 Gramm zu einem Grammpreis von 7,50 Euro verhandelt hatte. Dass es dabei tatsächlich zu einem Verkaufsabschluss und zur Übergabe der Ware gekommen wäre, bestritten sowohl der Angeklagte als auch der potenzielle Käufer vehement.

Dies spiele allerdings in der rechtlichen Würdigung keine große Rolle, belehrte der Vorsitzenden Richter Martin Luippold, allein schon durch das Anbieten von Drogen zum Verkauf sei der Tatbestand des Handeltreibens erfüllt. Ohne Ergebnis blieb dagegen die Durchsuchung der Wohnung der Eltern des Angeklagten, bei denen er lebt - abgesehen davon, dass diese alles andere als begeistert gewesen seien, als plötzlich abends gegen 20 Uhr die Polizei vor der Tür stand, räumte er zerknirscht ein.

Er selbst habe übrigens noch nie gekifft, versicherte er reuig und legte das Ergebnis eines aktuellen Drogenscreenings vor. Drogen und Alkohol hätten ihn noch nie gereizt; er sei eher der Sportlertyp, spiele Fußball und warte nur darauf, dass es am 1. Juni endlich mit dem Training wieder losgehe.

Angeklagter muss Geldbuße zahlen

Der Versuch, „sich durch das unerlaubte, gewerbsmäßige Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, in der Absicht, sich dadurch eine Einnahmequelle von einiger Dauer und beträchtlichem Umfang zu verschaffen, obwohl er wusste, dass er nicht über die dafür notwendige Erlaubnis verfügte“, so die Rechtssprache, endete nun mit der jugendrichterlichen Weisung an den Angeklagten, innerhalb der nächsten sechs Monate eine Geldbuße von 1500 Euro zu bezahlen.

Darüber hinaus hat er für die Verfahrenskosten aufzukommen, das iPhone, das er für seine Drogengeschäfte nutzte, und die 25 Gramm Marihuana, die er mit sich führte, werden eingezogen. Eine weitere Konsequenz – dies schmerzt dem Anschein nach besonders – der Antrag auf Zulassung zur Führerscheinprüfung wurde abgelehnt. „Lassen Sie in Zukunft die Finger von derartigen Sachen, schließen Sie Ihre Ausbildung ab und bleiben Sie auf dem guten Weg“ lautete der Rat von Richter Martin Luippold.

Ein "Denkzettel" für den 21-Jährigen

Hätte man ihn nicht nach Jugend-, sondern nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt, wäre es wohl nicht unter einem Jahr Freiheitsentzug ausgegangen, denn „angesichts der großen Dunkelziffer in diesem Bereich der Kriminalität muss das Wenige, das aufgehellt wird, auch entsprechend streng sanktioniert werden“, so Luippold.

So war auch in diesem Fall, waren sich Gericht, Staatsanwaltschaft, Verteidiger und die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe einig, ein „Denkzettel“ angebracht.

Sie hielten dem Angeklagten zugute, dass er erst im vergangenen Februar einen sozialen Trainingskurs erfolgreich absolvierte, keine schädlichen Neigungen aufweise und trotz einiger „Holperer“ einen geradlinigen, vielversprechenden Lebenslauf vorweisen könne.

Ein 21-Jähriger musste sich vor dem Waiblinger Jugendschöffengericht wegen gewerbsmäßigem Handel mit Betäubungsmitteln verantworten – er war vor einem Jahr zufällig mit Marihuana in der Tasche in eine Polizeikontrolle geraten. Vor Gericht sagte er aus, dass er sich sein Ausbildungsgehalt damit aufbessern wollte.

Aufgeflogen war der künftige Groß- und Außenhandelskaufmann, als er im Mai vergangenen Jahres völlig unbedarft in das Treppenhaus eines Gebäudes in Leutenbach stolperte, in

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