Leutenbach

Corona: Erneute Ansteckungswelle in Haus Elim, die Pflegeheime in Leutenbach und Weiler zum Stein sind für Besucher derzeit komplett geschlossen

haus elim
Tim Böhringer und Yvette Umbach vor dem Leutenbacher Stammhaus, das derzeit für Besucher geschlossen ist. © speiser

In Haus Elim gibt es erneut eine Corona-Ansteckungswelle, berichtet Geschäftsführerin Yvette Umbach. Dieses Mal sind laut ihr das Stammhaus in Leutenbach und der Standort Weiler zum Stein betroffen. In Leutenbach haben sich 19 Bewohner und sechs Mitarbeiter mit dem Covid-19-Virus infiziert, in Weiler zum Stein sechs Bewohner und ein Mitarbeiter. Einen weiteren Todesfall in Zusammenhang mit Corona habe es in Leutenbach gegeben und zwei Todesfälle nun auch in Weiler zum Stein, so Yvette Umbach auf Nachfrage. Beide Einrichtungen sind derzeit komplett für Besucher geschlossen.

Außerdem ist von den vier Tagespflegen, die Haus Elim außer den stationären Pflegeheimen betreibt, nur die in Burgstall in Betrieb, berichtet Tim Böhringer, der die Pflegeheime in Bittenfeld und Erbstetten leitet und der seit der Pandemie der Coronamaßnahmen-Koordinator von Haus Elim ist. Mit dem dadurch freiwerdenden Personal könne man die Mitarbeiter-Ausfälle in Leutenbach und Weiler zum Stein kompensieren, so Böhringer. Außerdem gebe es bei den Mitarbeitern generell eine sehr starke Einsatzbereitschaft, zusätzliche Dienste zu übernehmen, das gelte zum Beispiel auch für die Teilzeitkräfte, oder in dieser Krisenzeit, die alle belaste, auf Urlaub zu verzichten. „Da ist ein großes Wir-Gefühl.“

Einige Mitarbeiter seien derzeit zu Hause, weil sie selbst zu Risikogruppen gehören, ergänzt Yvette Umbach. Haus Elim teste seit November täglich. Es liege auf der Hand, dass nicht jeder Mitarbeiter, der in direktem Kontakt mit infizierten Bewohnern war, automatisch in Quarantäne müsse oder könne, das sei ausgeschlossen, würde den Betrieb lahmlegen, die Versorgung der Bewohner unmöglich machen. Die Mitarbeiter schützten sich durch ständiges Tragen von FFP2-Masken, Schutzausrüstungen und durch immer wieder Lüften der Räume.

Seit es einen zugelassenen Impfstoff gibt, liege darauf das Hauptaugenmerk. Derzeit wird in Haus Elim bei allen Bewohnern und Mitarbeitern abgefragt, wer dazu bereit ist. Bei Demenzkranken ist das gegebenenfalls der jeweilige Betreuer oder nächste Verwandte mit einer entsprechenden Vollmacht. Man sei mitten in der erforderlichen Datenerhebung und -sammlung, so Yvette Umbach. Das Ganze gestalte sich aber bislang als sehr schwierig, ergänzt Tim Böhringer.

Kein Durchkommen: Impftermine-Hotline überlastet

Auch Pflegekräfte, die ständig in engem Kontakt mit Corona-Infizierten arbeiten, gehören zum Personenkreis, der als Erstes geimpft werden soll. Zusammen mit denen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, entspricht das bei Haus Elim der kompletten Belegschaft, die für die erste Impfrunde infrage kommt. Bei der für Terminanfragen angegebenen Telefonnummer sei kein Durchkommen, die sei total überlastet, berichtet Böhringer. Man habe bislang keine Daten von den betreffenden Bewohnern und Mitarbeitern durchgeben können. Man wolle auch klären und arbeite organisatorisch daran, ob nach den entsprechenden Aufklärungsgesprächen alle Haus-Elim-Standorte gleich in einem Zug dran sein könnten beim Impfen.

Es sei überraschend und auch etwas enttäuschend, dass es für die Pflegeheime keine Extratelefonnummer für Terminvereinbarungen gebe, Haus Elim habe also bislang keinen Termin, ergänzt Yvette Umbach: „Wir haben schon überlegt, wie wir das beschleunigen könnten, etwa indem wir die Daten selbst persönlich vorbeibringen.“ Wie die Impfquote in Haus Elim sein wird, wie hoch die Impfbereitschaft ist, können sie noch nicht sagen: „Das wird gerade erfasst.“ Es sei aber ganz klar, dass nur die geimpft werden, die das auch wollen, betont sie zu den anhaltenden Behauptungen, es werde eine Impfpflicht, einen Impfzwang geben.

2020 geht zu Ende. Corona sei „wahnsinnig prägend“ gewesen für fast das ganze Jahr, habe Haus Elim „intensiv begleitet“ das Frühjahr über und wieder seit Herbst, so Tim Böhringer im Rückblick. Ende Februar wurde in Haus Elim ein Corona-Krisenstab gegründet. Man habe gemerkt, wie das Virus immer näher rückte, dass es immer enger wurde und dann habe es auch schon die ersten Todesfälle in den Häusern in Bittenfeld und Leutenbach gegeben. Man sei gleich vor große Herausforderungen gestellt worden, habe aber bei den Teams in den Häusern sofort Gemeinschaftsgefühl erlebt, auch die Bereitschaft der Mitarbeiter dazu, privat Opfer zu bringen und alles zu tun, um die Bewohner zu schützen.

Es gebe aber eben auch die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber seinen Mitarbeitern, betont Yvette Umbach: „Es gibt unter denen auch welche, die selbst zu Risikogruppen gehören, und auch die müssen geschützt werden. Das Schlimmste, was uns passieren kann, wäre ein Todesfall bei einem Mitarbeiter wegen einer Ansteckung.“ Die Angst davor gehe auch auf Kosten des Freizeitverhaltens der Mitarbeiter, vor allem mit der anhaltenden Einschränkung der Kontaktpersonen: „Also keine Partys machen oder besuchen, planen, schauen, wo kann man überhaupt Urlaub machen und wie verhält man sich dort.“

Balkonbesuche, Tablets, Blumen, Pizzas und bemalte Steine als Gruß

Trotz aller Belastung, körperlich und psychisch, habe man versucht, innerhalb der Häuser den „Normalbetrieb“ soweit möglich zu erhalten, auch Kontakte zwischen Bewohnern und ihren Verwandten, etwas mit Balkonbesuchen, Verteilen von Tablets, erläutert Böhringer. Viel Zuwendung sei auch von der Bevölkerung gekommen, ergänzt Yvette Umbach. Blumen wurden gebracht, geschenkte Pizzas trafen ein, es gab Gottesdienste vor den Häusern, die Musikvereine spielten draußen, Schulkinder bemalten Steine mit Grüßen für die Bewohner und legten sie vor den Häusern ab und gleich am Anfang gab es eine Briefaktion.

Natürlich sei vor Weihnachten die Frage gewesen, was man zum Fest machen könne. Die Angehörigen der Bewohner wurden angeschrieben, angefragt wegen Geschenken, die man ihren Verwandten im Heim unter den Weihnachtsbaum legte. Es gab in allen Häusern eine Bewohnerweihnachtsfeier – ohne Besucher. Die Bewohner bastelten einen eigenen Adventskalender.

Für Besuche wurden als Voraussetzung außer dem Tragen einer FFP2-Maske über eine ganze Woche lang jeden Tag innerhalb eines jeweiligen einstündigen Zeitfensters in mindestens drei Häusern Schnelltests angeboten. Was auch von jeweils 15 bis 20 Besuchern angenommen worden sei, berichtet Yvette Umbach. Natürlich gebe nun die Aussicht auf die angekündigten Schutzimpfungen Hoffnung und für die Zeit bis dahin gelte das Motto „Das stehen wir auch noch miteinander durch“. Ja, man sehe schon Licht am Ende des Tunnels, dass das jetzt schnell kommen soll, beschäftige die Mitarbeiter, eben aus dem Verantwortungsgefühl gegenüber den Bewohnern, so Böhringer. „Die schlimmste Sorge von ihnen ist, dass sie jemand angesteckt haben könnten“, verdeutlicht Yvette Umbach.

Mobiles Impfteam kommt ins Alexanderstift in Oppelsbohm

„Alles in Ordnung, Gott sei Dank“, heißt es kurz und knapp auf Nachfrage zu Corona im Alexanderstift in Berglen-Oppelsbohm, mit der eindringlichen Bitte, es damit bewenden lassen zu dürfen. Das mobile Impfteam des Kreises kommt bereits am nächsten Tag und deswegen gibt es Zeitdruck beim Einholen der erforderlichen Einwilligungen vorher.

Menschen, die über 80 Jahre alt sind (und noch nicht positiv waren), haben das Recht, sich bevorzugt gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Dafür kommen im Rems-Murr-Kreis fast 30 000 infrage. Das Kreisimpfzentrum in der Waiblinger Rundsporthalle startet voraussichtlich Mitte Januar seinen Betrieb, laut Landrat Richard Siegel werden voraussichtlich von 8. Januar an online oder telefonisch Termine vergeben. Das mobile Impfteam des Kreises war als Erstes im Alexander-Stift in Aspach.

In Haus Elim gibt es erneut eine Corona-Ansteckungswelle, berichtet Geschäftsführerin Yvette Umbach. Dieses Mal sind laut ihr das Stammhaus in Leutenbach und der Standort Weiler zum Stein betroffen. In Leutenbach haben sich 19 Bewohner und sechs Mitarbeiter mit dem Covid-19-Virus infiziert, in Weiler zum Stein sechs Bewohner und ein Mitarbeiter. Einen weiteren Todesfall in Zusammenhang mit Corona habe es in Leutenbach gegeben und zwei Todesfälle nun auch in Weiler zum Stein, so Yvette Umbach

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